Von der Wümme an die Elbe

Ein „Elbsegler“, ein Geschenk seiner Lüneburg Amtskollegin Christine Schmid, steht Christian Cordes gut.
Bleckede. Großer Bahnhof für den neuen „Super“: Mit einem fröhlichen Festgottesdienst wurde am letzen Sonntag Christian Cordes als neuer Superintendent des Kirchenkreises Bleckede und als Pastor des Pfarramtes I der St. Jacobi-Kirchengemeinde in seine neuen Ämter eingeführt. Begleitet von der festlichen Musik von gleich drei Posaunenchören - aus Bleckede, Thomasburg und Scharnebeck - zogen Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen und Christian Cordes in die St. Jacobi-Kirche ein, angeführt von dem Kirchenvorstand, Mitgliedern des Kirchenkreisvorstands und der Pastoren des Kirchenkreises. In der Kirche waren fast alle Plätze besetzt, als Pastor Jens Peter Müller die Gottesdienstbesucher, darunter auch zahlreiche Ehrengäste aus Kirche, Politik und dem öffentlichen Leben begrüßte. „Herzlich willkommen! Es ist eine große Freude, dass Sie nun endlich unter uns sind und die lange Vakanz ein Ende hat“, so Pastor Müller zu Christian Cordes. Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen, der seit kurzem auch Bischofsvikar ist und damit die Aufgaben der zurückgetretenen Landesbischöfin kommissarisch übernommen hat, verlas Cordes Ernennungsurkunde zum Superintendenten. Die Urkunde wurde bereits am 16. Februar 2010 von Dr. Margot Käßmann unterschrieben, eine Woche bevor sie von ihrem Amt zurückgetreten war.
„Es ist wie nach Hause zu kommen“
Von der Wümme an die Elbe: Damit brachte Jantzen den Werdegang von Christian Cordes geografisch auf den Punkt, „die Flüsse haben es Ihnen angetan“. Den Fluss benutzte Jantzen auch als Bild für das ständig sich Verändernde im Leben der Menschen. „Wenn man in einen Fluss steigt, ist es niemals dasselbe Wasser, das an uns vorüber fließt. „Panta rhei - alles ist im Fluss“, so Jantzen. Das gelte in besonderem Maße für den neuen Superintendenten und seine vielen neuen Aufgaben als Superintendent und Pastor in einer neuen Kirchengemeinde, und es gelte auch für den Kirchenkreis, der zurzeit großen Veränderungen unterworfen sei, nicht zuletzt wegen der Fusion mit dem Kirchenkreis Lüneburg. Und das Tempo der Veränderungen nehme immer mehr zu. Da sei es ganz wichtig, den Blick immer nach vorn zu richten, wie es auch der Wochenspruch für diese Woche ausdrückt: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“. Das ist ein gutes Bild für die die vielfältige Gemeindearbeit, damit man sein Ziel nicht aus den Augen verliert. „Sie haben zu mir gesagt: „Es ist wie nach Hause zu kommen“. Es ist gut, dass Sie von diesem Grundgefühl getragen werden“, sagte Jantzen zu Cordes. Der Landessuperintendent nahm Cordes dann den Eid für sein neues Amt ab und gab ihm zusammen mit Pastorin Dr. Sabine Marnow, Klaus Stemmer (Kirche im Tourismus), Michaela Wilk (Kirchenvorsteherin der Gemeinde Betzendorf) und Jürgen Kasch, einem Freund von Christian Cordes, den Segen.
„Lebt als Kinder des Lichts“
„Oculi“ - das ist ein guter Tag, um hier eingeführt zu werden“, sagte Christian Cordes. „Oculi - das will uns sagen, dass wir als Christen mutig nach vorn schauen können.“ Seine Predigt hatte den Epheserbrief 5 zur Grundlage. Darin werde ein ganzer Lasterkatalog angeführt: Finger weg von Unzucht, Habgier, leerem Geschwätz und Possenreißerei. Manch einer, der dem zu sehr nacheifert und sich vor den falschen Karren spannen lasse, werde aber blind für die Wahrheit und für das, was wirklich wichtig ist. Die andere, frohe Botschaft in dem Epheser-Brief lautet: „Lebt als Kinder des Lichts, die Frucht des Lichts ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit“. Das sei das Wichtigste für das Leben eines Christen. Eifert also der Liebe Gottes nach, so Pastor Cordes, „ihr seid Gottes geliebte Kinder. Übt euch darin, als Kinder des Lichts zu leben. Was ist also dran für mich als neuer Superintendent?“ Natürlich müsse er seine Hausaufgaben machen, Sparpläne umsetzen, ein guter Haushalter für die knappes Ressourcen sein, Kirche von morgen gestalten, aber vor allem wolle er Licht sein, für die Trauernden, für Menschen, die ihren Partner verlieren oder ihren Arbeitsplatz, auch wolle er Orientierung geben für junge Menschen. Nicht die Strukturen, Sitten und Gebräuche sind das Wichtigste, sondern, dass wir im Licht Gottes bleiben“, so Cordes. „Das übt sich besonders gut im Alltag. Also Licht an!“ Der Gottesdienst wurde außerdem der musikalisch umrahmt von den Chören der St. Jacobi Kirchengemeinde und des Kirchenkreises unter der Leitung von Jan-Peter Heine, die ein fünfstimmige Motette aus Bachs „Magnificat“ anstimmten und von Jutta Borowski, Solo-Oboe, die zusammen mit Heine an der Orgel eine Arie von Händel vorbereitet hatte.
Beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal gratulierten dem neunen Superintendenten unter anderem die Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes Sandrock, Bürgermeister Jens Böther, Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid, Siegwart Bode für den Kirchenvorstand der St. Jacobi-Kirchengemeinde, Bernhard Borowski für die Kirchenkreiskonferenz und der Vorsitzende des Kirchenkreistages Henning Wedemeyer sowie aus der katholischen Kirchengemeinde Pfarrer Peter Klemm. Auch der ehemalige Superintendent Hans-Jürgen Wiesenfeld begrüßte den neuen Superintendenten. Dr. Wolf Dietrich Berner schickte Grüße per Post. -EP-Redaktion/swr-
