Wechselwarmes Badewasser
Dahlenburg. Trotz des eher mäßigen Wetters kamen fast 30.000 Besucher in das Dahlenburger Freibad, konnte der Vorsitzende des Straßenbau- und Bauausschuss der SG Dahlenburg, Jürgen Schorfheide, berichten. Das Gremium traf sich am Dienstag im Gasthaus Kehrwieder. Dass die Einnahmen dennoch nicht zu sehr eingebrochen sind, ist auch dem ‚Kartenvorverkauf’ zu verdanken. Immerhin sind 90 Prozent der Nutzer Stammgäste. Hin und wieder oder öfter - je nach Wahrnehmung - schien das Wasser etwas frisch. Die Molda liefert das Warmwasser zwar kostenlos, konnte die Temperatur aber offenbar nicht über den ganzen Zeitraum konstant halten. Ein beheiztes Becken würde sicher die Besucherzahlen erhöhen, allerdings wären auch die Kosten immens.
Leider ist Petrus nicht an die Haushaltspläne gebunden und nimmt auch keine Rücksicht auf klamme Kassen. Die Kosten für den Winterdienst (44 Einsätze) sind 2009 geradezu explodiert. Veranschlagt waren 15.000 Euro, geworden sind es 44.858 Euro (2008 waren es 20.287 Euro). Der Zustand vieler Straßen im Zuständigkeitsbereich der Samtgemeinde ist auch ohne Frost bedenklich. Tiefe Risse und Löcher zeichnen sie, Prioritäten müssen gesetzt werden.
Bauamtsleiter Michael Glüh erläuterte das Verfahren der ‚Riss-Sanierung’: Furchen auffräsen, mit Flüssigbitumen verschließen und mit Split abstreuen. Dabei entstehen aktuell nicht so hohe Kosten wie bei einer ‚richtigen’ Sanierung, das Ganze hält aber auch nur drei bis vier Jahre - dann fallen wieder Kosten für die Nachbearbeitung an. Eine Vollsanierung ist erheblich teurer, hält aber auch wesentlich länger.
So schlägt die Sanierung der Straße vom Bahnhof Dahlenburg nach Vindorf und Ahndorf (1. Abschnitt) mit rund 1.200.000 Euro zu Buche, wovon 300.000 Euro in den Haushaltsplan 2010 empfohlen werden. Fördermittel sind dafür nicht zu erwarten. Für die Sanierung des Freibades sind 108.000 Euro vorgesehen, Schützenhaus und die Zufahrt zur Molda im Gewerbegebiet sollen etwa auf 450.000 Euro kosten. Hierfür gibt es jedoch 250.000 Euro Einnahmen aus dem Strukturfond zurück. Dagegen nimmt sich die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen für den Bauhof fast wie ein Taschengeld aus. Michael Glüh ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Alle Jahre wieder bleibt ihm nur, auf der Kostenbremse stehen.
Verwaltungs- und Vermögenshaushalt wurden - unter Finanzierungsvorbehalt - einstimmig empfohlen. Für die bereits beschlossene Kinderkrippe werden verschieden Varianten ausgeschrieben. Umgesetzt werden soll dann die Variante, die Preis und Zweckmäßigkeit am besten verbindet. Eine gewisse Sympathie für die Ausführung in Holzbauweise lässt sich nicht verhehlen, aber die Kosten für Bau und Unterhaltung werden den Ausschlag geben. -EP-Redaktion/ez-

