30.05.2012

Großbrand hält Feuerwehr im Dauereinsatz

Embsen. Ein riesiger, schwarzer Rauchpilz war vergangene Woche am Himmel über dem Gewerbegebiet Lüneburg-Süd zu sehen. Grund war ein Großfeuer auf dem Gelände einer Recyclingfirma in Embsen, bei dem ein hoher Sachschaden entstand. Rund 200 Feuerwehrleute und Angehörige anderer Hilfsorganisationen waren im Einsatz.

Gegen 7.45 Uhr am Donnerstag ging der Alarm bei der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Lüneburg ein. Da es auf dem Betriebsgelände bereits mehrfach zu Einsätzen kam, wurden zwei Löschzüge der Gemeindefeuerwehr Ilmenau alarmiert. Beim Eintreffen der Kräfte brannte eine rund 5.000 qm große Lagerhalle. Diese selbst besteht aus einer Stahl-Beton Konstruktion mit Blechbedachung in der sich ca. 5.000 Kubikmeter Rest- und Plastikmüll zur Weiterverarbeitung sowie ein großer Tank mit 1.200 l Hydrauliköl befanden.

Gemeindebrandmeister und Einsatzleiter Uwe Hausschild erkannte, dass die vorhandenen Kräfte nicht ausreichen würden, denn das Feuer hatte sich teilweise schon durch die Dachhaut gebrannt. Daraufhin wurden alle Feuerwehren der Samtgemeinde Ilmenau, ein Löschzug der Wache Süd der Hansestadt inklusive Drehleiter, THW, sowie Polizei und Rettungsdienst nachalarmiert. Weiterhin waren der stellv. Kreisbrandmeister der ABC-Messzug des Landkreises Lüneburg und die Kommunikationsgruppe der Samtgemeinde vor Ort.

Rauchsäule war über Kilometer hin sichtbar

Die Anwohner wurden aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Messzug führte in regelmäßigen Abständen Messungen an verschiedenen Orten durch. Auch im benachbarten Landkreis Harburg wurden Luftuntersuchungen durchgeführt. Es wurden aber keine erhöhten Schadstoffbelastungen festgestellt - eine Geruchsbelästigung konnte jedoch eindeutig ausgemacht werden, zumal die Rauchsäule über Kilometer hin sichtbar war.

Das Schulzentrum Embsen, einschließlich der Grundschule Embsen, sowie später auch ein in der Nähe der Einsatzstelle befindlicher Betrieb, wurden vorsorglich evakuiert. Davon betroffen waren auch rund 1.000 Schülerinnen und Schüler. Sie wurden vor Ort in Gruppen nach ihren Bestimmungsorten aufgeteilt und mit Bussen nach Hause oder zum Schulzentrum Oedeme gebracht. Dort wurden sie von Mitarbeitern des Schulzentrums betreut.

Durch einen massiven Wasser- und Schaumeinsatz wurde das Feuer bekämpft. Im weiteren Einsatzverlauf wurde ein Löschzug der Gemeindefeuerwehr Gellersen nachalarmiert. Am Donnerstagmittag zeigten sich bereits erste Löscherfolge. Die Ausbreitung des Feuers konnte teilweise eingedämmt werden, die Rauschschwaden wurden weniger und das Brandgut wurde mittels Radladern aus der Halle geholt, um später abgelöscht zu werden. Um die vorhandenen Kräfte, die sich seit dem Morgen im Einsatz befanden, auszulösen, wurden Löschzüge der Samtgemeindefeuerwehr Amelinghausen und später Löschzüge aus der Ostheide alarmiert.

Sachschaden geht in die Millionen

Bei einer Begehung des Schulzentrums am Donnerstagnachmittag wurden keine Rußablagerungen und kein Brandgeruch mehr festgestellt, sodass der Unterricht am Freitag für die meisten Kinder und Jugendlichen wie gewohnt stattfinden konnte. Allerdings mussten die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Hauptschule Embsen sowie der 10. Klassen der Geschwister-Scholl-Realschule Embsen ihre Abschlussarbeiten in Mathematik in der Haupt- und Realschule Oedeme schreiben.

Der Schaden wurde nach derzeitigen Schätzungen von Polizei und Feuerwehr auf einen großen 6-stelligen Bereich beziffert. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass er in die Millionen geht.

Zur Brandursache konnte die Polizei noch keine Aussagen treffen. Eine Selbstentzündung, sowie Brandstiftung oder ein technischer Defekt, können nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Ermittlungen werden vom staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg sowie weiteren Behörden durchgeführt. -aa/ho/-EZ-Redaktion/bk-



Großbrand im Industriegebiet Lüneburg-Süd

Schadstoffbelastung im Blick

Lüneburg. Nach dem Großbrand bei einer Recyclingfirma im Industriegebiet Lüneburg-Süd in der Samtgemeinde Ilmenau, von dem sich gestern (Donnerstag, 24. Mai 2012) eine weithin sichtbare Rauchwolke Richtung Westen bewegte, behalten der Landkreis Lüneburg, das zuständige staatliche Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg und weitere Behörden die Schadstoffbelastung in der Umgebung im Blick.

Bereits am Donnerstag (24. Mai 2012) hatte der Landkreis Lüneburg Kontakt mit einem Expertenteam des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA) aufgenommen, um die Schadstoffbelastung frühzeitig abschätzen zu können. Am Donnerstag und Freitag (heute, 25. Mai 2012) konnte keine besondere Schadstoffbelastung festgestellt werden, die über die übliche Belastung nach einem Brand hinausgeht. Der Brand ist unter Kontrolle und das Feuer grundsätzlich gelöscht. Die Feuerwehr begleitet nun mit Einsatzkräften das Leerfahren der Halle bis Samstagabend. Die Gefahr einer starken Rauchentwicklung besteht nach Angaben der Feuerwehr nicht mehr.

Dennoch beobachtet der Landkreis Lüneburg weiter die Schadstoffbelastung durch Brandrückstände in der Umgebung, etwa im Wasser und im Boden. So untersuchte das Bremer Umweltinstitut am Freitagnachmittag gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreises das Außengelände des Schulzentrums Embsen. Außerdem sind Mitarbeiter des Landkreises und externe Experten bei der Recycling-Firma vor Ort und leiten weitere Untersuchungen ein.

„Wir nehmen die Kritik und die Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger nach diesem erneuten Brand sehr ernst und werden noch mehr als bisher beim Gewerbeaufsichtsamt für weitere verstärkte Sicherheitsmaßnahmen eintreten“, sagt Landrat Manfred Nahrstedt, „es hat sich wieder einmal gezeigt, dass wir in Hansestadt und Landkreis eine sehr leistungsfähige Feuerwehr haben. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Feuerwehrleuten, die rund um die Uhr im Einsatz waren und weiterhin sind.“

Um die Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu beantworten, hatte der Landkreis Lüneburg bis Freitag um 17.00 Uhr ein Bürgertelefon geschaltet, das ab Dienstagvormittag um 7.30 Uhr wieder erreichbar ist. Sollten sich Veränderungen in der Lage ergeben, wird der Landkreis Lüneburg die Öffentlichkeit unverzüglich darüber informieren. Aktuelle Informationen finden Bürgerinnen und Bürger dann auch im Internet unter www.lueneburg.de. -lk/ho-

 

 

 

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