Haushalt ausgeglichen, Gemeinde schuldenfrei
Thomasburg. Unter dem Motto ‚Bewährtes erhalten, Neues mit Augenmaß angehen‘ eröffnete Bürgermeister Dieter Schröder im Sportheim Thomasburg die 15. Sitzung des Gemeinderates, in deren Mittelpunkt der Haushaltsplan 2010 stand.
Ja, es gibt sie tatsächlich noch, Kommunen, die einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können, die schuldenfrei sind, keine Kredite benötigen und die sogar noch über gut angelegte Rücklagen verfügen. In der Samtgemeinde Ostheide und auch darüber hinaus ist Thomasburg wahrscheinlich damit eine der wenigen Gemeinden, die eine solche Bilanz vorweisen kann. In einer ruhigen und sachlichen Atmosphäre, unterstützt durch den Kämmerer der Samtgemeinde Ostheide, Rainer Sievers, legte Bürgermeister Dieter Schröder den Entwurf des Haushaltsplanes 2010 vor.
Neues Buchungssystem ‚Doppik‘
Das neue kaufmännische Buchungssystem ‚Doppik‘ hat inzwischen auch in Thomasburg die bisherige Haushaltsführung nach dem kameralistischen System abgelöst und bei den Ratsmitgliedern für die eine oder andere Irritation gesorgt. Der neue Haushaltsplan sei nicht einfach zu lesen, es fehle der Überblick über die einzelnen Haushaltspositionen und die Kameralistik sei überschaubarer gewesen, hörte man Stimmen aus dem Rat. „Ich habe Verständnis für diese Auffassung und kann nur darauf hinweisen, dass der Gesetzgeber auch für die Kommunen die kaufmännische Buchführung eingeführt hat. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, es wird aber für alle Beteiligten noch Zeit brauchen, bis das neue System umgesetzt und angenommen ist“, erläuterte Sievers. Ob dieses System für die Kommunen das Richtige sei, müsse abgewartet werden, gab der Kämmerer zu Bedenken, denn in der Wirtschaft könne man sich von den defizitären Bereichen trennen, das könne aber eine Kommune nicht, hieße es doch beispielsweise Kindertagesstätten, die hohe Zuschüsse erforderten, zu schließen. Insofern sei die Gleichsetzung mit der Wirtschaft im Hinblick auf die Einführung der kaufmännischen Buchführung mit einer Gewinn- und Verlustrechnung auch in den Kommunen mindestens zu hinterfragen, merkte Sievers an. „Entscheidend im neuen System sind nicht mehr die einzelnen Haushaltspositionen, sondern das Produkt“, machte er deutlich und führte weiter aus, „dass innerhalb des Produktbereiches die Ertragspositionen oder Aufwendungen keine Rolle mehr spielen, sondern die Summe, die der Rat für das Produkt vorgibt, ist entscheidend und muss eingehalten werden.“
Energiesparlampen erhellen Thomasburg
Es setzte sich die Erkenntnis bei Bürgermeister Schröder und auch im Rat durch, dass die neue Buchführung in der Tat künftig noch einige Probleme mit sich bringen wird. Trotzdem hat sich der Rat mit dem Zahlenwerk befasst und die Maßnahmen für 2010 auf den Weg gebracht. Schwerpunkt wird die Erneuerung und Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende Lampen in der Gemeinde Thomasburg sein. Der entsprechende Zuwendungsbescheid vom Land liegt dazu vor – im nächsten Jahr kann es losgehen.
Der Zuschussbedarf für den Kindergarten beträgt 90.000 Euro und mit 18.000 Euro beteiligt sich die Gemeinde Thomasburg an der Kinderkrippe in Neetze. Für den Bebauungsplan Radenbeck sind weitere 7.500 Euro vorgesehen.
Der ausgeglichene Haushaltsplan 2010 sieht unter Berücksichtigung von Abschreibungen, Einzahlungen (Einnahmen) und Auszahlungen (Ausgaben) aus laufender Verwaltungstätigkeit 738.3000 Euro vor. „Die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuer liegen unverändert bei 330 Punkten und sind damit die niedrigsten Hebesätze im Landkreis Lüneburg“, verkündete Bürgermeister Dieter Schröder nicht ohne Stolz.
Sportheimausbau unterstützt
Mit einem Gesamtaufwand von 117.000 Euro wurde das Sportheim Thomasburg erweitert, umgebaut und modernisiert. Neben neuen Umkleidekabinen ist auch ein an die Gaststätte angrenzender Jugendraum entstanden, der durch eine Schiebetür mit dem Gastraum verbunden ist. Die Gemeinde Thomasburg hat sich an dieser Maßnahme bisher mit 20.000 Euro beteiligt.
Nachdem der Rat den Haushaltsplanentwurf, den Stellenplan und die Haushaltssatzung einstimmig verabschiedet hatte, bedankte sich zum Schluss der Sitzung Bürgermeister Dieter Schröder bei Rainer Sievers und bei den Mitgliedern des Gemeinderates für ihre Mitarbeit. -EP-Redaktion/jw-

