21.01.2010

Organspende schenkt Leben

Christa Gehrke, Kerstin Mittendorf mit der Vorsitzenden der Thomasburger Landfrauen Marion Paguhl (v.l.)

Christa Gehrke, Kerstin Mittendorf mit der Vorsitzenden der Thomasburger Landfrauen Marion Paguhl (v.l.)

Bohndorf. Die Vorsitzende des Landfrauenvereins Thomasburg Marion Paguhl begrüßte zu Beginn der Jahreshauptversammlung am Montagabend im Landgasthof Stössel in Bohndorf etwa 60 Landfrauen und als Gäste Christina Gehrke und Kerstin Mittendorf, die später über das Thema Organspende und Organtransplantation aus persönlicher Betroffenheit berichteten.

Zunächst ging Marion Paguhl auf die durchgeführten Aktivitäten und Veranstaltungen im Jahr 2009 ein. Ein Reisebericht durch den Jemen, eine Fahrt zur Bundesgartenschau nach Schwerin und die Betriebsbesichtigung eines Suppenherstellers in Hamburg füllten ebenso das Programm wie die Teilnahme am Bauernmarkt in Barendorf mit den Vereinen Neetze und Reinstorf sowie ein Vortrag ‚Auf den Spuren von Marion Gräfin Dönhoff durch Masuren‘. Es folgten Berichte über eine Fahrt der Thomasburger Landfrauen nach Hannover zur Infa-Verbrauchermesse und über die Teilnahme am 60-jährigen Kreisverbandsjubiläum in der St. Johanniskirche in Lüneburg. Die weitere Tagesordnung wurde von der Vorsitzenden zügig abgearbeitet.

 

Thema bewusst machen

Im Anschluss gaben Christina Gehrke und Kerstin Mittendorf beeindruckende Einblicke in den Verlauf ihrer Krankheit und ihres Schicksals. Dass sie heute über ihr Leiden nach einer Odyssee von Arztbesuchen, Krankenhaus- und Klinikaufenthalten relativ gesund und vor allem dankbar berichten können, liegt daran, dass für sie zum richtigen Zeitpunkt ein Spenderorgan zur Verfügung stand. Ohne eine Organtransplantation hätten beide keine Überlebenschance gehabt. Das Schicksal, auf eine Organspende angewiesen zu sein, kann jeden treffen. Dies wurde in ihren berührenden und bewegenden Vorträgen von Christina Gehrke aus Thomasburg und Kerstin Mittendorf aus Himbergen deutlich. Diese Erkenntnis und die Tatsache, dass nur eine Organspende und eine Transplantation ihnen ein Weiterleben ermöglicht hat, ist der Grund ihres heutigen Engagements, Menschen darüber aufzuklären, Betroffenen zu helfen und durch ihre Öffentlichkeitsarbeit Menschen zu motivieren, Organspender zu werden und Leben zu retten.

 

Viele Betroffene - Spender fehlen

So treffen sich Christina Gehrke und Kerstin Mittendorf regelmäßig in einer Transplantiertengruppe, der zurzeit sieben Mitglieder im Bereich Lüneburg und Uelzen angehören, darunter auch Eltern von Kindern, die schon in jungen Jahren ein Spenderorgan erhalten haben. Sie verstehen sich ausdrücklich nicht als Selbsthilfegruppe, sondern wollen mit ihrem Einsatz und mit ihren Erfahrungen anderen erkrankten Menschen helfen und vor allem auf das Problem aufmerksam machen, dass es sehr viele Betroffene gibt, die aber leider oft vergeblich auf ein rettendes Organ warten, da erheblich wenigere Organe gespendet werden als benötigt.

Die Krankengeschichten von Christa Gehrke und Kerstin Mittendorf haben bei allen Zuhörerinnen spürbar das Bewusstsein für dieses sensible Thema geweckt und zum Nachdenken angeregt. Besonders betroffen machte an diesem Abend die Geschichte einer jungen Frau aus den Reihen der Thomasburger Landfrauen, die im Januar 2008 ein Nierentransplantat aus ihrem unmittelbaren Freundeskreis erhalten hatte und die sich spontan bereit erklärte, über ihre Krankengeschichte zu sprechen.

 

Spenden kann jeder

Die beeindruckenden persönlichen Schicksale berühren, machen betroffen und nachdenklich. Vor allem spürt man bei allen drei Betroffenen die große Dankbarkeit ihren bekannten oder anonymen Spendern gegenüber, die ihnen durch ihre Organspende ein neues Leben geschenkt haben. Obwohl Transplantierte für immer auf Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen angewiesen sind, können sie dennoch ein fast normales und erfülltes Leben führen.

Sehr hilfreich für die Beantwortung der Frage, ob man Organspender werden möchte, ist es, sich zunächst selbst zu fragen, ob man sich, wenn man selber betroffen wäre, ein Spenderorgan wünscht? Wer diese Frage mit ja beantwortet, dem fällt es sicher leichter, sich für eine Organspende zu entscheiden. So wie jeder Mensch erkranken kann, kann auch jeder spenden. Eine Altersbegrenzung gibt es bei der Organspende grundsätzlich nicht. Wichtig ist nicht das Alter der Organe, sondern der Gesundheitszustand, das heißt der biologische Zustand der Organe oder des Gewebes. In Deutschland findet die Organspende unter strengen medizinischen und ethischen Regeln und Grundsätzen statt. Informationen dazu gibt es unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-9040400 oder im Internet unter www.berlin.de/organspende und www.organspende-info.de .

Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe, sie schenkt Hoffnung und vor allem Leben. Mehr kann man für seine Mitmenschen nicht tun. -EP-Redaktion/jw-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue