18.01.2012

Was wird aus dem Schützenverein Barskamp?

Alle neu gewählten und geehrten Mitglieder

Alle neu gewählten und geehrten Mitglieder

Barskamp. Die Jahreshauptversammlung des Schützenvereins Barskamp fand im Vereinslokal „Am Buursood“ (Dolges Gasthaus) statt. Es sollte eine Versammlung mit Überraschungen werden. Präsident Andree Berger konnte 33 Schützendamen/Schützen im Vorraum des Schießstandes begrüßen. Das Protokoll war jedem mit der Einladung zugeschickt worden und wurde deshalb nicht noch einmal verlesen, sondern nur einstimmig genehmigt.

Der folgende Bericht des Präsidenten war nicht nur ein schöne Rede, sondern auch herbe Kritik. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr sagte er: „Zum Schützenfest hatten wir wenig Schausteller, es waren weniger Schützen beim Schützenfest und es gab auch zu wenig Gäste.“ Genau so ging es auch weiter. Die Beteiligung bei den anderen befreundeten Schützenfesten war auch nicht gut. Vielleicht lag es daran, dass es keinen König oder keine Königin gab. „Der Kreiskönigsball wurde von uns besucht, wir wurden dort aber nicht begrüßt wie die anderen Vereine. Ich war mit meiner Frau dort und es waren auch noch Jugendliche mit da. Deshalb ist für mich fraglich, warum wir die Ehrenscheibe gespendet haben.“

Aber es gibt auch ein wenig Gutes zu berichten. Der Notausgang ist fertiggestellt und es wurde ein neuer Waffenschrank nach Anweisung des Ordnungsamtes gekauft. Das Anwesen Dolges Gasthaus ist verkauft und es geht darum den Schützenverein mit eigenem Schießstand zu erhalten. „Wie es weiter geht, weiß ich nicht“, so Andree Berger. „Der enge Vorstand hatte, ohne mich zu informieren, sich mit dem neuen Besitzer des Gasthauses zusammengesetzt, um über den weiteren Werdegang zu sprechen. In diesem Jahr ist der Schützenplatz wieder voll gestellt mit Schaustellern, diese haben das zugesagt.“

Der Vorstand hatte auch getagt und hat einige Entscheidungen gefällt, über die man in einer außerordentlichen Versammlung noch reden muss. In diesem Jahr sollen der Gästetag und der Königsball am gleichen Tag stattfinden. Es soll auch wieder ein Königsfrühstück mit den Gastvereinen in der Labuhn Halle geben. Dieses wird dann auch gleichzeitig der Kommers sein. Danach gibt es dann den Ummarsch zur Proklamation. Die Bewirtung wird eventuell das Landgasthaus Karze übernehmen, Gespräche werden schon geführt. Weiterhin hat der Vorstand beschlossen, nicht mehr zu den Schützenfesten nach Nahrendorf und Bavendorf zu fahren. Als der Präsident dieses sagte, schlugen die Wogen hoch. Berger: „Wer will, kann ja privat hinfahren.“ Ingrid Dräsecke meldete sich zu Wort: „Das könnt ihr nicht machen, wir fahren immer gerne nach Nahrendorf und Bavendorf. Wenn man was einsparen will, dann sollten wir zu erst nicht mehr nach Neuhaus fahren.“ Dieser Meinung waren auch noch andere Vereinsmitglieder. Nun meldete sich der Ehrenpräsident Peter Martens zu Wort: „Ich gehe schon 25 Jahre nach Nahrendorf und Bavendorf zu den Schützenfesten und ihr glaubt doch wohl nicht, dass ich privat dort hinfahre, wie sieht das denn aus? Ich bin dafür, dass wir weiterhin zu den Vereinen fahren, denn wenn wir dort nicht hinfahren, dann kommen sie auch nicht zu uns.“ Es wurde hitzig diskutiert, ob und wie es richtig ist, was man machen sollte, bis man sich schließlich einig war. Da dieses sowieso ein Vorschlag vom Vorstand war, der von der Versammlung abgestimmt werden muss, bleibt es so, wie es ist und man besucht weiterhin die Schützenfeste der befreundeten Vereine.

Zum Schluss seines Berichtes sagte der Präsident, dass jeder auch daran denken solle, dass die Vorstandsarbeit eine ehrenamtliche Tätigkeit ist, bei der jedermann miteinander arbeiten und auch gegenseitigen Respekt haben sollte. Auch sollte endlich aufhören, dass immer hinterrücks über den Vorstand schlecht geredet wird. Als Vorstand hat man keinen Zwang überall mit hingehen zu müssen.

Nun übergab der Präsident das Wort an die Vizepräsidentin Viola Ureidat, sie sollte darüber berichten, was der Vorstand mit dem neuen Besitzer besprochen hat. Das tat sie dann auch.

Der Schießstand steht weiterhin dem Schützenverein zur Verfügung, der Saal kann erst einmal weiter mit benutzt werden. Es müssen aber vom Schützenverein ein neuer Eingang zum Schießstand und neue Toiletten gebaut werden. Auch eine neue Heizung müsste gebaut werden, denn die jetzige Heizung wird abgeklemmt.

Betrübt nahmen einige Schützen diese Aussagen auf. Wie soll der Verein das schaffen?

Es folgte der Bericht des Kassenwartes. Das letzte Schützenfest habe ein Minus erbrachte. Der Kassenwart legte der Versammlung die Ein- und Ausgaben vor und jeder konnte sehen, dass es fast kein Guthaben mehr gab. Hier wurde dann der Kassenwart gefragt, ob es Außenstände geben würde? Dieser bejahte es. 10 Vereinsmitglieder haben ihren Beitrag nicht bezahlt, trotz Anmahnung. Hier ist ein Betrag von ca. 600 Euro offen. Es wurde auch darüber offen gesprochen, diese Leute aus dem Verein zu entlassen, da einige schon drei Jahre keinen Beitrag bezahlt hatten. Der Verein hat aber immer laufende Kosten für diese Mitglieder, denn er bezahlt die Verbandsbeiträge ja weiter. Der Verein besteht zurzeit aus 102 Mitgliedern. Auf Antrag wurde dann dem Vorstand und dem Kassenwart Entlastung erteilt.

Gunda Ellwanger, Sportleiterin und Damenleiterin konnte in ihrem Bericht von den vielen Erfolgen bei der Kreismeisterschaft berichten. Letztes Jahr war man ja nicht zur Bezirksmeisterschaft gefahren, dieses Jahr fährt man aber wieder hin. Die internen Schießen und das Preisschießen auf dem Schützenfest waren ein Erfolg. Nur das Nikolausschießen war nicht so gut. Auch das Kinderschützenfest war mit 70 Kindern gut besucht. Jedes Kind hat einen Preis bekommen.

Nun kam man zu dem Tagesordnungspunkt Wahlen. Hier übergab der Präsident, da er zur Wahl stand seiner Vizepräsidentin das Wort, damit diese die Wahl durchführen konnte.

Als Erstes stand der Präsident zur Wahl. Es folgte nun der erste Paukenschlag, denn Andree Berger teilte der Versammlung mit, dass er sich nicht mehr zur Wahl stellt. Es wurde nach Vorschlägen gefragt und es wurde dann Gunda Ellwanger vorgeschlagen. Es erfolgte dann aber noch ein weiterer Vorschlag nämlich Peter Martens. Gunda Ellwanger bot gleich an, dass sie zurücktreten würde, wenn Peter Martens das Amt des Präsidenten übernehmen würde.

Aus der Versammlung heraus kam die Anmerkung, dass es schlecht wäre, wenn Gunda gewählt werden würde, da sie schon so viele Ämter inne hätte. Darauf antwortete sie, dass in diesem Falle es dann natürlich klar wäre, das sie Ämter abgeben würde. Sie betonte aber noch einmal, dass sie nicht zur Wahl stehen würde, wenn Peter Martens es machen würde.

Ehrenpräsident Peter Martens ließ sich dann von den Mitgliedern überreden, das Amt des Präsidenten zu übernehmen. Er übernimmt das Amt des Präsidenten aber nur protokollarisch für ein Jahr, denn er möchte lieber Ehrenpräsident bleiben. Er übernimmt nur, weil der Verein ja alles mit dem neuen Besitzer des Gasthauses regeln muss und auch wegen der eventuell anfallenden Umbaumaßnahmen, weil er da mehr Erfahrungen hat als Gunda Ellwanger.

Weiterhin sollte dann der 1. Fahnenoffizier gewählt werden, doch dieser Posten bleibt unbesetzt. Als Damenleiterin wurde dann Gunda Ellwanger wiedergewählt. Festausschussvorsitzender wurde Gerd Buchmeier, stellvertretender Festausschussvorsitzender wurde Heinz Rudloff, stellvertretende Damenleiterin wurde Ines Martens und Kommandeur wurde Rainer Gotthold. Nach den anstrengenden Wahlen wurde erst einmal eine Pause gemacht, bevor es mit den Ehrungen und Beförderungen weiter ging.

Befördert wurden: Andreas Mätz zum Obergefreiten, Walter Hoffmann zum Feldwebel, Franz Soetbeer, Volker Labuhn und Manfred Findorf zum Oberfeldwebel, Oberstabsfeldwebel wurde Horst Wenck. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Hermann Aschenbrenner, Manfred Wenck und Hans Joachim Fabel.

Unter dem Punkt Anfragen und Verschiedenes fragte Ingrid Dräsecke nach, ob der Vereinsbeitrag nun erhöht wird, da es ja bei der außerordentlichen Versammlung so besprochen war. Darauf antwortete Peter Martens, dass der Beschluss von der außerordentlichen Versammlung erst einmal ruhen solle, weil ja noch nicht bekannt ist, wie es weiter geht. Es muss erst einmal alles neu überdacht werden. -EZ-Redaktion/bk-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue