„Wo andere rauslaufen, laufen wir rein“

Ortsbrandmeister Manfred Hagemann(l.) bei der Beförderung des stellv. Ortsbrandmeister Henning Berkenbusch zum Oberlöschmeister, zusammen mit Gemeindebrandmeister Karl Heinz Oldenburg (r.)
Neetze. „Es ist sehr viel bewegt worden dieses Jahr“, begann Manfred Hagemann, Ortsbrandmeister und Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Neetze, am vergangenen Samstag seine Begrüßungsansprache zur Jahreshauptversammlung des Vereins.
Dank der Hilfe des Fördervereins, der am 31.12.09 202 fördernde Mitglieder zählte, konnte im Jahr 2009 wieder einiges auf die Beine gestellt und finanziell unterstützt werden. Darunter Veranstaltungen wie das Osterfeuer, der Laternenumzug und der Neetzer Weihnachtsmarkt.
Geplant sei außerdem einen kleinen Teil der Kosten für das neue Löschfahrzeug, das 2010 kommen soll, zu übernehmen und passend dazu einen neuen Stromgenerator anzuschaffen.
Auf Punkt 10 der Tagesordnung standen auch einige Neuwahlen an. So wurde Reiner Findorff zum neuen Kassenprüfer, Carsten Tschentscher wieder zum Kassenwart, Frank Prange erneut zum Schriftführer, Manfred Rathje zum Vertreter der Altersabteilung, Uwe Lüdtke zum Vertreter der Einsatzgruppen und Günter Bärmann zum Vertreter der fördernden Mitglieder gewählt.
Die Versammlung endete mit einer Ehrung der fördernden Mitglieder Wilhelm Alvermann, Leander Großkopf, Dieter Harneit und Heino Suhrke.
Ein runder Geburtstag und die „wuseligen Löschraketen“
Zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Neetze begrüßte Manfred Hagemann alle erschienenen Kameraden, Kameradinnen, fördernden Vereinsmitglieder und Gäste. Der Einladung ins Neetzer Feuerwehrhaus gefolgt waren unter anderem Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer, Pastor Bernhard Borowski (Willibrord-Kirche), der stellvertretende Bürgermeister von Neetze Heinz Ehrlich, Bernd Eschenbach vom Betonwerk Neetze und der ehemalige Ortsbrandmeister der Partnerfeuerwehr Stapel Manfred Niederhoff.
In seiner Eröffnungsrede blickte Hagemann, der mit viel Humor durch die Versammlung führte, auf die Höhepunkte des Jahres 2009 zurück, besonders herausragend: die Gründung der ersten Neetzer Kinderfeuerwehr „Die Löschraketen“.
Gute, aber auch eine schlechte Nachricht hatte Jugendwartin Martina Suuck im Gepäck ihres anschließenden Tätigkeitsberichtes. Mit nur 7 Mitgliedern, 1 Mädchen und 6 Jungen, hat die Jugendfeuerwehr einen traurigen Tiefststand erreicht. Vor 2 Jahren waren es noch doppelt so viele. „Wir sind somit größtenteils nicht einmal mehr wettbewerbsfähig“, so eine sichtlich besorgte Martina Suuck, die nun große Hoffnungen auf die neugegründete Kinderfeuerwehr setzt. Erfreulicher hingegen war die Nachricht der für April 2010 geplanten Jubiläumsfeier anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Neetze. Aus diesem Grund wurden später am Abend auch Richard Bauch, Heinrich Sander, Wilfried Rose, Klaus Dieter Lüdemann und Manfred Hagemann von Gemeindebrandmeister Karl Heinz Oldenburg geehrt. Sie waren mit der Gründung vor 40 Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten.
Ganz am Anfang der ‚Karriereleiter’ steht hingegen noch Nina Wind, die zum ersten Mal den Tätigkeitsbericht der im Jahr 2009 gegründeten Kinderfeuerwehr (EP berichtete) vortrug. Als „Oberste Löschrakete“ betreut sie zurzeit 20 Kinder - 11 Jungen und 9 Mädchen - im Alter von 6 bis 10 Jahren. Gemeinsam hatte man sich bereits kennen gelernt, das Feuerwehrhaus besichtigt und dort schon einmal die Einsatzkleidung mitsamt Helm anprobiert. „Sie sind total begeistert“, berichtete Wind, „aber auch ganz schön wuselig!“
Für ihre wichtige Arbeit „zum Erhalt der Feuerwehr“ wurde ihr von allen Seiten viel Lob und Anerkennung zuteil. Außerdem wurde sie, ebenso wie Ann Christin Holzmann und Karola Tippach, zur Oberfeuerwehrfrau befördert.
Bissige Katzen und eine langanhaltende Freundschaft
Wenig Angenehmes hatte der Spielmannszugführer Klaus Dieter Lüdemann zu berichten. Die Zahl der spielfähigen Mitglieder sei auf 10 geschrumpft, dabei müssten es mindestens 20 sein. „Das ist ein großes Problem, ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll“, so Lüdemann. Trotzdem wolle er nicht aufgeben: „Ihr müsst mal eure Kinder und Enkel ein bisschen anschieben!“, rief er seine Kameraden und Kameradinnen zur Unterstützung auf. „Ein bisschen Musik gehört schließlich dazu.“
„Gut so!“, ermutigte ihn der stellvertretende Neetzer Bürgermeister Heinz Ehrlich, der in seiner Ansprache zuvor bereits seine Sorgen um den Spielmannszug angesprochen und betont hatte, wie wichtig der Nachwuchs allgemein für die Feuerwehr sei, die „immer einsatzbereit und für Neetze da“ wäre.
Von einem Einsatz der ganz besonderen Art im Jahr 2009 konnte der stellvertretende Ortsbrandmeister Henning Berkenbusch berichten. Gerade als man davon sprach, wurde die Feuerwehr zu ihrem allerersten Katzeneinsatz in Neetze gerufen. Zwar saß das junge Kätzchen nicht auf einem Baum fest, aber dafür - nicht weniger spektakulär - mit seinem Kopf in einem Rohr, das in einem Komposthaufen steckte. Mit Hilfe einer Säge und ein paar Handschuhen - denn die Katze war verständlicher Weise nicht sehr gut gelaunt und deswegen ziemlich bissig - konnte man das Tier schließlich lebend retten.
Insgesamt waren die 55 aktiven Kameraden und Kameradinnen der Freiwillige Feuerwehr Neetze im vergangenen Jahr in 16 Einsätzen tätig, davon waren 15 Hilfeleistungen und ein Feuer. „Ein relativ ruhiges Jahr.“, kommentierte Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer in seiner Ansprache und vermutete hinter diesem Umstand die gute Brandvorsorge in der Ostheide. Er sah für die Feuerwehr ein gutes Jahr voraus, das vor allem einen Höhepunkt in der Ankunft des neuen Löschfahrzeuges finden würde, das den Vorgänger nach 32 Jahren Dienst ablösen wird. Meyer nutzte die Gelegenheit außerdem um Oberbrandmeister Ernst Harneit für 60 Jahre bei der Feuerwehr zu ehren und eine Urkunde vom Landesfeuerwehrverband Niedersachsen zu überreichen. Geehrt wurden an dem Abend außerdem Jürgen Engelke für 25 Jahre in der Feuerwehr und für 50 Jahre: Alfred Engelke und Heinz Meyer.
Als neue Mitglieder wurden Hendrik Tschentscher und Ralf Peters in der Feuerwehr aufgenommen. Andre Bauch und Jan Holtmann legten einen Eid ab und wurden von „Feuerwehranwärtern“ zu Feuerwehrmännern ernannt. Ebenfalls befördert wurden: Marco Fahlbusch und Sebastian Markwardt zu Oberfeuerwehrmännern, Britta Sander und Nadine Albrecht zu Hauptfeuerwehrfrauen, Heiko Reimer und Marco Schalwat zu Hauptfeuerwehrmännern und Henning Berkenbusch zum Oberlöschmeister. Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete die Ansprache des ehemaligen Ortsbrandmeisters der Partnerfeuerwehr Stapel Manfred Niederhoff, in dessen Rahmen er Manfred Hagemann feierlich eine kleine „Wandtafel“ überreichte, als Zeichen für die seit 20 Jahren bestehende „kameradschaftliche Verbundenheit“ zwischen den Feuerwehren Neetze und Stapel.
In seinen Abschlussworten betonte Manfred Hagemann noch einmal wie wichtig die Arbeit der Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen sei und welch großes Vertrauen sie deswegen bei den Mitmenschen genießen würden. „Wo andere rauslaufen, laufen wir rein“, so Hagemann, „aber unsere Arbeit steht in keinen Gelben Seiten drin.“
Um 22.95 Uhr wurde die Versammlung dann als offiziell beendet erklärt, auf der deutlich wurde, dass die Neetzer Feuerwehr, trotz einiger Tiefschläge, ihren Humor, die Schlagkräftigkeit und den Spaß an der Arbeit nicht verloren haben. -EP-Redaktion/cb-
