28.09.2010

Stadtrat segnet neuen Stellplatz für Wohnmobile ab

Bis zu zwanzig Wohnmobile sollen künftig auf einem Wohnmobilstellplatz zentrumsnah in der „Kleinen Marsch“ Platz finden.

Bis zu zwanzig Wohnmobile sollen künftig auf einem Wohnmobilstellplatz zentrumsnah in der „Kleinen Marsch“ Platz finden.

Bleckede. Seit Monaten war es ein heiß diskutiertes Thema in den Ausschüssen und im Rat: die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes im Stadtzentrum. Zuletzt hat sich der Verwaltungsausschuss auf den Standort in der „Kleinen Marsch“ festgelegt. Für die Umnutzung der Fläche, die aktuell als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Bedarfsparkplatz“ ausgewiesen ist, ist eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 21 Schützenplatz/Kleine Marsch notwendig geworden. Nach einer erneut kontroversen Aussprache beschloss der Rat in seiner Sitzung am letzten Donnerstag gegen die Stimmen der Fraktionen SPD/Bündnis 90/Die Grünen, UWB und Wählergemeinschaft Bleckede die 1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 21 und machte damit den Weg frei für den Wohnmobilstellplatz, der von dem ADAC Campingplatz Alt Garge bewirtschaftet werden soll. Über die Anmietung der Fläche wird ein Pachtvertrag mit der Realgemeinde für die Dauer von zwanzig Jahren abgeschlossen. Zunächst erläuterte Bauamtsleiter Wilfried Schuldt den Ratsmitgliedern noch einmal, wie es zu der Festlegung auf den Standort im Bereich Schützenplatz/Kleine Marsch gekommen war. Alle alternativ untersuchten Standorte hätten entweder im Überschwemmungsgebiet oder im FFH-Gebiet gelegen oder seien aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht genehmigungsfähig gewesen.

Auf Seiten der CDU/FDP Fraktion gab es weiterhin nur positive Argumente für den Stellplatz in der Kleinen Marsch: „Wir kommen hiermit unserem Ziel, das touristische Angebot in Bleckede zu erweitern, weiter nach. Der Standort in der Nähe des Zentrums ist gut gewählt, Alternativen standen nicht zur Verfügung“, befand Wilhelm Kastens (CDU). Hingegen hagelte es von den anderen Fraktionen noch einmal heftig Kritik: „Warum gibt es keinen Bestandsschutz für den Bebauungsplan von 1997?“, fragte Manfred Fischer (SPD). Es müsse mehr Planungssicherheit für die Bürger geben. Fischer fürchtete ferner einen Werteverlust der angrenzenden Grundstücke und einen erheblichen Eingriff in das Ortsbild. Das ästethische Empfinden der Spaziergänger auf dem Deich werde künftig durch den Blick auf die „Karawanserei“ leiden, befürchtet er. Zudem habe es eine Alternative gegeben: Der Bootshafen wäre ein möglicher Standort gewesen, da man ja keine baulichen Anlagen errichten müsse, argumentierte Fischer. „Ich werde weiterhin nicht zustimmen, so Klaus-Jürgen Steinhoff (Bündnis 90/Die Grünen), auch der Umwelt- und Raumauschuss hatte das Projekt abgelehnt. Er befürchtet eine zunehmende Verkehrsbelastung und die Zerstörung der Grünflächen. „Der Camper will ans Wasser und nicht gegen den Deich schauen“, so Uwe Ahrens (WB), „hier wird wieder Geld ausgegeben für nichts“.

 

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Beschluss über den Ausbau des Wirtschaftsweges „Mühlenweg“ in Garlstorf. Kurzfristig hatte die Stadt im Juli dieses Jahres vom Amt für Landentwicklung die Zusage über schon im Januar 2009 beantragte Fördermittel erhalten. Der Wirtschaftsweg wird auf einer Gesamtlänge von 1 Kilometer ausgebaut, beginnend an der Ortsrandlage Garlstorf in Richtung Kreisstraße K1. Die Gesamtbaukosten betragen 178.745 Euro Der Eigenanteil der Stadt Bleckede beträgt 66.095 Euro. Trotz einer ebenfalls kontroversen Aussprache wurde die Baumaßnahme einstimmig beschlossen: „Nach Barskamp und Karze/Rosenthal ist dies der dritte Ausbau eines Wirtschaftsweges, den wir in diesem Jahr auf den Weg bringen“, freute sich Herbert Beusch (CDU). Helmut Müller f(UWB) forderte, dass die Anlieger Erschließungsbeiträge bezahlen sollten. Das ist nicht möglich, erwiderte Wilfried Schuldt, da es sich hier nicht um einen Verbindungsweg handelt.

 

Der Rat beschloss ferner die Änderung des Gesellschaftsvertrages mit dem Elbschloss Bleckede GmbH, die die Aufgabenfelder der Elbschloss GmbH - die künftig „Biosphaerium Elbtalaue GmbH“ heißt, genauer definiert wird und der Geschäftszweck, die Zusammensetzung und die Funktion des Beirates festgelegt wird. Mit sechs Enthaltungen (UWB und WB) wurde die Änderung des Gesellschaftsvertrages beschlossen. -EP-Redaktion/swr-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue