Bleckeder Blasmusik in Concert
Bleckede. Die Turnhalle mit erstaunlicher Akustik bot Platz für die etwa 35 Bläser und Bläserinnen sowie über 500 musikbegeisterte Gäste. Allerdings musste auch die Empore mit als Gästetribüne herhalten. Fast ein Gefühl wie im ersten Rang eines Konzerthauses.
Statt einer formalen Begrüßung dusselte sich Uwe Vogel mit Posaune und einem riesigen Metallkoffer auf die Bühne. Sein Markenzeichen (für die, die ihn noch nicht kennen) er ist natürlich so komisch, dass man ihm eigentlich ständig Hilfe anbieten möchte. Dass sein Blasinstrument keinen erquicklichen Ton von sich geben wollte, betrübte ihn sehr. Immerhin lüftete er dann das Geheimnis des Koffers: Ein Taktstock!
Nach dieser Aufwärmphase für die Lachmuskeln übernahm Helmut Fischer die launige Moderation durch den Abend und die 700 Jahre umspannende Musikgeschichte. Der Dirigent und Chef der Bleckeder Blasmusik, Dr. Herbert Sevecke, zeigte einen gewissen Stolz, dass es gelungen ist, selbst aus Reppenstedt Bläser zu haben, die regelmäßig den Weg auf sich nehmen um in diesem Orchester zu spielen.
Mit insgesamt 21 Musikstücken bot er eine große Bandbreite für alle Blasmusikbegeisterten.
Blasmusik entsteht hier nicht nur durch Blechbläser und Querflöten, sondern auch durch verschiedene Holzblasinstrumente. Die Mischung aus Ohrwürmern zum Beispiel von James Last, Glenn Miller, Frank Sinatra, Doris Day und unbekannteren Stücken kam bei Publikum sehr gut an, zumal der Dirigent für alle spürbar seine Leitung mit Leidenschaft und großer Freude ausübte. Aufgelockert durch kleine Bewegungen innerhalb des Orchesters, die fröhlich-festliche Garderobe der Mitwirkenden und dem Wechsel zwischen Gesang und stimmgewaltiger Chorbegleitung ging die Turnhallenatmosphäre schnell verloren. Einen von Sevecke selbst gesungenen Schneewalzer hat wohl auch noch niemand vorher gehört. Auf dem Programm standen auch die 4 Alphornbläser unter der Leitung von Susanne Harms und die Darbietung eines Ausschnittes aus „Urbia“ von Florian Fiechtner.
Mit der „Allzweck-Musikerin“ Susanna Klemmer, die, erst 15-jährig, sowohl für die Kraft ihrer Stimme als auch für ihre instrumentale Beteiligung am Orchester mit Beifall bedacht wurde, war auch die kurzfristige Wandlungsfähigkeit sicht- und hörbar.
In ferne Länder entführte das Tango Duo Henning Koop und Frederike Gusi die Gäste zum Ausklang des Abends. Susanne Harms ging zum Schluss auf die eigentlich unauffälligste Rolle des Abends ein: den Moderator Helmut Fischer. Er hat nicht nur mal eben das Programm an diesem Abend verkündet, sondern sich bereits seit Monaten mit dem Orchester verbündet, um auch über die Hintergründe berichten zu können. Bei soviel Schwung und Engagement waren die Zugaben unvermeidlich. Mit Begeisterung der Gäste ist die Reaktion auf das musikalische Ereignis richtig umschrieben. -EZ-Redaktion/ebz-

