Mit „QIN“ hat Bleckede sich aufgepeppt
Bleckede. Manch ein Bleckeder Bürger hat vielleicht noch nicht einmal so richtig mitbekommen, was sich hinter dem Begriff „QIN“ verbirgt und schon ist das Projekt „Quartiersinitiative Niedersachsen in Bleckede vorerst abgearbeitet. Vor fast genau einem Jahr gewann die Stadt Bleckede in einer Ausschreibung des Landes Niedersachsen mit ihrem Konzept zur Belebung der Innenstadt ein Fördergeld in Höhe von 80.000 Euro. Die gleiche Summe musste noch einmal aus kommunalen Mitteln (30.000 Euro Stadt Bleckede, 50.000 Euro Landkreis Lüneburg) bereitgestellt werden. Zusammen mit weiteren 40.000 Euro, die von privaten Investoren draufgelegt wurden, konnte das 200.000-Euro- Projekt in die Tat umgesetzt werden. Letzten Freitag machte sich Bürgermeister Jens Böther zusammen mit den Planern der Arbeitsgruppen, den ausführenden und projektbegleitenden Firmen, den Ratsherren und -frauen, Mitgliedern der Werbegemeinschaft und einigen Bürgerinnen und Bürgern ein Bild davon, was sich in Bleckede durch die „QIN“ getan hat. Vom Niedersächsischen Sozialministerium fand an diesem verregneten Tag keiner den Weg nach Bleckede, vom Landkreis Lüneburg war der stellvertretende Landrat Klaus Olshoff gekommen. Vielen Bürgern ist vielleicht schon aufgefallen: Seit einigen Wochen gibt es an den Ortseingängen und an anderen zentralen Punkten in der Innenstadt sieben große blaue Stelen, die Orientierung in der Stadt geben. Sie weisen die Richtung zu markanten Punkten und geben die Entfernung dorthin an: Wo geht es zum Schloss, wo ist das Rathaus, der Bahnhof und die nächste Apotheke? Und wo geht es zum Schwimmbad? Außerdem gibt es im Stadtgebiet neuerdings auch noch sieben Hinweistafeln mit einem Stadtplan und den Anzeigen einiger Quartiersgeber - Hotels, Ferienwohnungen, „Bed and Bike“-Häuser - sowie der örtlichen Gastronomie. Das von einem Bremer Unternehmen entwickelte Lenkungssystem fand bei den Teilnehmern des Rundgangs allgemeinen Zuspruch. Ein weiteres Ziel des Bleckeder QIN-Projektes war es, den Hafen besser mit der Innenstadt zu verbinden. Den Zuweg gab es bereits, aber es musste für Ortsfremde deutlicher gemacht werden, wie man auf kürzestem Wege die Innenstadt erreicht. Zunächst wurde der Platz im Hafen rund um den Fahnenmast attraktiver gestaltet, mit Blumenbeeten und einer Hinweis-Stele. Der Weg in Richtung Innenstadt wurde farblich mit roten Gehwegsteinen hervorgehoben. Auch die Treppe über den Deich wird in Kürze noch neue Platten aus rotem Granit bekommen. „Diese kommen aus China und sind bereits auf dem Weg“, erklärte Bürgermeister Böther. Als Stein des Anstoßes erwies sich in den vergangenen Wochen der Weg, der mitten durch den Spielplatz verläuft, ihn in zwei Hälften teilt. „Wir wollten nichts abtrennen, im Gegenteil wir wollen das Spielplatz-Areal mit einbeziehen“, erklärte Wildfried Schuld der EP. Um zu verhindern, dass künftig auch die Fahrradfahrer den Spielplatz kreuzen, werde noch eine Schranke eingebaut, erklärte Bürgermeister Böther der Besuchergruppe. Und die Hecke, die unter den Bauarbeiten Schaden genommen hat, werde erneuert, ebenso wie einige schadhafte Spielgeräte. Erhebliche Verbesserungen haben im Bereich des Sommerdeiches stattgefunden. Der Deich wurde teilweise abgetragen und ebenfalls mit roten Steinen gepflastert. Konnte man früher mit einem Kinderwagen, mit Rollstuhl oder Rollator nur schwerlich oder unmöglich den Weg passieren, ist es nun ein Leichtes auf den Spielplatz oder Schützenplatz zu gelangen.
Am Ende des Rundgangs kehrte die Besuchergruppe hinter dem ehemaligen Zigarettenladen in ein Zelt ein. „Unser Quartier kann sich jetzt sehen lassen, das QIN-Projekt ist ein großer Gewinn für Bleckede“, lobte Bürgermeister Böther und bedankte sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen beigetragen haben. Geplant wurde das Projekt in Abstimmung mit drei Arbeitsgruppen von dem Planungsbüro Rauichenberger, die Projektkoordination hatte die Lübecker Fimra CIMA übernommen. Zu den ausführenden Firmen gehörte unter anderem die Bleckeder Firma Oliver Bohm. Böther betonte, dass viele Firmen Bleckedes von der Initiative profitiert haben und noch profitieren werden. Ebenfalls hob er die konstruktive Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft hervor, die sich insbesondere um das Leerstandsmanagement gekümmert hat. Andrea Harnisch erklärte, dass sich viel getan hat, dass zwanzig Firmen gefunden wurden, die sich in den leer stehenden Geschäften engagieren wollen. „Das Mangement ist mit QIN noch lange nicht zuende“, so Harnisch. Auch zwei Schülerfirmen der Kurt-Löwenstein-Schule wurden an den Ausführungen beteiligt, ergänzte Böther. Die „Grünen Löwen“ kümmerten sich um die Rosenbeete im Hafen, und die „Holzwürmer“ werden zur Besucherlenkung demnächst noch Holztiere aufstellen. Zu guter Letzt bedankte sich Bürgermeister Böther bei den Mitarbeitern des Bauhofs, die weit über ihre normale Arbeitszeit hinaus an der Umsetzung der Arbeiten mitgewirkt haben. -EP-Redaktion/swr-

