13.01.2012

Mehr Auswahl für Amt Neuhauser Schüler

Rolf Rehfeldt (li; Grüne) ist neuer Vorsitzender des Schulausschusses, der mit 23 Leuten sehr stark besetzt ist. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Brigitte Merz (SPD) gewählt. Zuständiger Fachdienstleiter beim Landkreis ist nach wie vor Michael Wieske (re).

Rolf Rehfeldt (li; Grüne) ist neuer Vorsitzender des Schulausschusses, der mit 23 Leuten sehr stark besetzt ist. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Brigitte Merz (SPD) gewählt. Zuständiger Fachdienstleiter beim Landkreis ist nach wie vor Michael Wieske (re).

Lkr. Lüneburg. Die Gemeinde Amt Neuhaus ist in einer besonderen Situation. Nach der Wende wurde der Landstrich dem Land Niedersachsen zugeschlagen, was man damals als positiv empfand. Dann allerdings flossen die meisten Fördergelder in die neuen Bundesländer und während dort Straßen, Schulen, Verkehrsverbindungen etc. entstanden bzw. ausgebessert wurden, blieb in Amt Neuhaus vieles unverändert. Dort findet der Spaziergänger und Ausflügler nun ursprünglichste Natur und traumhaft unberührte Landschaftsecken - ist auch viel wert und hat nicht jeder.

Wer dort lebt, stöhnt inzwischen nach über 20 Jahren Vereinigung der deutschen Lande, dass sich so wenig bewegt hat. Das Leben ist mit Beschwerlichkeiten verbunden, an die die Bewohner anderer Regionen Niedersachsens nicht einmal im Traum denken, dank intakter Infrastruktur und ausreichender Arbeitsmöglichkeiten. Busverbindungen, Bahnstrecken, Landstraßen, Bundesstraßen, Autobahnanschlüsse, nicht zuletzt ein gut ausgebautes Radwegenetz. Die Kinder stehen, überwiegend zu akzeptablen Zeiten auf, um rechtzeitig zur ersten Stunde in der Schule zu sein. Die Schulauswahl ist groß.

Nicht so in Amt Neuhaus. Hier haben die Schüler der weiterführenden Schulen teilweise schon bei gutem Wetter eine kleine Weltreise zu bewältigen. Von Fährenromantik keine Spur. Und wenn dann dank Schnee und Eis die Überfahrt Richtung Bleckede unmöglich wird, heißt es für die Eltern aktiv werden, alles stehen und liegen lassen und die Sprösslinge durch die verschneite Pampa über lange Umwege zur Schule zu bringen oder die Mietwagenbeförderung in Anspruch zu nehmen, die aber auch nicht schneller vorankommt. Die letzten beiden Winter stecken vielen noch in den Knochen.

Der Landkreis Lüneburg ist bemüht, die Region Amt Neuhaus zu stärken. So sind diverse Themen aus der Gemeinde in den verschiedensten Ausschüssen in nahezu jeder Sitzung Thema. Der Schulausschuss befasste sich nun in seiner ersten Sitzung des Jahres am Dienstag mit der Situation der gymnasialen Angebote. Die vom Fachbereichsleiter Michael Wieske ausgearbeitete Vorlage zum Besuch des gymnasialen Schulzentrums Dömitz sowie der Regionalschule und des Gymnasiums Boizenburg durch Schülerinnen und Schüler aus Amt Neuhaus ab dem Schuljahr 2012/13 machte deutlich, wie wichtig es ist, den Schüler/innen den Schulweg zu erleichtern, was allen Ausschussmitgliedern am Herzen lag. So hatte der neue Ausschussvorsitzende Rolf Rehfeldt (Grüne) eine lebhafte Aussprache zu diesem Tagesordnungspunkt zu leiten. Wer selbst einmal Pendelschüler war, wird aus eigener Erfahrung wissen, wieviel Zeit und Kraft ein beschwerlicher Schulweg kostet, Zeit, die nach einem 10-Stunden-Tag meist noch für Hausaufgaben, im Idealfall für Regeneration gebraucht wird. Wann sieht man die Kinder eigentlich noch spielen?

Bereits seit 2008 können Kinder aus dem so genannten Oberamt (Dellien, Preten, Haar, Kaarßen, Stapel, Tripkau und Sumte) des Amtes Neuhaus das gymnasiale Schulzentrum in Dömitz besuchen, wenn sie zum Schulhalbjahr eine gymnasiale Empfehlung der Grundschule Neuhaus vorweisen können.

Der Landkreis Lüneburg zahlt an den Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Stadt Boizenburg ein bereits vereinbartes bzw. noch zu vereinbarendes Gastschulgeld ab der 7. Klasse allerdings nur, wenn die Schülerinnen und Schüler tatsächlich den gymnasialen Zweig des Schulzentrums Dömitz bzw. das Gymnasium in Boizenburg besuchen. Außerdem werden die Fahrkarten von der 1. – 10. Klasse bezahlt.

Die Befürchtung, dass durch eine solche Maßnahme die Auslastung des Gymnasiums in Bleckede gefährdet wäre, ist grundlos. Das Gymnasium Bleckede war dreizügig geplant und diese Dreizügigkeit wird auch bei teilweiser Abwanderung der Amt Neuhauser Schüler erhalten bleiben, denn es besteht z. Zt. bereits eine Vierzügigkeit. Auch Kindern, die bereits das Bleckeder Gymnasium besuchen, soll der Wechsel freistehen. Die Regelung wird ab dem nächsten Schuljahr 2012/13 in Kraft treten. Sie wurde vom Ausschuss bei vier Enthaltungen angenommen.

Natürlich wurde in der Diskussion auch das Thema der geplanten Elbbrücke bei Neu-Darchau gestreift. Dieser Problematik nimmt sich aber ausführlich der Ausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV an, der morgen, am Freitag um 14.00 Uhr im Sitzungssaal des Landkreises beim Michaeliskloster tagt und in dem weitere Gutachten zum Thema vorgestellt werden. -EZ-Redaktion/stb-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue