Neue Filter für das Freibad
Dahlenburg. Ein deutliches Signal für das Freibad sandte der Bauausschuss der Samtgemeinde am Donnerstagabend Richtung Rat. Gute 1,5 Millionen Euro stehen in der einstimmig gegebenen Haushaltsempfehlung für 2011, das ist aber erst der Anfang. Die Modernisierung der Filteranlage und des Mehrzweckbeckens stehen ganz oben auf der Liste, damit Dahlenburgs spritzige Attraktion auch den nächsten Generationen und Gästen viel Spaß bereiten wird. Zuschüsse, zumindest für die Technik, sind Mittel aus dem Konjunkturpaket bewilligt. Der erste Bauabschnitt sei finanziert, so Bauamtsleiter Michael Glüh, allerdings sollten weitere Töpfe gesucht werden, meinte nicht nur Jürgen Schorfheide. Und dafür ist natürlich ein Sanierungskonzept notwendig. Die Kosten für eine komplette Modernisierung sollen sich demnach auf insgesamt etwa sechs Millionen Euro belaufen.
Die Wasserwerte stimmen
Peter Gansloser und Thorsten Schütze (Ingenieur-Büro Gansloser) haben das Dahlenburger Freibad auf Herz und Nieren überprüft. Noch immer dicht sind die „altersgemäß entwickelten“ Dächer der Umkleidekabinen, die durch regelmäßige Begehung kontrolliert werden sollten. Die eben zweckmäßigen Umkleiden gehören nicht unbedingt zu den optischen Highlights. Keine Katastrophe, wenn auch unansehnlich seien die Feuchtigkeitsmängel, Fugen zwischen Fliesen sind nun einmal nicht wasserdicht. Andere mögliche Ursachen müsste man „zerstörend untersuchen“, ein unverhältnismäßiger Aufwand. Auch keine Schmuckstücke aber funktionsfähig sind die Toiletten. „Man kann drauf sitzen“, so die Experten. „Mehr soll man ja auch nicht“, stellte Henning Gestenkorn mit scharfem Blick fürs Wesentliche klar. Jetzt sei alles „gleichmäßig alt“ merkten die Experten dazu an, das wirkt in sich stimmig, wenn allerdings das Freibad modernisiert würde, könne es sein, dass der Kontrast dann unangenehm auffiele. Beim Kinderbecken sind offenbar alle Regeln der Planschbeckenbaukunst verletzt worden, dennoch „die Wasserwerte stimmen“ anerkannten die Gutachter, insofern sei es in Ordnung. Nebenräume, Dach und Kinderbecken sind Zukunftsmusik und stehen hinten auf Prioritätenliste.
Filteranlage hat oberste Priorität
Mit der Erneuerung nur des Beckenkopfes (300.000 Euro) sei es leider nicht getan, so Glüh, bevor er das Wort an die Gutachter weitergab. „Die Filter sehen gut aus, sind aber nicht regelkonform“, leitete Peter Gansloser freundlich ein. Schaugläser müssten eingebaut werden, die könne man zwar nachrüsten, aber was man dann zu sehen bekäme sei teilweise bereits stark korrodiert. Pumpen und Luftaggregate funktionierten noch, hätten ihre „theoretische Lebensdauer“ jedoch längst überschritten. Ein bis drei Jahre könne das System noch funktionieren. Auch das Mehrzweckbecken weise bereits erhebliche Mängel auf, so Thorsten Schütze. Geplatzte Fliesen, ungenügende Beckenhydraulik (Chlor verteilt sich nicht so schnell und gleichmäßig wie wünschenswert) und der hinlänglich bekannte marode Beckenkopf seien Beispiele. Bei einer Modernisierung könnte man das Wasser in einem Kreislaufsystem halten. Um eine neue Filteranlage optimal auszunutzen, sollte natürlich auch das Becken darauf abgestimmt sein. Dennoch gebe es keine Bedenken, wenn zwischen den Maßnahmen rund ein Jahr verstriche, beruhigten die Experten Ausschussmitglied Ralf Böttcher.
Für das Mehrzweckbecken - hinter der Filteranlage auf Platz zwei der Prioritätenliste - lagen die Sympathien des Gremiums auf der etwas kostengünstigeren Variante 'folienausgekleidetes Becken mit Edelstahlkopf'. Ein komplett mit Edelstahl ausgekleidetes Becken sei möglicherweise langlebiger, aber bei zeitlichen Dimensionen zwischen 60 und 80 Jahren war dieser Aspekt nicht wirklich vordringlich. Auch andere Materialien (GFK) könnten noch überlegt werden. Fliesen jedenfalls konnten die Experten nicht empfehlen, Fliesenleger brauchen keinen Meisterbrief mehr und die Anforderungen, die moderne Fliesen an die Ausbildung der Handwerker stellen, passen einfach nicht mehr zu dem bei 99 Prozent real vorhandenen Know-How.
An der Warmwasserzufuhr durch die Molda würde sich wegen der Modernisierung nichts ändern und der Technik sei es letztlich egal, woher die Wärme käme, so die Experten auf Nachfrage von Ausschussmitglied Viktor Trautmann. Damit stünden Dahlenburg auch Optionen offen, ein in Niedersachsen einzigartiges Freibad mit eigenem Wärmekonzept zu entwickeln.
Einstimmig befürwortete das Gremium, dass die Verwaltung weitere Schritte in Richtung eines ersten Bauabschnittes einleiten kann.
Offensiver Haushalt
Rechtzeitig legte die Verwaltung so dem Bauausschuss ihren Haushaltsentwurf für 2011 mit einem Volumen von insgesamt fast 2 Millionen Euro vor. Im Vermögenshaushalt schlägt die Modernisierung des Dahlenburger Freibades mit 1,514 Millionen Euro zu Buche, eine „offensive Entscheidung“ für die Anlage, so Glüh. 300.000 Euro sind für den 1. Bauabschnitt der Sanierung der Gemeindeverbindungsstraßen vorgesehen, das Teilstück zwischen Seedorf und Vindorf.
Der ebenso einstimmig empfohlene Verwaltungshaushalt unterscheidet sich dagegen kaum von dem Etat des Jahres 2010, so Kämmerer Stefan Mondry. Trotz Klimawandel wurden für den Winterdienst die üblichen 20.000 Euro veranschlagt, die letzte 'Eiszeit' kostete 90.000 Euro. 50.000 Euro sind für die Unterhaltung der Straßen vorgesehen. -EZ-Redaktion/sn-

