Rettungshunde wurden in Gut Horn geprüft

Border-Collie ‚Cassedy‘ hat in einem Versteck Laura Herbrich, die das Opfer bzw. die vermisste Person spielte, aufgespürt und zeigt den Fundort durch Verbellen an.
Boitze/Gut Horn. Die Rettungshundestaffel ‚SAR-Marienau‘ hatte am vergangenen Samstag ein volles Programm zu absolvieren. Insgesamt 14 ausgebildete Rettungshunde aus verschiedenen Landesverbänden waren zur jährlichen Prüfung in Boitze/Gut Horn angemeldet. Dafür hatte die Marienauer Rettungshundestaffel ihre gesamte technische Ausrüstung nach Gut Horn verbracht. Unter der kritischen Beobachtung und Bewertung von Leistungsprüferobmann Manfred Marx aus Mannheim mussten die Hunde verschiedene Aufgaben lösen. Entsprechend nervös waren zum Teil nicht nur die Hunde, sondern auch ihre Hundeführer. Während die Hunde ihren Einsatz als Spiel verstehen und auch nach Erfüllung ihrer Aufgaben belohnt werden, bedeutet der Einsatz für den Hundeführer oder die Hundeführerin angestrengtes und konzentriertes Arbeiten mit dem Tier. „Meine Nervosität spürt mein Hund und ich hoffe, dass er nicht von mir angesteckt wird“, sagte Sonja Schwarze. Ihr sechsjähriger Mischlingshund ‚Stanley‘ schaute dabei konzentriert auf sie und wartete unruhig auf seinen Einsatz.
Personensuche im Wald mit dichtem Unterholz
Stanleys Aufgabe bestand darin, ein Waldgebiet von 20.000 Quadratmetern mit dichtem Unterholz nach einer vermissten Person abzusuchen. Die Aufgabe muss er in zwanzig Minuten erfüllen und die gesuchte Person durch Verbellen anzeigen. Nachdem Volker Marx das Suchgebiet bestimmte und das Kommando zum Beginn der Suchaktion gab, mit der Suche zu beginnen, lief Stanley zunächst in die vorgegebene Richtung entlang eines Weges. Nach etwa achtzig Metern nahm er offenbar Witterung auf und verschwand rechts abbiegend unverzüglich in dem Waldstück. Bereits nach etwa 30 Sekunden machte sich Stanley durch lautes Bellen im Unterholz bemerkbar. Jetzt gingen die Prüfkommission mit Prüfer Volker Marx und die Hundeführerein Sonja Schwarze in die Richtung des Gebells. Rettungshund Stanley hatte das ‚Opfer‘ nahezu in Rekordzeit gefunden und hat seine erste Prüfung an diesem Tag mit Bravour bestanden. Fünf weitere Rettungshunde mussten sich an dem Vormittag der gleichen Suchprozedur wie Stanley unterziehen.
Marienauer SAR-Rettungshundestaffel für Notfälle in Bereitschaft
Die Rettungshundestaffel Marienau ist dem ‚Bundesverband Rettungshunde‘ angeschlossen, sie hat insgesamt 22 Hunde und 16 aktive Hundeführer. Die Hauptaufgabe der Rettungshundestaffeln des DRK Lüneburg und Marienau besteht in die Suche nach lebenden Personen. Eingesetzt und alarmiert werden die Rettungshundestaffeln von der Einsatzleitstelle des Landkreises Lüneburg und im Rahmen des Katastrophenschutzes. „Im Jahr 2004 wurde die Rettungshundestaffel Marienau gegründet und unsere Hunde sind seit zwei Jahren für entsprechende Notfälle einsatzbereit. Unser Einsatzgebiet umfasst Norddeutschland, bis nach Südniedersachsen, wobei natürlich bei großen Suchaktionen die Rettungshunde mit ihren Hundeführern gegenseitig auch länderübergreifend eingesetzt werden können“, erläuterte der 1. Vorsitzende der Rettungshundestaffel Marienau, Dr. Helmut Schwarze, gegenüber der EP. Am Nachmittag mussten sich die Hunde einer schwierigen Aufgabe stellen, Personen bzw. Opfersuche in einem simulierten Trümmergebäude. Auch hier ging es um Zeit und die ordnungsgemäße Ausführung der Aufgabe. Sonja Schwarzes Mischling ‚Stanley‘ hatte auch diese Aufgabe sehr gut bewältigt und darf neben den anderen Rettungshunden, die ihre Prüfungen am Samstag bestanden haben, für ein weiteres Jahr im Rettungsdienst eingesetzt werden. -EP-Redaktion/jw-
