03.12.2009

‚Pinguine können keinen Käsekuchen backen’ – aber schauspielern!

Maulwurf (links: Daniel Kuschmierz), Pinguine (in schwarz mit orangen Socken Annika Jäger und rechts Daniela Radtke) und Huhn (mit Staubsauger Julia Bomke) gemeinsam mit Regisseur Peter Andersonn (sitzend) vom Theaterstall Brackede.

Maulwurf (links: Daniel Kuschmierz), Pinguine (in schwarz mit orangen Socken Annika Jäger und rechts Daniela Radtke) und Huhn (mit Staubsauger Julia Bomke) gemeinsam mit Regisseur Peter Andersonn (sitzend) vom Theaterstall Brackede.

Brackede. Zwei Pinguine, ein Maulwurf und ein Huhn auf der Bühne, zum Teil sogar singend: Dass das gut gehen kann und alles andere als albern oder klamaukig ist, liegt neben gewitzten Dialogen ohne Zweifel an den vier Schauspielern, die ihre Figuren lieben gelernt haben, und an der Regie.

Wenn bei der Komödie ‚Pinguine können keinen Käsekuchen backen’ die Wogen hoch schlagen, ein Pinguin vom Staubsaugerkabel gefesselt ist, der andere mit Magenkrämpfen am Boden liegt, sich ein Schuss löst und dann auch noch der kurzsichtige Maulwurf immer wieder dazwischen tappt, geht es im Theaterstall zur Freude des jungen Publikums mit Tempo, Temperament und wohldosiertem Trubel zu, ohne dabei im Chaos zu enden. Wohltuend genussvoll ausgespielt und mit Sinn für die Pausen sind hingegen die Szenen, in denen die Pinguine auf das Ei warten, dass das schrille Huhn zu legen versprochen hat. (es wird ein Überraschungsei der besonderen Art, das sei hier schon einmal verraten) Unübertroffen auch der Spannungsbogen, den Annika Jäger und Daniela Radtke als gut aufeinander eingespieltes, verfressenes Pinguinduo und Sympathieträger des Stückes miteinander aufbauen - im Tanz um den einen kleinen fremden Käsekuchen, den man natürlich nicht essen wird, nur angucken … Dem Maulwurf (Daniel Kuschmierz) nimmt man das tölpelhafte Tasten nach dem Kuchen, der längst schon nicht mehr da ist, durchweg ab. Wer mit so einer unglaublichen Pilotenbrille herumlaufen muss, braucht sicher auch die zwei Krücken. Der Maulwurf kann bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit noch so ruppig beteuern, dass hier niemand etwas vom Käsekuchen abbekommt: Am Ende gibt es doch Kuchen für alle, da kann jeder sicher sein. Schließlich hat schon zu Beginn auf den Publikumssitzen ein kleiner gelber Käsekuchen-Gutschein auf die Zuschauer gewartet.

Natürlich ist nicht alles nett – auf der Bühne wie im Leben: Das schnippisch-schrille Huhn (gekonnt selbstverliebt Julia Bomke in ihrer ersten Bühnenrolle) weiß nur scheinbar Rat (Käsekuchen backen: Kein Problem, da nimmt man etwas Käse und etwas Kuchen … ). Es spielt die Pinguine fies gegeneinander aus, am Ende heißt es gar: „Flügel hoch“. Und dennoch kommt selbst beim Huhn das Menschliche durch, wenn es liebevoll seinen Staubsauger tätschelt oder nach dem Schuss im Dunkeln besorgt um Licht bittet: „Es könnte ja etwas passiert sein, man weiß ja nie…“.

Gelacht wurde viel bei der Premiere, die Fünfjährigen ebenso wie das erwachsene Publikum. Gut anderthalb Jahre Probenarbeit von Regisseur Peter Andersonn mit dem vierköpfigen jungen Laienensemble haben sich allemal gelohnt. Wer das Premierenwochenende verpasst hat, kann Pinguine, Maulwurf und Huhn noch am 12.12 um 19.30 Uhr oder am 13.12 um 16 Uhr live im Theaterstall erleben. –EP-Redaktion/lh-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue