22.02.2012

Garzer wollen kein Gewerbegebiet

Direkt neben dem Klärwerk soll eine Gewerbegebiet entstehen, so die Stadtverwaltung. 81,5% der Garzer sagen Nein.

Direkt neben dem Klärwerk soll eine Gewerbegebiet entstehen, so die Stadtverwaltung. 81,5% der Garzer sagen Nein.

Garze/Bleckede. Wer die letzten Ausgaben der Elbmarsch-Zeitung verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass mehrfach über ein Gewerbegebiet Garze im Umfeld der Kläranlage berichtet wurde. In der ersten Bau-, Verkehrs- und Planungsausschusssitzung am 9. Januar wurde ein Gewerbegebiet Garze mehrheitlich abgelehnt. In der darauf folgenden Sitzung des gleichen Ausschusses in der letzten Woche wurde der Punkt Bebauungsplan Garze Nr. 2, Speckendamm, das ist die Straße, die zu diesem Gebiet führt, kurzfristig wieder von der Tagesordnung entfernt und soll, laut vorliegenden Informationen, im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss behandelt werden.

 

Parallel hat sich in Garze eine Gruppe gebildet, die sich gegen ein entsprechendes Gewerbegebiet ausgesprochen hat. Von den 93 Haushalten konnten 81 von der Gruppe zu dem Thema befragt werden. 66 (81,5%) sprachen sich gegen das Gewerbegebiet aus. 3 Haushalte konnten sich nicht entscheiden und 6 enthielten sich. Lediglich 6 Haushalte (7,4%) sprachen sich für ein Gewerbegebiet aus.

Weder im Bauausschuss noch in einer anderen Art und Weise wurde die geplanten Gewerbe öffentlich gemacht. Warum von der Verwaltung der Stadt Bleckede ein so großes Geheimnis daraus gemacht wird, ist nicht nachvollziehbar. Sicher ist nur, dass bei diesem Verhalten, Misstrauen gesät und verbreitet wird. Gleichwohl ist jedem klar, dass, wenn ein Gewerbegebiet ohne vorgegebenen Gewerbekriterien ausgewiesen wird, Tür und Tor für jede Art von Gewerbe geöffnet ist. Warum wird die Bevölkerung nicht informiert? Warum werden die davon betroffenen Menschen nicht in Entscheidungsprozesse mit eingebunden? Sie müssen schließlich mit diesen Entscheidungen leben. Das i-Tüpfelchen ist wieder der Verwaltungsausschuss, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden soll. Dabei müsste eigentlich jedem klar sein, dass ohne Bevölkerung sowieso nichts geht.–EZ-Redaktion/wh-

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