19.01.2010

„Logisch und nicht ideologisch“

Keine Kostverächter (von links): Hollenstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Rennwald, Geschäftsführer der „Flusslandschaft Elbe“ Jens Kowald und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Ehlen ließen es sich schmecken.

Keine Kostverächter (von links): Hollenstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Rennwald, Geschäftsführer der „Flusslandschaft Elbe“ Jens Kowald und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Ehlen ließen es sich schmecken.

Berlin. „Logisch und nicht ideologisch muss Landesplanung sein“, ist Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen überzeugt und schaut zufrieden über den Gemeinschaftsstand der drei LEADER-Regionen zwischen Heidesand und Elbestrand in Halle 5.2 a. Wenn es um Tourismus entlang der Elbe ginge, müsse regionsübergreifend, wenn nicht sogar länderübergreifend, gedacht werden. Mit einem Blick auf Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko fügt er hinzu: „Die Elbe fließt durch Niedersachsen und durch Hamburg.“ Die Zeiten, in denen man damit weiterkam, dem Nachbarn nicht das Schwarze unter den Nägeln zu gönnen, seinen vorbei, sagt der Minister und hofft auf weitere wechselseitige Entwicklungsprozesse.

Gemeinsame Ansatzpunkte entdecken und sich besser kennenlernen - dazu sei ein Messeauftritt wie geschaffen, urteilt Elbtalaues Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer. Für ihn ist auch ein gemeinsames Fremdenverkehrsverzeichnis keine allzuferne Zukunftsmusik: „Schließlich ist es dem Elbe-Urlauber egal, zu welcher Kommune sein Reiseziel gehöre, Hauptsache das Angebot stimmt.“ Im Moment gibt es von jedem der drei Tourismusverbände Lüneburger Heide, Flusslandschaft Elbe und Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland je ein Verzeichnis.

Für den Besuch bedankte sich Meyer bei Ehlen und Gedaschko am Freitag im Namen der drei Regionen mit Wein aus Hitzacker. Nur an den Landungsbrücken in Hamburg-St. Pauli wächst in Deutschland noch weiter nördlich Wein. Aufstellung fürs Foto nahmen die Vertreter aus Politik und Verwaltung vor den beiden Aquarellen des Seevetaler Künstlers Jürgen Waldow. Riesengroß prangen sie von der Rückwand des Standes 102 und geben bildhaft die gemeinsamen Landschaftselemente Heide und Elbe wieder.

Tatsächlich taten sich bereits am ersten Messetag Kooperationsmöglichkeiten auf. So verabredeten beispielsweise die Landkäserei Fehling und die Kräuterfirma Wischendorff (beide Landkreis Harburg) nachdem sie vor begeistertem Publikum Kräuterfrischkäse zubereitet hatten, über eine Zusammenarbeit nachzudenken. Bereits Tradition hat die Kooperation innerhalb des Niedersächsischen Landfrauenverbandes. Auf der Bühne stellte seine Geschäftsführerin Maria Vogel die neueste Aktion „Landfrauen radeln um die Welt“ vor, bei der 285 Landfrauenvereine versuchen, insgesamt 40.000 Kilometer innerhalb einer Woche auf dem Drahtesel zurückzulegen. Das Startgeld komme dem Projekt „Kochen mit Kindern“ zugute, so Vogel. Eine frische Gemüsepfanne, aus regionalen Zutaten zubereitet, hielten die Harburger Kreisvorsitzende Karin Plate und ihre gelb geschürzten Kolleginnen für die rund 100 Akteure plus Besucher bereit. Ausgesuchte kamen gar in den Genuss ihrer Lavendelkekse nach dem Kräuter- und Blütenkochbuch des Kreisverbandes. Viel Zuspruch bekam auch der Programmpunkt Tulpenzauber von ARD-Buffet-Moderatorin Marlen Dürrschnabel. Der Kontakt zur „Blumenfrau“ habe sich über die Winsener Dahlienfreunde ergeben, erklärte Matthias Wiegleb vom Stadtmarketing. Ein großes Hallo gab es ebenfalls beim Auftritt der „Elbdeich-Brummer“ aus der Gemeinde Stelle. Bei ihren Heimatliedern sang das Publikum beherzt mit.

Am Freitag und Samstag stellte sich vor allem die LEADER-Region Achtern-Elbe-Diek vor, die darauffolgenden Tage gehören dem Regionalpark Rosengarten und der LEADER Elbtalaue. -Text/Foto Bianca Helmcke-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue