Kirchenkreistag Bleckede stellt Weichen für die Arbeit bis 2017

Bleckedes Superintendent Christian Cordes mit seinen beiden Stellvertreterinnen, Uschi Schaefer-Weskott (li.) und Dr. Sabine Manow (re.).
Brietlingen. Im Mittelpunkt der 12. Sitzung des Bleckeder Kirchenkreistags, die am vergangenen Freitag im Gemeindesaal Brietlingen stattfand, stand die Verabschiedung der Zukunftspläne des Kirchenkreises bis 2017. Darin sind sowohl die Stellen- und Finanzplanung für den Planungszeitraum 2013 bis 2016 als auch die von der Landeskirche geforderten Grundstandards und Handlungskonzepte kirchlicher Arbeit enthalten. Der Kirchenkreistag, unter dem Vorsitz von Henning Wedemeyer, verabschiedete einstimmig die in monatelanger Vorarbeit von einer Arbeitgruppe gefassten Beschlüsse. Auf dem Stellenplan des Kirchenkreises mit 15 Gemeinden stehen noch 12 Pfarrstellen. Trotz weiter sinkender Mitgliederzahlen und Einnahmen werden keine weiteren Pfarrstellen gestrichen. „Die persönliche Nähe zu den Menschen im ländlichen Raum ist uns wichtig“, unterstreicht Bleckedes Superintendent Christian Cordes. Daher unternehme der Kirchenkreis alles, um so gut wie möglich in der Fläche präsent zu bleiben. Gleichwohl könne es nicht so weitergehen wie bisher, machte Cordes in seinem Bericht in der Kirchenkreistagssitzung deutlich.
Gemeindegliederzahl sank nach doppeltem Abitur-Jahrgang dramatisch
Die jüngsten Personalkürzungen - 3,5 Stellen seit Dezember 2009 - führten zu schmerzlichen Einschnitten, die überall spürbar sind. Das kann nicht übersehen werden, ebenso wenig der Rückgang der Bevölkerung und der Gemeindemitgliederzahlen. Von Juni bis November 2011 hat der Kirchenkreis Bleckede mehr als 1 Prozent seiner Gemeindeglieder verloren, obwohl in vielen Gemeinden die Zahl der Eintritte höher war als die der Austritte. Es hat 540 Wegzüge gegeben, darin enthalten sind - vermutlich auf Grund des doppelten Abiturjahrgangs - 273 junge Gemeindeglieder, die nun zum Studium und zu Auslandsaufenthalten aus der Region weggezogen sind. Darunter waren auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendkreise und nebenberufliche Organistinnen, die nun leider fehlen. Außerdem setzte sich der Trend fort, dass der Kirchenkreis im Osten stärker schrumpft als im Westen, wo die Gemeindegliederzahl eher stabil bleiben. Das führte zwangsläufig zu weiteren strukturellen Veränderungen. Superintendent Cordes legte in seinem Bericht vor dem Kirchenkreistag die Konsequenzen für die künftige Arbeit dar. „Wir wollen weiter Kirche Jesu Christi sein. Dabei sind wir uns durch die Erfahrungen der Kirchengeschichte gewiss, dass der Glaube immer unter veränderten Bedingungen gelebt wurde und gelebt wird und dass die materiellen Rahmenbedingungen unserer Zeit nicht Voraussetzung für gelingendes kirchliches Leben sind“, so Cordes. Als Handlungsziele nannte der Superintendent unter anderem die Unterstützung und Stärkung der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeinden durch Aus- und Fortbildungen, seien es die LektorInnen, die Mitarbeiter in der Jugendarbeit, im Besuchsdienst der Kirchengemeinden sowie die KirchenvorsteherInnen. „Wir möchten auf die Fragen der Menschen unserer Zeit und unseres Lebensraumes Antworten finden“, so Cordes. „Das setzt voraus, dass wir ihnen zunächst zuhören und die dazu nötigen Formen des Gesprächs finden.“ Dabei wird sich die Rolle der Pastoren und Pastorinnen zunehmend verändern. „Sie werden mehr als früher die Rolle eines Begleiters oder Trainers übernehmen“, so Cordes. Sie müssen neu das Zuhören üben, ferner die in der theologischen Ausbildung erworbenen Fähigkeiten verstärkt nutzen und Ballast abwerfen. Das heißt Aufgaben abgeben, die nicht zu den durch Ausbildung und Berufung begründeten Aufgaben gehören, wie etwa die Abrechnung einer Baumaßnahme oder die Verwaltung eines Friedhofs. Es muss wieder mehr Zeit für wirkliche Seelsorge eingeräumt werden. Der Besuchsdienst in den Gemeinden muss gestärkt und im Kirchenkreis vernetzt werden. „Wir müssen den Menschen deutlich signalisieren, dass wir ansprechbar sind“, so Cordes, „wir müssen vom Glauben reden und zu Glaubenskursen einladen.“ Trotz der anstehenden Veränderungen sieht der Superintendent den Kirchenkreis auf einem guten Weg. „Die Kirche lebt nicht vom Geld, sondern vom Geist Gottes, der die Menschen antreibt. Und der wird nicht gekürzt“, so Cordes. „Die Jahreslosung für 2012 „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ möge uns alle in unserer Arbeit begleiten und stärken.“
Kürzlich wurde Pastorin Uschi Schaefer-Weskott zur neuen stellvertretenden Superintendentin im Kirchenkreis Bleckede gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Pastor Giesel an, der den Kirchenkreis verlassen hat. Der Kirchenkreistag wählte nun Pastorin Schaefer-Weskott neu in den Kirchenkreisvorstand. Zusätzlich wurde die Berufung eines weiteren Mitglieds in den Kirchenkreistag auf die Tagesordnung genommen. Jörg Sohst aus Bleckede wurde einstimmig in das Gremium gewählt. –EZ-Redaktion/swr-
