Punkt, Punkt, Komma, Strich ...

Julia, Sarah und Mareike zeigen stolz das Ergebnis ihrer „praktischen Prüfung“: eine Auswahl an selbst zubereiteten und gesunden Gerichten.
Bleckede. Wenn es doch immer so einfach wäre: Punkt, Punkt, Komma, Strich - ein lustiges Gesicht aus Paprikastreifen und Schnittlauch auf ein Brot mit Quark gelegt - und schon hat man den Führerschein. Zwar „nur“ den Ernährungsführerschein, aber immerhin!
Zu unterschätzen ist dieses kleine, grüne Stück Papier aber nicht, schließlich haben die Schüler der Klasse 3B einen Monat der Vorbereitung benötigt, um ihn schließlich in Händen halten zu können. Bereits Anfang Februar wurde das Projekt ‚Ernährungsführerschein’, initiiert vom ‚aid infodienst e.V.’, in den 3. Klassen der Elbtal Grundschule Bleckede gestartet. Bundesweit setzen 247 LandFrauen das Projekt, das noch bis 2011 vom Bundesministerium für Ernährung gefördert wird, in den 3. und 4. Klassen um.
Aus diesem Grund war auch Karen Greve-Krause vom Landfrauenverein Echem des Öfteren in der Elbtal Grundschule anzutreffen. Sie hat das Projekt in den 3. Klassen geleitet und war vor allem bei den ersten Unterrichtseinheiten anwesend, um die Lehrkräfte zu unterstützen.
Einmal in der Woche standen dann nicht Mathe und Deutsch auf dem Stundenplan, sondern Essen und Trinken, also die Zubereitung einiger Gerichte, wie ‚Schlemmerquark’ und Nudelsalat, aber auch Theorie wie die Ernährungspyramide oder den ‚Tischknigge’.
Die Kenntnisse wurden dann auch in einer schriftlichen Prüfung abgefragt, die die Schülerinnen und Schüler mit Bravour meisterten. „19 der 24 Prüflinge haben sogar die volle Anzahl an Kochmützen erreicht“, berichtet Ute Bode stolz, sie war in den letzten Wochen als Vertretung für die erkrankte Klassenlehrerin der 3B eingesprungen und konnte die Schüler durch das Projekt begleiten.
In der vergangenen Woche mussten die Schüler der 3. Klasse dann in ihrer praktischen Prüfung zeigen, dass sie in der Lage waren, das Gelernte auch alleine umzusetzen. Die Aufgabe: Ein kaltes, natürlich gesundes Buffet für eine große Anzahl an Gästen vorbereiten und diese dann bewirten. Zum Glück handelte es sich bei diesen Gästen nicht um irgendwelche kritischen Restauranttester, sondern um die eigenen Eltern. Dennoch gaben sich die Kinder besonders viel Mühe bei der Zubereitung der Gerichte sowie der Wahl der Tischdekoration.
Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen und schmecken lassen, wie sowohl die ‚Test-Esser’, als auch die Kinder selbst fanden. Besonders der frische Obstsalat und das Knabbergemüse standen bei den kleinen Meisterköchen, die viel in den letzten Wochen über die Ernährung gelernt haben, hoch im Kurs. So kann unter anderem Ule Rick jetzt stolz von sich behaupten, zu wissen, wie man eine Backofenkartoffel macht.
Karen Greve-Krause hofft, dass die Kinder auch in Zukunft an dem Gelernten festhalten und die Rezepte einmal zu Hause nachkochen werden. „Einige essen jetzt vielleicht auch Lebensmittel, die sie vorher nicht gegessen haben“, so Ute Bode zuversichtlich.
Sicher ist, dass die Kinder immer viel Spaß beim gemeinsamen Kochen und Essen hatten und sie jetzt ganz „legal“ - mit Führerschein - ihr Pausenfrühstück machen dürfen. -EP-Redaktion/cb-
