Heitere Geschichten und weihnachtliche Akkordeonklänge
Dahlenburg. Gut besucht war die Adventsfeier der Dahlenburger Landfrauen am vergangenen Dienstag im Hotel zur Münchnerin. Achtzig Damen waren der Einladung gefolgt. Nach einem besinnlichen und gemütlichen Kaffeetrinken begrüßten Gerlinde Voss und Helga Gehrke vom Vorstand die Buchautorin und Geschichtenerzählerin Irene Sander aus Horndorf. Mit ihr hatte Hanna König aus Wendhausen von den Landfrauen mit ihrem Akkordeon zur weihnachtlichen Unterhaltung beigetragen.
Lustige Geschichten, Lebensweisheiten, Witze und die Tücken des Alltags standen im Mittelpunkt der von Irene Sander selbst verfassten und in Plattdeutsch vorgetragenen Geschichten und Anekdoten. So erfuhren die Dahlenburger Landfrauen, dass entgegen der Werbung weder Creme noch Gesichtsmasken etwas gegen Falten auszurichten vermögen. Ab einem bestimmten Alter können Falten nur noch wirksam entfernt werden, wenn man erst die Brille abnimmt und dann in den Spiegel schaut. Zwischen den Geschichten und Witzen von Irene Sander sangen die Landfrauen gemeinsam Weihnachtslieder, die von Hanna König textsicher vorgegeben wurden.
In welche Konflikte eine Hausfrau kommt, wenn sie am nächsten Tag Gäste erwartet und gleichzeitig einen Karpfen und eine Sahnetorte im Kühlschrank unterbringen will, aber nur ein Teil von beiden hineinpasst, schildert die Geschichte vom Weihnachtsessen. Um das Problem zu lösen, entschloss sich die Hausfrau, den Karpfen in einem Karton unter dem Apfelbaum und unter Schnee im Garten zu vergraben. Der war aber am nächsten Tag verschwunden und wie sich herausstellte, vom Nachbarhund ausgebuddelt und aufgefressen worden. Das Weihnachtsessen würde ins ‚Wasser fallen‘ wenn kein Ersatz aufgetrieben werden kann.
Alle Reste aus dem Kühlschrank wurden zusammengesucht, zu einem Auflauf verarbeitet und das Ganze mit Ei und Käse überbacken. Das ‚Notgericht‘ hat den Gästen so gut geschmeckt, dass sie sich bei der Gastgeberin nach dem Namen und nach dem Rezept erkundigten. “Misch-was-da-ist“, lautete die Antwort der Hausfrau, „etwas Exotisches aus Afrika“, fügte sie hinzu. „Wie heißt das noch mal“, fragte einer der Gäste und wollte schon anfangen mit zu schreiben. „Misch-wa...äh, ich muss im Kochbuch nachschauen“, sagte die Gastgeberin und zog sich damit erst einmal aus der Affäre. Man muss sich nur zu helfen wissen und Improvisation kann manchmal auch zu einem guten Ergebnis führen.
Weitere plattdeutsche Geschichten über ‚de dode Hahn‘ und über Aberglauben folgten und Irene Sander gab noch einige Witze zum Besten. Eingerahmt von Hanna Königs Akkordeonmusik und von Weihnachtsliedern ging ein harmonischer und unterhaltsamer Nachmittag zu Ende. Die Dahlenburger Landfrauen treffen sich am 12. Januar 2010, um 14.30 Uhr, wieder im Hotel zur Münchnerin. Die Schriftstellerin Ina Freiwald wird einen Vortrag zum Thema ‚Die Familie, unser Lebensweg‘ halten. -EP-Redaktion/jw-

