23.02.2010

Silber nach unten und die Füße voran

Die geringsten Probleme mit der Kälte schienen die Rettungshunde zu haben. Nach der Übung setzten sich Feuerwehr und Rettungshundestaffel zur Manöverkritik zusammen.

Die geringsten Probleme mit der Kälte schienen die Rettungshunde zu haben. Nach der Übung setzten sich Feuerwehr und Rettungshundestaffel zur Manöverkritik zusammen.

Dahlenburg. „Brauchst dich nicht warm anzuziehen, heute bleiben wir mal drinnen“, hieß es am Mittwochabend vor der Besprechung. So kann man sich täuschen. 19.30 Uhr: Alarm für die Gruppe 2 der Freiwilligen Feuerwehr Dahlenburg und die BRH Rettungshundestaffel 44 SAR Marienau. Wieder ein Gebäude eingestürzt, hieß es, diesmal bei der Firma Post in Dahlenburg. Menschen würden vermisst, waren vielleicht unter Schnee oder Trümmern begraben oder verletzt unter Schock irgendwo in die Umgebung geflohen und zusammengebrochen. Ein durchaus aktuelles Übungsszenario hatte Lennart Sicha aufgebaut, bei Minusgraden und extremem Glatteis musste das Gelände nach ‚unsichtbaren Verletzten’ abgesucht werden. Ein Fall für kaltschnäuzige Schnüffler.

Schon wenige Minuten nach der Feuerwehr traf die Rettungshundestaffel mit Notarzt, Sanitätern und ihren, teils für Trümmer - teils für Geländesuche ausgebildeten Vierbeinern ein. Gruppenführer Thorsten Polotzek der FF Dahlenburg und Zugführerin der Rettungshundestaffel Heike Herbrich sprachen die zu treffenden Maßnahmen ab, ein erwartungsvolles Kläffen aus den Boxen durchbrach ab und an die gespannte Ruhe. Schnell wurde die Verletztensammelstelle eingerichtet und schon wenige Minuten nach Beginn der Suche zeigte Rettungshund Oliver die Lage einer Person an.

 

Gut zugedeckelt

Etwas abseits hatte eine sehr schwere Baggerschaufel, die die Dahlenburger Feuerwehrleute anheben musste, ein ‚Opfer’ eingeschlossen. Fast gleichzeitig hatte Stanley eine weitere Person gefunden, die in einem meterhohen Schneeberg verborgen war und ausgegraben werden musste. Die ‚Verletzten’ wurden von Feuerwehrleuten, den Sanitätern sowie dem Notarzt der Rettungshundestaffel versorgt. Schon zeigten die Hunde Anna und Benno weitere Vermisste an. „Mir sind die Füße eingeschlafen“, schonend musste die Feuerwehr den Verletzten aus dem abgedeckten Kanalschacht bergen. „Silber nach unten und mit den Füßen voran“, ordnete der Notarzt an, korrekt abgedeckt und bei Bewusstsein soll der Patient sehen können, wo es lang geht.

Parallel gruben die Rettungskräfte die vierte und letzte Vermisste aus dem Schnee. Kathrin Bologna war schon sehr durchgefroren. „Nur warmes Wasser“, wünschte sie sich an der Verletztensammelstelle, obwohl auch Tee oder Kaffee im Angebot gewesen waren. Das Getränk und die Gasgebläseheizung der Rettungshundestaffel sowie die liebevolle Behandlung der Einsatzkräfte wärmten sie langsam wieder auf. Nicht einmal eine halbe Stunde lag zwischen dem Eintreffen der Hunde bei Post bis zu diesem Schluck Wasser. Doch auch die Zeit scheint bei eisigen Temperaturen einzufrieren, jedenfalls für die ‚Verletzten’, die unbeweglich ja schon etwas länger in ihren Verstecken ausgehalten hatten.

Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Vermisste gerade bei winterlichen Bedingungen schnell gefunden werden. Kathrin, Cordula und Gino Bologna sowie Drigo Herbrich gaben die Verletzten, die eine Menge Vertrauen in die Rettungskräfte und die Fähigkeiten der vierbeinigen Spürnasen bewiesen haben. –EP-Redaktion/sn/hs-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue