27.05.2010

Island in Ellringen

Dosenwerfen der anderen Art: Jandra Marx aus Delmenhorst hat ihren Isländer Skuggi gut im Griff bei ihrem ersten Turnier, dem Kindertrail auf dem Kronshof in Ellringen.

Dosenwerfen der anderen Art: Jandra Marx aus Delmenhorst hat ihren Isländer Skuggi gut im Griff bei ihrem ersten Turnier, dem Kindertrail auf dem Kronshof in Ellringen.

Ellringen. Die Wiese voller Anhänger und Wohnwagen, Islandpferde und Menschen in Reiterhosen so weit das Auge reichte: Das Kronshof-Special lockte am langen Pfingstwochenende zahlreichen Besuch nach Ellringen. Auch das Wetter bot Abwechslung, vom wärmsten Sonnenschein, Kühle, Wind und Gewitter war alles dabei.

„Selbst wenn 150 Liter Regen runterkämen, hätte Lothar (Schenzel) das im Griff“, die Besucherin aus Delmenhorst bei Bremen weiß, wovon sie redet. Mit ihrer Tochter und natürlich den Isländern ist sie schon länger jedes Jahr in Ellringen mit dabei. Das Turnier auf dem Kronshof ist alljährlich eines der ersten und größten Turniere seiner Art und gilt unter Reitern als ausgezeichnete Gelegenheit, einen guten Start in die Saison zu erwischen. Als das Kronshof-Special vor Jahren von Hochwasser und sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wurde, organisierte Gastgeberfamilie Schenzel kurzerhand Übernachtungsmöglichkeiten in Turnhallen in der Umgebung.

Erstmals in diesem Jahr war Jandra Marx aus Delmenhorst mit dabei. Seit zwei Jahren ist die ehrgeizige Achtjährige vom Reitfieber gepackt. In Ellringen war sie eine der jüngsten Starterinnen. „Das ist eine der Besonderheiten bei uns auf dem Kronshof“, erzählte Elke Schenzel am Wochenende im Regionalprogramm des NDR: „Hier sind von Freizeitreitern bis Weltklasseplatzierten alle mit dabei, von jung bis alt“.

Auch wenn die Dosen dem vom Pferd aus geworfenen Tennisball standhaft trotzten, war Jandra mit ihrem ersten Turnierstart und Isländer Skuggi gut zufrieden. Um weder die hölzerne Hochzeitsfeier ihrer Eltern am Abend noch die Reiterprüfungen am folgenden Vormittag zu verpassen, nahm sie selbst die lange Fahrt von Ellringen nach Delmenhorst und wieder zurück gerne in Kauf.

Auf der großen Bahn nebenan zogen derweil die erwachsenen Reiter ihre Runden und präsentierten nach passender Musik aus den Lautsprechern die verschiedenen Gangarten ihrer Isländer. Auch wenn die unmittelbar im Anschluss vergebenen Noten der Preisrichter die Ernsthaftigkeit der Vorführung zeigten – schließlich ging es in mehreren Läufen um Platzierungen und Pokale – blieb die Stimmung auf dem großzügigen Platz nicht zuletzt wegen der gut gelaunten Moderation entspannt und wohlwollend.

„Die Freunde und Freundinnen der Island-Pferde sind eine große, gute Gemeinschaft, das merkt man einfach“, bemerkte eine Teilnehmerin am Rande des Turniers zu den nicht reitenden, neugierigen Gästen. Und wer Isländer liebt, scheint auch für Hunde ein Herz zu haben. Wohl bei kaum einer Großveranstaltung ist die Hundedichte und Rassenvielfalt so hoch wie in Ellringen. –EP-Redaktion/lh-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue