Nachwuchsförderung im Blick, Kinderfeuerwehr gegründet

In die Mitte genommen: Die neue Kinderfeuerwehrbeauftragte Ulrike Meyer-Pernak fühlt sich zwischen Ortsbrandmeister Martin Voß (l.) und seinem Stellvertreter Andreas Schultz (r.) wohl.
Lemgrabe. Ortsbrandmeister Martin Voß deutete bereits bei seiner Begrüßung am Samstag im Gasthaus Böwe in Lemgrabe an, dass die Ortsfeuerwehr Lemgrabe-Dumstorf 2009 ein arbeitsreiches Jahr hinter sich gebracht habe. Neben der Verdopplung der Brand- und Hilfeleistungseinsätze im Vergleich zum Jahr 2008 gab es auch den einen oder anderen Einsatz, der Anlass zum Schmunzeln gab. Doch bevor man darauf näher zu sprechen kam, begrüßte Voß den stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister Ullrich Rambusch, vom Samtgemeindekommando den stellvertretenden Gemeindebrandmeister Christian Hüppe, die Ortsbrandmeister und Vertreter des III. Zuges der Samtgemeindefeuerwehr aus Gienau, Seedorf und Boitze, Ehrenortsbrandmeister Otto Voß sowie Hans-Heinrich Cordes und Rafael Brandt von der Sparkasse Lüneburg. Anschließend hieß er alle aktiven Feuerwehrkameraden, die Angehörigen der Altersabteilung und der Jugendfeuerwehr sowie die Fördermitglieder willkommen.
Zunächst ging der Ortsbrandmeister aktuell auf den Scheunenbrand und die Schwierigkeiten beim Löscheinsatz am Vortage in Lemgrabe ein. Durch die Einlagerung von Stroh und Heu musste mit Hilfe der Drehleiter aus Bleckede das Dach geöffnet werden, um an den Brandherd zu gelangen. Trotz Kälte und Schneefall konnte die Löschwasserversorgung über Hydranten und den neben der Brandstelle liegenden Löschteich sichergestellt werden. Er dankte allen eingesetzten Kräften für die unter schwierigen äußeren Bedingungen geleistete Arbeit. Noch zweimal musste die Ortswehr Lemgrabe-Dumstorf in der Folge zu Nachlöscharbeiten ausrücken.
Arbeitsreiches Jahr 2009
Martin Voß berichtete dann von sieben Brandeinsätzen im Jahr 2009, darunter ein Scheunenbrand in Ahndorf, ein Strohpressenbrand, zwei Stoppelfeldbrände, ein Waldbrand und der Großeinsatz im August bei der Molda AG Dahlenburg. Bei diesem Einsatz wurden alle Wehren der Samtgemeinde Dahlenburg alarmiert. Die Wettkampfgruppe war an diesem Tag mit den Einsatzfahrzeugen bei den Stadtwettkämpfen in Bleckede, musste den Wettkampf abbrechen und von dort nach Dahlenburg zum Brandeinsatz abrücken. Er berichtete weiter über einen schweren Verkehrsunfall auf der Kreuzung in Lemgrabe, bei dem ein Transporter und ein Motorradfahrer zusammengestoßen waren und der Kradfahrer schwer verletzt wurde. Aber nicht nur Brandbekämpfung, Hilfeleistung, Aus- und Fortbildung standen bei der Lemgraber Wehr 2009 auf der Tagesordnung. In Eigenleistung wurden der Geräte- und Schulungsraum sowie weitere Nebenräume renoviert, das Flachsfest mit organisiert und von der Jugendwehr zusammen mit Seedorf eine Müllsammelaktion durchgeführt.
Einsatz in eigener Sache
Nach dem Jahresbericht des Ortsbrandmeisters trugen die Funktionsträger ihre Berichte vor. Gerätewart Hans-Heinrich Moser hat durch sein unverschuldetes Mitwirken die Einsatzstatistik der Ortswehr Lemgrabe erhöht und dafür gesorgt, dass seine Kameraden zu einem Hilfeleistungseinsatz in eigener Sache ausrücken mussten. „Auf der Fahrt von Dahlenburg nach Lemgrabe verlor das von mir gefahrene Tanklöschfahrzeug aufgrund eines technischen Defekts Öl und erzeugte auf der Landesstraße eine Ölspur, die nach Alarmierung der Lemgraber Wehr von uns beseitigt wurde“, berichtete Hans-Heinrich Moser und hatte dadurch bei den Zuhörern für Erheiterung gesorgt. Etwas zu schnell auf dem Weg zum Einsatz waren einige Kameraden und wurden auf der Hauptstraße von einem Radar-Messwagen erfasst. Überdurchschnittlich oft waren die Atemschutzträger zu Übungen unterwegs und erreichten mit einem Durchschnitt von 5,8 Geräten pro Geräteträger einen guten Wert.
Kinderfeuerwehr soll Nachwuchs sichern
„Neben der Jugendwehr soll auch im Kindesalter das Interesse an der Feuerwehr geweckt und die Nachwuchsförderung verbessert werden. Daher wurde vom Kommando die Gründung einer Kinderfeuerwehr beschlossen und Ulrike Meyer-Pernak als Beauftragte für die Kinder vorgeschlagen“, gab Martin Voß bekannt. Sie hatte sich bereit erklärt, das Amt für die Betreuung der 6- bis 10-jährigen Kindern zu übernehmen, und wurde einstimmig von der Versammlung dazu berufen. Danach beförderte Martin Voß Ralf Bendorf und Klaus-Peter Lühr zu ersten Hauptfeuerwehrmännern. Bevor der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christian Hüppe weitere Ehrungen vornahm, ging er noch einmal auf die vom Lemgraber Tanklöschfahrzeug verursachte Ölspur und auf die etwas zu flott zum Einsatz gefahrenen und ‚geblitzten‘ Kameraden ein. „Wer kein Einsätze hat, schafft sie sich eben selbst“, scherzte Hüppe. „So verständlich es auch ist, dass die Kameraden schnell zum Einsatzort gelangen wollen, dennoch muss sich jeder an die Straßenverkehrsordnung halten und auch Geschwindigkeitsbeschränkungen beachten“, ermahnte Hüppe nicht nur die Lemgraber Kameraden.
Christian Hüppe ehrte nach diesem ernsthaften Appell Dirk Petersen und Günter Heitbrock für vierzigjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr und zeichnete beide mit der Ehrenspange des Kreisfeuerwehrverbandes Lüneburg aus. Im Namen von Rat und Verwaltung bedankte sich der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Ullrich Rambusch für die geleistete Arbeit der Lemgraber Wehr im vergangenen Jahr. Danach schloss Ortsbrandmeister Martin Voß die Versammlung und lud zu einem deftigen Grünkohlessen ein. -EP-Redaktion/jw-
