„Seedorf hat Wort gehalten“

Gemeindebrandmeister Möller (l.) beförderte Bernd Staacke (r.) zum Oberlöschmeister. Ortsbrandmeister Rainer Nordbrink stieg zum Hauptlöschmeister auf
Lemgrabe. Die FF Seedorf hat ein besonders arbeitsames Jahr hinter sich. Der Feuerwehrdienst der Kameradinnen und Kameraden summiert sich auf insgesamt über 2.000 Stunden, fasste Ortsbrandmeister Rainer Nordbrink im Gasthaus Böwe auf der Generalversammlung in der letzten Woche zusammen. Die drei Schwerpunkte der Arbeit waren das 75-jährige Jubiläum der Ortswehr, der Bau des neuen Gerätehauses in Ahndorf und der Aufbau einer Wettkampfgruppe. Besondere Höhepunkte der Jubiläumsfeier waren der Fünfkampf und die große Party in Schoops Scheune mit der Liveband „Eternity“. Nordbrink dankte den Kameraden und Förderern für ihren Einsatz und die vielfältige Unterstützung. Der aktuelle Mitgliederstand der Wehr beträgt 31 Aktive, 6 Kameraden in der Altersabteilung, 8 in der Jugendfeuerwehr sowie ein Mitglied in der Floriangruppe.
„Es war ein ruhiges Jahr“, zog Gruppenführer Thomas Drexler Bilanz. Einsätze gab es theoretisch zwei und praktisch einen. Bei dem Brand in der Molda im August hat man schlicht vergessen, die Seedorfer zu alarmieren. Woran es gelegen hat, konnte auch Gemeindebrandmeister Ottmar Möller bis heute nicht endgültig klären. Inzwischen habe er angeordnet, dass sowohl Seedorf als auch Boitze zu jedem Einsatz alarmiert werden. Möller beförderte Bernd Staacke zum Oberlöschmeister und ehrte ihn für bereits 25 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr. Auch der Ortsbrandmeister wurde befördert und trägt nun den Dienstgrad Hauptlöschmeister.
Dagmar Nordbrink berichtete von den Aktivitäten der Jugendfeuerwehr und der Floriangruppe. Die Jugendlichen haben auf der 75-Jahr-Feier ein eigenes Theaterstück aufgeführt. Außerdem nahmen sie an verschiedenen Wettkämpfen teil. Beim 5-Kampf im Juni wurden sie Dritte. Einen 1. und einen 2. Platz erlangten sie bei Quizturnieren. Die Floriangruppe hat zusammen mit der FF Gienau zurzeit 12 Kinder. Bei den anstehenden Wahlen gab es einige Wechsel im Kommando: Florian Meyer löst Thomas Drexler als Gruppenführer ab. Drexler wird sein Stellvertreter. Sven Wieckhorst übernimmt das Amt des Gerätewarts. Wiedergewählt wurden der Sicherheitsbeauftragten Jürgen Meyer, Schriftführer Heino Grimm und Jugendbetreuerin Dagmar Nordbrink.
Der Bürgermeister der Gemeinde Boitze, Udo Staacke, bedankte sich bei den Kameradinnen und Kameraden für ihre ehrenamtlich geleistete Tätigkeit im zurückliegenden Jahr. Der Bau des FF-Gerätehauses in Ahndorf sei zu 99 Prozent abgeschlossen. „Darauf dürfen wir stolz sein“, so Staacke, „und ich bin fest davon überzeugt, dass es sich im Laufe der Zeit zu einem Haus der Gemeinschaft entwickeln wird.“ Die ‚Dankeschön-Feier’ der Gemeinde (EP berichtete) sei sicherlich noch vielen in guter Erinnerung. Der Bürgermeister machte deutlich, dass eine vergleichbare Investition für eine kleine Gemeinde wie Boitze unter der Führung des jetzigen Samtgemeindebürgermeisters nicht gemacht worden wäre. „Jetzt fehlt nur noch die offizielle Übergabe (an die Wehren Boitze und Seedorf, Anmerkung der Redaktion) durch die Samtgemeinde. „Der Knoten muss endlich durchschlagen werden, um die Sache richtig zum Abschluss zu bringen“, so Udo Staacke.
