20.01.2012

Henning Berkenbusch neuer Ortsbrandmeister Neetze

Die geehrten und beförderten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neetze sowie das Kommando (sitzend): Der noch amtierende Ortsbrandmeister Manfred Hagemann (Mitte), sowie sein Nachfolger Henning Berkenbusch (r.) und dessen zukünftiger Stellvertreter Frank Hauser (l.).

Die geehrten und beförderten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neetze sowie das Kommando (sitzend): Der noch amtierende Ortsbrandmeister Manfred Hagemann (Mitte), sowie sein Nachfolger Henning Berkenbusch (r.) und dessen zukünftiger Stellvertreter Frank Hauser (l.).

Neetze. Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am vergangenen Samstag herrschte eine ungewohnte Nervosität, die selbst einen „alten Hasen“ wie Ortsbrandmeister Manfred Hagemann ein wenig aus der Ruhe brachte. Grund hierfür waren die anstehenden Ortsbrandmeisterwahlen. Hagemann fand, dass es nach 13 Jahren an der Zeit sei, Platz für die Jüngeren zu machen, und stand nicht zur Wiederwahl. Somit waren an diesem Abend „seine letzten Minuten angelaufen“, wie sein Bruder, Gemeindebürgermeister Heinz Hagemann, in seinen Grußworten scherzhaft kommentierte. Richtig ist jedoch, dass Hagemann noch bis zu seiner offiziellen Verabschiedung vom Rat, Mitte März, das Amt inne hat.

 

„Es gab Siege und Niederlagen“

Bevor es ans Eingemachte ging, wurden in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Neetze die Mitglieder Hans Nobisrath, Günther Schwarz, Heinz Ehrlich, Karl-Heinz Böttcher und Udo Körner für 25-jährige fördernde Mitgliedschaft geehrt. Der Förderverein besteht aktuell aus 215 Mitgliedern.

Eine ebenso positive Mitgliederstärke kann die im Jahr 2009 gegründete Kinderfeuerwehr „Die Löschraketen“ (EZ berichtete) vorweisen. Kinderfeuerwehr- und Jugendwart Marco Fahlbusch hat derzeit 19 Kinder (10 Mädchen und 9 Jungen) mit einem Durchschnittsalter von 8 Jahren in seiner Obhut. Davon können in diesem Jahr 6 Kinder in die Jugendfeuerwehr wechseln.

Auch bei der Jugendfeuerwehr gab es eine überaus positive Entwicklung zu verzeichnen. Wo Martina Suuck vor zwei Jahren noch einen Tiefststand von 7 Mitgliedern zu beklagen hatte, sind nun 16 Jugendliche (8 Mädchen und 8 Jungen) im Alter von Durchschnittlich 13 Jahren aktiv. 2 Mitglieder werden in diesem Jahr sogar parallel am Dienst in der aktiven Feuerwehr teilnehmen.

Einzig Spielmannszugführer Klaus Dieter Lüdemann hatte an diesem Abend keine guten Neuigkeiten für seine Kameraden. Zwar besteht der Spielmannszug derzeit aus 12 Mitgliedern, dennoch hatte man im vergangenen Jahr laut Lüdemann eine „schöpferische Erholungsphase“ einlegen und viele Termine absagen müssen, da die Mitgliederstärke oft nicht ausreichte. Nun wolle man sich zusammensetzen und gemeinsam über eine Lösung nachdenken, da man sonst die Ära des Spielmannzuges beenden müsse.

Für Manfred Hagemann zählte diese Entwicklung zu den Niederlagen seiner 13-jährigen Amtszeit, da er immer gehofft hatte, den Spielmannszug - der in zwei Jahren sein 50. Jubiläum feiern würde - retten zu können. Dennoch kann er auch auf viele Höhepunkte zurückschauen, wie unter anderem die Hallensanierung, den Kreisfeuerwehrtag 2008 anlässlich des 125. Jubiläums der Feuerwehr in Neetze und nicht zuletzt die Beschaffung des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 10/6 (EZ berichtete) im März 2011. „Es gab Siege und Niederlagen, aber wer nicht verlieren kann, hat das Siegen auch nicht verdient“, fasste es Hagemann zusammen.

 

Die Wahl zum Ortsbrandmeister

Als Punkt 7 der Tagesordnung waren die Wahlen festgelegt worden. In geheimer Abstimmung wurde über den einzigen Vorschlag des Abends für das Amt des Ortsbrandmeisters entschieden: Henning Berkenbusch, bis zu diesem Zeitpunkt noch stellvertretender Ortsbrandmeister, wurde mit 37 Ja-Stimmen und 4 Gegenstimmen zum neuen Ortsbrandmeister ernannt. Als sein Stellvertreter wird ihm zukünftig Oberlöschmeister Frank Hauser zur Seite stehen, der mit 40 Ja-Stimmen und 3 Gegenstimmen gewählt wurde. Zusätzlich wurde Sebastian Markwardt einstimmig zum stellvertretenden Atemschutzwart gewählt.

Manfred Hagemann schien mit dem Ausgang der Wahl sehr zufrieden. In seinem Tätigkeitsbericht ließ er Henning Berkenbusch ein „dickes Sonderlob“ zukommen, da dieser im vergangenen Jahr schon in Teilbereichen die 2/3-Ortsbrandmeisterzeit erreicht habe. „Dass du bei Einsätzen der schnelle Frontmann bist, brauch ich keinem hier erzählen“, rühmte Hagemann.

Insgesamt waren die 53 aktiven Kameraden und Kameradinnen der Freiwillige Feuerwehr Neetze im vergangenen Jahr in 22 Einsätzen tätig, davon waren 15 Hilfeleistungen und 7 Brandeinsätze. So kamen 597,5 Einsatzstunden zusammen, gut 100 mehr als noch im Jahr 2010.

 

„Modellpflege“ in der Neetzer Feuerwehr

Als neues Mitglied darf sich zukünftig Christoph Cordes für ein Jahr bei der Neetzer Feuerwehr beweisen. Marcel Schulz und Ralf Peters haben diese Probezeit bereits hinter sich (bzw. haben die Leistungsspange bestanden) und wurden zu Feuerwehrmännern ernannt. Ebenfalls befördert wurden: Marco Fahlbusch, Johannes Diminoi und Jan-Stefan Berkenbusch zu Hauptfeuerwehrmännern sowie Thorsten Schulz zum Löschmeister. Und da es „nicht so gut aussieht“, wenn der neue Ortsbrandmeister den selben Rang hat wie sein Stellvertreter, beförderte Gemeindebrandmeister Horst Holtmann Henning Berkenbusch abschließend zum Hauptlöschmeister.

Geehrt wurden an diesem Abend außerdem Frank Hauser, Jens-Peter Soetebeer und Jörg Wind für 25-jährige Feuerwehrzugehörigkeit sowie Uwe Lüdke und Karl-Heinz Oldenburg für 40 Jahre. Bei der Seniorenadventsfeier am 1. Advent war bereits der Erste Hauptfeuerwehrmann Helmut Tschentscher für 50 Jahre bei der Feuerwehr geehrt worden.

Nach der Auflösung der „Heinz-Partei“ im Gemeinderat (EZ berichtete) war die Amtsniederlegung von Manfred Hagemann für viele ein weiterer Wermutstropfen im Jahr 2012 in Neetze. Dennoch schaut Hagemann gewohnt optimistisch in die Zukunft: „Die Freiwillige Feuerwehr Neetze wird weiter eine gute Marke sein – nur sie bekommt eine Modellpflege – und das ist nach 13 Jahren auch gut so!“, sagte er im Rahmen seiner Verabschiedung, in der ihm stehende Ovationen, anerkennende Worte und Präsente zuteil kamen.

Nach Beenden der Versammlung lud das Neetzer Kommando schließlich alle Anwesenden zum Spiegelei-Essen ein – eine Tradition, die es in dieser Form schon seit Jahrzehnten bei Ortsbrandmeisterwahlen in Neetze gibt. –EZ-Redaktion/cb-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue