14.01.2010

Mit Dünger, Sand und Viehsalz

Barendorf/Dahlenburg/Bleckede. Dem Landkreis ging das Streusalz aus, die Hansestadt frohlockt mit einem Vorrat, der noch für zwei Wochen reicht (bei sparsamem Umgang). Wie ist die Situation in den Kommunen? Die Elbmarsch-Post fragte nach den Salzvorräten in den Samtgemeinden Dahlenburg und Ostheide, sowie der Stadt Bleckede.

Recht einfallsreich gehen die Gemeinden mit den winterlichen Verhältnissen um, scheint es. Karsten Spitzer, Leiter des Ordnungsamtes der Samtgemeinde Ostheide, ist ganz entspannt: „Wir haben schon immer mit Kainit gestreut, da gibt es keinen Mangel, jedenfalls sind die Lager der SG Ostheide voll.“

Auch in der SG Dahlenburg ist man mangels Salz auf Kainit umgestiegen. Das Düngemittel wurde früher schon eingesetzt, braucht allerdings mehr Reibung, also mehr Straßenverkehr, um seine Wirkung zu entfalten, verraten die Experten. Vorsorglich wurde bereits eine weitere Sattelschlepper-Ladung bestellt. Den Winterdienst hat eine lokale Firma übernommen, doch die SG hilft, streut mit Sand-Salz-Gemisch und räumt ausnahmsweise auch Nebenstraßen. Für Kreisstraßen, darauf wird ausdrücklich hingewiesen, wie die zwischen Nahrendorf, Tosterglope und Barskamp, sei allerdings der Landkreis zuständig. Darüber hinaus werden derzeit einmal wöchentlich die ‚Wetterdienstboxen’ befüllt. Die können natürlich schnell wieder leer sein, wenn sich Bürger zügig und üppig daran bedienen. Noch verfügt die SG Dahlenburg über einen kleinen Streusalzvorrat, wenn der zusammengeschmolzen ist, wird man auf Viehsalz zurückgreifen.

„Schlecht“ sieht es dagegen in Bleckede aus. Nur noch über 30 Tonnen Salz verfügte die Stadt am Mittwochmittag. „Derzeit werden nur noch die Gefahrenbereiche gestreut, vorzugsweise wird geräumt“, verrät Christian Krause, Bauingenieur im Bleckeder Bauamt. „In ganz Norddeutschland ist es schwierig, Salz zu bekommen“, auch andere Ersatzstoffe wie Kainit seien aus, so Krause. „Wenn sonst nichts mehr geht, greifen wir auf Sand und Split zurück.“

Vielleicht nützt auch ein Anruf in Dahlenburg, dort signalisierte man Hilfsbereitschaft für Bleckede im Rahmen der „interkommunalen Zusammenarbeit“, die funktioniert schließlich auch ohne Fusion. -EP-Redaktion/sn-

 

 

Salz ist aus!

Hansestadt hat auch nichts für den Landkreis übrig

Lüneburg. Gemeinsam gegen den Schnee - unter diesem Motto lud Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge am Dienstagnachmittag die Ortsbürgermeister, Ortsvorsteher und Quartiersmanager des Stadtgebietes ins Rathaus ein. Mädge erläuterte gemeinsam mit Ralf Dibowski, Leiter des Betriebshofes der AGL, die Pläne für einen gemeinsamen Winterdienst.

„Die Hauptstraßen räumen wir regelmäßig, doch in den Neben- und Anwohnerstraßen ist das schwierig. Sie sind oftmals sehr eng und an den Seiten parken Autos. Wir kommen mit unseren großen Räumfahrzeugen nicht hinein“, sagt Ralf Dibowski. Zusammen mit Oberbürgermeister Ulrich Mädge rät er den Lüneburgerinnen und Lüneburgern deshalb: „Klingeln Sie ihre Nachbarn raus und greifen Sie gemeinsam zum Schneeschieber. Wenn die Bürgerinnen und Bürger Fragen haben, Straßen ohne parkende Autos geräumt haben möchten oder ältere Menschen Hilfe beim Schneeschippen benötigen: Sie können sich nun direkt an ihre Ansprechpartner in den Ortsteilen wenden“, sagt Ulrich Mädge. Bei größeren Problemen hilft die AGL direkt. Dafür sind seit Dienstag zwei Info-Telefone geschaltet: 85 69 50 und 85 69 54.

 

Im Landkreis kann nur noch geräumt werden

Das wäre ja noch schöner, wenn der Salzstadt Lüneburg das ‚weiße Gold’ ausginge - bei dieser Witterung reichen die Reserven für zwei Wochen, frohlockt man in der Hansestadt. Noch größer ist der Vorrat an Streusand, den sich die Lüneburger weiterhin am Betriebshof der AGL abholen können.

Im Landkreis sieht es anders aus „Streusalz ist aus“ meldete der Betrieb Straßenbau und -unterhaltung (SBU) am Dienstagnachmittag, seit Mittwoch kann er die Kreisstraßen und die Ortsdurchfahrten im Landkreis Lüneburg nicht mehr mit Salz streuen. Betroffen sind rund 385 Kilometer Straße, die nur noch geräumt werden können. Gleiches gilt auch für die rund 120 Kilometer Radweg im Landkreis Lüneburg, für die der SBU zuständig ist.

„Wir haben seit dem 28. Dezember 2009 kein Streusalz mehr erhalten. Unser Lieferant hat schlicht und einfach keinen Nachschub“, erklärt Robert Ruth, Leiter der SBU. „Wir haben bei verschiedensten Anbietern versucht, Salz zu bekommen. Aber es ist überall die gleiche Situation. Das geht leider nicht nur uns so, sondern auch vielen anderen Kommunen.“

Wäre denn die Salzstadt Lüneburg bereit, dem Landkreis auszuhelfen? - „Wir müssen doch selber haushalten“, erklärt für die Hansestadt Suzanne Moenck, „ja, wenn wir etwas übrig hätten...“ Dafür, dass an der Stadtgrenze Schluss ist mit ‚gemeinsam’, zeigt hat der Landkreis volles Verständnis: „Die Stadt ist selbst knapp dran und darf ihre Bürger nicht gefährden. Und die Mengen, die die Salzstadt abgeben könnte, brächten in der Fläche nicht viel,“ erklärt Christina Schreiber für den Landkreis, der sich in der ganzen Republik um Nachschub bemüht, bis zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht fündig wurde. Eine solche Wettersituation war nicht abzusehen und wir hatten bei der Bevorratung, wie viele andere, auch aus Umweltgründen auf einheimische Zulieferer gesetzt, erklärte Schreiber.

Der Landkreis appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, den Straßenverhältnissen angemessen zu fahren. „Wir haben vorsorglich noch eine kleine Notreserve zurückbehalten. So können wir beispielsweise bei Eisregen die Hauptstraßen frei halten, um dann unter anderem den Krankentransport aufrecht zu erhalten“, versichert Robert Ruth. -lk/sp/sn-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue