17.12.2009

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit

Bleckede. Kaum ein Monat ist vergangen, dass der St. Jacobi-Chor und der Chor des Kirchenkreises ein Konzert zu Ehren des Bleckeder Komponisten Friedrich Wilhelm Kücken gaben. Am letzten Sonntag, dem 3. Advent, präsentierten sich die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Jan Peter Heine mit einem ganz anderen Repertoire. „Adventsmusik bei Kerzenschein“ lautete der Titel des Konzertabends, der zugleich als Benefizkonzert für die renovierungsbedürftige Orgel der St. Jacobi-Kirche diente. Der gesamte Kirchenraum war nur in Kerzenlicht getaucht, als der Chor mit dem vorweihnachtlichen Prozessionsgesang „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ feierlich in die Kirche einzog. Diese zentrale Adventsbotschaft sang der Chor an diesem Abend noch öfter, als Kanon und auch in einer herrlichen fünfstimmigen Motette von Andreas Hammerschmidt. Der Chor, der mit einigen erkältungsbedingten Ausfällen zu tun hatte, schlug sich tapfer durch dieses wirklich anspruchsvolle Chorstück. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten wurde er im Laufe des Abends zunehmend sicherer und begeisterte das erfreulich große Publikum mit Chormusik zum Advent aus Deutschland und Europa. Ein Highlight war sicherlich „O little town of Bethlehem“ aus dem Oxford Book of Carols. Auch ein kleines Instrumentalensemble hatte Kantor Heine wieder zusammenstellen können. In wechselnder Besetzung spielte er mit Roswitha Kuhl-Jockel – Geige, Christiane Kode – Cello, Renate Frunczik - Querflöte und Franziskus Geeb - Saxophon Perlen weihnachtlicher Barockmusik unter anderem von Johann Christoph Pepusch und Antonio Vivaldi. Heine konnte für das stimmungsvolle Adventskonzert außerdem eine Sängerin gewinnen, die ihre Wurzeln in Bleckede hat: Maren Tipke-Donath. Sie trug mit ihrer glockenhellen, sicher geführten Sopranstimme Lieder von Peter Cornelius und Gottfried Rüdiger vor und - das war wirklich etwas Besonderes - ein reizendes plattdeutsches „Weegenleed“, das dem Publikum außerordentlich gefiel. „Jazzy Christmas“ war der Titel eines fetzigen Arrangements für Orgel und Saxophon von Franziskus Geeb und Jan Peter Heine, eine sehr virtuose Improvisation über den Weihnachtsklassiker „Fröhliche Weihnacht überall“. Das war mal eine ganz neue Note in einem Adventskonzert. Noch einmal wurde es besinnlich, als die sieben Sänger der „Männerschola“ den mittelalterlichen Choral „Hodie Christus natus est“ anstimmten, dabei gemächlich durch die Kirche schritten oder sich im Kreis aufstellten. Die wunderschönen Männerstimmen verbreiteten eine meditative, fast heilige Stimmung in dem Kirchenraum. Der Chor verabschiedete sich mit zwei frisch gesungenen „Engelsliedern“ von dem Publikum, bevor zum Schluss alle gemeinsam das bekannte Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ anstimmten. Herzlicher Applaus für alle Mitwirkenden an der schönen und abwechslungsreichen Einstimmung auf Weihnachten.

Am Ende des Konzertes lud Jan Peter Heine die Besucher zu einem besonderen Orgelkonzert in der Sylvesternacht ein: Um 23 Uhr wird der Kantor in der St. Jacobi-Kirche mit zwei virtuosen Toccaten ein wahres „Orgelfeuerwerk entzünden“. Die Kirche ist ab 22.30 Uhr zur persönlichen Besinnung geöffnet. –EP-Redaktion/swr-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue