Kleine Kirchengemeinde mit großen Zukunftsplänen

Für die Gesamtkoordination des Europäisches Partnerschaftstreffens ist Wolfgang Prause (li.) zuständig. Es wird von EUPAD, Vorsitzender Bernd Chudzinski (re.), ausgerichtet.
Radegast. Es gehört schon zur guten Tradition in der Kirchengemeinde Garlstorf/Radegast, dass die Gemeinde zu Beginn eines neuen Jahres zu einem Epiphanias-Empfang einlädt. Dabei werden die Ereignisse des zurückliegenden Jahres noch einmal in Erinnerung gerufen und ein Ausblick auf das neue Jahr gemacht und es ist auch Gelegenheit zu danken. Zu dem Empfang am letzten Sonntag, dem 3. Sonntag nach Epiphanias, der mit einem Gottesdienst mit Pastor Jens Peter Müller begann, kamen viele Besucher. Musikalisch umrahmt wurde der festliche Gottesdienst von Jan Peter Heine an der Orgel. Die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Dr. Wiebke Danielsen-Runge, verlas im Anschluss daran den Jahresbericht der Kirchengemeinde. „Wir sind sehr froh, dass wir nun wieder einen Pastor haben“, so die Kirchenvorsteherin. Seit Anfang November ist Pastor Müller zuständiger Seelsorger für die Gemeinde und hält einmal monatlich Gottesdienst in Garlstorf oder Radegast ab. „Wir wollen weiterhin jeden Sonntag einen Gottesdienst anbieten“, so Danielsen-Runge. Pastor Müller wechselt sich mit Heidi Wöhlbrandt, Pastorin Inge-Lore Heine und der Lektorin Marlies Rick ab. In Kürze wird es voraussichtlich ein weiteres Gottesdienst-Angebot geben: „Zeit in der Kirche“ heißt das von Pastorin Heine und Marlies Rick initiierte Projekt. Dabei sollen einmal monatlich abends neue Andachtsformen ermöglicht werden, die vielleicht ganz andere Menschen der Gemeinde ansprechen. Für das Projekt werden noch Menschen gesucht, die Lust haben, ihre Ideen einzubringen und die eine oder andere Andacht zu gestalten (Kontakt: Fr. Rick: 05857-276 und Fr. Heine: 05852-390093). Für die Gottesdienste stehen zurzeit mehrere Organisten zur Verfügung, die sich im Dienst abwechseln. Die Kirchengemeinde mit ihren vier Dörfern verzeichnete im zurückliegenden Jahr vier Neuaufnahmen durch Taufe und einen Austritt, zwölf Gemeindeglieder sind verstorben, zwölf wurden konfirmiert, zwei Paare wurden getraut (Anm. der Redaktion: Die Kirchengemeinde mit ca. 550 Mitgliedern ist vermutlich die kleinste Gemeinde im Sprengel Lüneburg). Die beiden Kirchen sind verlässlich Kirchen und haben zwischen April und Oktober offene Türen. Besonders beliebt ist die Kirche in Radegast bei Radfahrern. Im Juni wurde das Gemeindehaus in den Besitz der Stadt Bleckede übergeben. Dort soll ein kommunales Dörfergemeinschaftshaus entstehen. Auch die Planungen für die Umbauten des Radegaster Pfarrhauses in ein Gemeindezentrum und Café schreiten voran. Um die Finanzierung kümmert sich nun ein von der Landeskirche bezahlter „Fundraiser“, Michael Koeppen. Es gibt bereits Zusagen über Mittel aus dem Innovationsfonds und dem Europäischen Sozialfonds. Die „Neue Arbeit Lüneburg“ möchte das künftige Café im Pfarrhaus betreiben und hat inzwischen eine Zusage bekommen. Der Ausbau kann voraussichtlich im Frühsommer starten. Dr. Danielsen-Runge berichtete weiter von dem sehr engagierten Besuchsdienstkreis. Für die am 18. März anstehende Kirchenvorsteherwahl stehen ausreichend Kandidaten zur Verfügung. Es werden insgesamt sechs Vorstandsmitglieder gewählt. Der Konfirmandenunterricht für zehn Konfirmanden der Kirchengemeinde findet zurzeit in Bleckede statt. Die Konfirmation wird aber in der Martin-Luther-Kirche in Garlstorf sein, und zwar am Sonntag Jubilate. Die Kirchenvorsteherin blickte außerdem zurück auf die Veranstaltungen des letzten Jahres, besondere Höhepunkte waren der Pfingstgottesdienst auf dem Campingplatz, das Dorffest in Garlstorf und das Sommerfest in Radegast. Bei Konzerten traten das Ensemble „Amici Musici“ und der Lüneburger Kammerchor auf, beim Adventskonzert waren ein Flötenensemble und der MGV Concordia Dahlenburg zu Gast.
Der gemeinsame Gemeindebrief mit Bleckede ist sehr ansprechend. Demnächst wird voraussichtlich auch die Kirchengemeinde Barskamp darin aufgenommen. Das bündele die Kräfte und verbindet die Gemeinden, so die Kirchenvorsteherin. Abschließend dankte die Kirchenvorsteherin allen Ehrenamtlichen für vielfältige Mithilfe und Engagement. Das Jahr 2011 war die Fortsetzung des 2010 begonnenen Wandels. „Wir wollen weiterhin eine selbstständige Gemeinde bleiben“, unterstrich die Vorsteherin, „dennoch werden wir auch im neuen Jahr intensiv mit den Gemeinden Bleckede und auch Barskamp zusammenarbeiten“. Beim anschließenden Sektempfang mit leckeren Häppchen gab es noch einen regen Austausch und Klönschnack.. –EZ-Redaktion/swr-
