29.04.2010

Still in Bewegung zu Celloklängen von Bach bis Poppe

Tosterglope. Mit der Ausstellungseröffnung ‚Still in Bewegung’ (Anna Werkmeister) und einem Cellokonzert von Friedrich Gauwerky startet der Kunstraum Tosterglope am morgigen Freitag in seine Veranstaltungssaison.

Anna Werkmeister, 1949 in Dingelstädt/Eichsfeld (Thüringen) geboren, studierte Kunstgeschichte, Realistisches Gestalten und Germanistik in Erfurt, seit 1982 lebt sie in Berlin. Sie wurde mit zahlreichen Stipendien in ganz Europa, Förderungen, dem 1. Preis des Kunst am Bau Wettbewerbes für die Deutsche Botschaft in Tokio und dem 10. Marler Video-Kunst-Preis bedacht. Unter anderem präsentierte sie beim Filmfest München - Video Art & Experimentalfilm und ging von 2002-2007 auf Tournee in Goethe-Instituten. Anna Werkmeister bestritt zahlreiche Ausstellungen von Baar in der Schweiz bis Berlin, von Hooksiel an der Nordsee bis Saragossa am spanischen Mittelmeer, von Frankfurt am Main bis Tosterglope. In ihren Installationen analysiert Anna Werkmeister Bewegung und setzt sie in soziale Beziehung. Ihre Farbdrucke (Videostills) besitzen gegenüber den Videoarbeiten einen eigenständigen Charakter. Sie entwickeln malerische Aspekte oder vereinen diese mit fotografischen Elementen zur schillernden Dynamik gefrorenen Lichts.

Friedrich Gauwerky wurde in Hamburg geboren, debütierte im Alter von zwölf Jahren, mit siebzehn erhielt er den Preis des Philharmonischen Orchesters Hamburg. Er besuchte die Celloklasse von Siegfried Palm, dessen Assistent er später wurde, und unterrichtete ab 1978 an der Musikhochschule Köln, daneben regelmäßig bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Weltweite Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker sowie als Solist mit Sinfonieorchestern, Rundfunk- und Fernsehproduktionen LP- und CD-Produktionen sowie Lehrtätigkeit an verschiedenen Musikhochschulen wie der Royal Academy of Music London folgten. Gauwerky ist keiner Schule oder Bewegung zuzurechnen. Er möchte keinesfalls nur in die Schublade ‚New Complexity’ gesteckt werden, obgleich er ein meisterhafter Interpret von Werken dieser Richtung ist. Sein umfangreiches Repertoire umfasst neue und der neueste Musik, aber Barock, Klassik und Romantik. „Schon sehr früh hatte ich ein gewisses Unbehagen an der Aufspaltung des Konzertbetriebes in Konzerte mit Werken des klassischromantischen Repertoires auf der einen Seite sowie den Konzertreihen mit Werken Neuer Musik - oft vor einem Spezialisten-Publikum - auf der anderen Seite. Eine derartige Aufspaltung des Musiklebens erscheint mir ungünstig für eigentlich alle Beteiligten“, sagt Gauwerky, und beweist das am Freitag im Kunstraum. Auf seinem Programm stehen von Johann Sebastian Bach die Solosuite Nr. 1 für Violoncello in G-Dur, BWV 1007, von Ernst Krenek die Suite für Violoncello solo op. 84, von Bernd Alois Zimmermann die Sonate für Cello solo und von Enno Poppe das ‘Herz für Violoncello’. Auf Wiederhören: Enno Poppe war übrigens mit dem ensemble mosaik im September 2006 selbst im Kunstraum Tosterglope zu hören. - Der Eintritt kostet 12 (erm. 10) Euro, es ist genügend Zeit eine Stärkung zu sich zu nehmen. -jk/sn-

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