Ortsbrandmeister Rainer Nordbrink erinnerte den Bürgermeister noch einmal in aller Deutlichkeit an das Versprechen, das der Seedorfer Wehr im Zusammenhang mit dem Neubau in Ahndorf gemacht wurde. „Seedorf hat Wort gehalten, deshalb halte ich es für angemessen, dass auch die andere Seite ihr Versprechen einlöst.“
Franz-Josef Kamp, Dahlenburgs stellvertretender Samtgemeindebürgermeister, dankte der Wehr im Namen des Samtgemeinderates. „Das neue Haus ist fertig gestellt. Ich hoffe, dass ihr nun bald rüberzieht, damit die Sache zum Abschluss kommt“, so Kamp. Mit Blick auf das jetzige FF-Gerätehaus in Seedorf sagte Kamp: „Ich gehe davon aus, dass die Gemeinde Boitze für das Haus in Seedorf eine gute Entscheidung trifft.“ Der stellv. SG-Bürgermeister ermahnte die FF-Kameraden angesichts der Schuldenlast der Samtgemeinde, mit finanziellen Mitteln sorgfältig umzugehen. „Praktisch muss jeder neue Handschuh auf Pump gekauft werden.“ -EP-Redaktion/swr-
Das Versprechen im Hintergrund
Ortsbrandmeister Rainer Nordbrink: „Seedorf hat Wort gehalten ...“
Im Jahr 2005 beriet der Rat der Samtgemeinde Dahlenburg über den Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für die Ortswehren Boitze und Seedorf. Als sich die Generalversammlung der FF Seedorf am 14.10. 2005 gegen einen Standortortwechsel nach Ahndorf entschied, stand das Projekt kurz vor dem Aus. Im April 2006 erlangte der Bürgermeister der Gemeinde Boitze, Udo Staacke doch noch die Zustimmung der FF Seedorf zu dem Bau, nachdem er der FF Seedorf die schriftliche Zusage gab, dass das Seedorfer Gerätehaus nach Abschluss der Arbeiten als Dorfgemeinschaftshaus genutzt werden darf: „Unter der Voraussetzug, dass die Freiwillige Feuerwehr Seedorf ihren Beschluss vom 14.10.2005 aufhebt, somit ihren Widerstand gegen das geplante Gerätehaus in Ahndorf aufgibt und sich aktiv am dort bevorstehenden Bau beteiligt, sage ich Ihnen zu, dass die Gemeinde Boitze das Gerätehaus in Seedorf anschließend der dort. Dorfgemeinschaft bzw. dem dort. Förderverein zur weiteren Nutzung zur Verfügung stellt. Es sind allerdings die Folgekosten/Unterhaltungskosten wie Versicherung, Stromkosten pp. von dort zu tragen. Der Gemeinde dürfen durch die Zur-Verfügung-Stellung keine weiteren Kosten entstehen“, so der Wortlaut eines Schreibens von Bürgermeister Staacke vom 16. März 2006 an den damaligen Ortsbrandmeister der FF Seedorf, Reinhold Meyer. Der Bürgermeister räumte ein, dass seine Zusage unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Gemeinderates stehe, dessen Zustimmung er aber als „sicher“ ansehe, weil die Gruppe im Gemeinderat bereits ihre Zustimmung signalisiert habe. Auch von Seiten des Landkreises Lüneburg als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde erwarte er keine größeren Schwierigkeiten, wenn sichergestellt sei, dass für die Gemeinde Boitze keine Folgekosten entsünden. Staacke versprach, dass er eben so wie der damalige Samtgemeindebürgermeister Prause sich ggf. für diese Regelung beim Landkreis einsetzen werde.
Die Generalversammlung der FF Seedorf stimmte laut Protokoll am 21. April 2006 mit 17 Ja-, 4 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen für eine Beteiligung an dem Neubau in Ahndorf, allerdings unter dem Vorbehalt dass „die Mitarbeit bzw. Hilfe der FF Seedorf eingestellt wird, wenn Gemeinderat, Samtgemeinderat oder der Landkreis Lüneburg der kostenlosen Überlassung an den noch zu gründenden „Dorfverein“ nicht zustimmen.
Es bleibt zu hoffen, dass Versprechen auch in Zeiten der Krise noch Bestand haben und nicht nach Belieben über den Haufen geworden werden. -EP-Redaktion/swr
