26.01.2010

Südamerikanisches Tempo in Bleckede

Bleckede. Eigentlich sah es aus wie ganz normales Fußball spielen, was die Jugendlichen vor gut einer Woche in der neuen Bleckeder Turnhalle zeigten. Nur dass der Ball so eigentümlich beharrlich am Boden blieb, zu kaum einem Hüpfer mehr fähig zu sein schien. Und schnell ging das Ganze. Ohne Verzögerung wurde der Ball nach Seitenaus wieder ins Spiel gebracht, jedes Rempeln wurde konsequent gepfiffen, Spieler auswechseln ging fliegend im laufendem Spiel vonstatten – südamerikanisches Tempo kam auf: Futsal. Fußball mit kleinen Regeländerungen, die die Spieler zu Tempo zwingen und ein Ball, der zwar genauso groß und schwer ist wie ein ‚normaler’ Fußball, aber Dank eines schaumstoffartigen Innenlebens kaum springt: Das ist Futsal.

Geboren wurde diese Art des Fußballs in Südamerika. Mittlerweile gibt es bereits Weltmeisterschaften nach diesen Regeln. Auch in Stadt und Landkreis Lüneburg ist Futsal mittlerweile angekommen. „Zu Recht“, wie Klaus Arndt, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses beim Niedersächsischen Fußballverband Lüneburg meint.

Mit Blick auf die 15-jährigen Spieler, die mit dem Futsal-Ball vorüber laufen, schwärmt er von den Vorteilen dieses Sportes. Zur Zeit laufen die zweiten Futsal-Wettkämpfe für die A- und B-Jugend, erstmals sind jetzt auch die Teams der 14- und 15-Jährigen (U14 und U15) dabei. An die 80 Mannschaften sind im Einsatz. Für die Spieler scheint der Wechsel kein Problem zu sein. „Der Ball springt halt nicht so viel und Langpässe gehen nicht so gut. Ansonsten ist’s ganz normal“, meint einer der Auswechselspieler der Mannschaft aus Gellersen. Für den erwachsenen Zuschauer und offensichtlichen Fußballfan nebenan ist Futsal eindeutig die Fußballform der Zukunft: „Das Spiel ist einfach schneller. Man muss kurze Pässe spielen, mehr miteinander arbeiten, für Verzögerungen ist keine Zeit und auch nicht fürs Rummosern“. Wer mehr tricksen kann und die Technik gut drauf hat, profitiert mehr als derjenige, der es gewohnt ist, den Köper mit Kraft und Gewicht einzusetzen. Ziel beim Futsal sei nicht nur ein schnelles, sondern auch ein möglichst körperloses Spiel, erklärt Klaus Arndt vom Fußballverband. Und wo der Ball unten bleibt, bleibt auch der Fuß mehr am Boden und die Verletzungsgefahr sinkt. In Zukunft wird in der Region auch der jüngere Fußballnachwuchs bei Hallenwettkämpfen den Ball wechseln. Probebälle sind bei den Vereinen schon angekommen. Die einzigen, die bisher ‚nicht so recht anbeißen wollen’, seien - so Klaus Arndt - die älteren Spieler. Bei den 1. Herren gibt es noch kein Futsal. Mal sehen, wie lange noch. –EP-Redaktion/lh-

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