Gienauer Wehr intakt - Einsatzfahrzeug marode
Gienau. Ortsbrandmeister Markus Brusche konnte mit seinem Kommando anlässlich der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gienau nahezu alle aktiven Angehörigen der Ortswehr, Mitglieder der Altersabteilung und Fördermitglieder sowie und eine Vielzahl von Gästen im voll besetzten Gerätehaus begrüßen. Darunter den stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister Ullrich Rambusch, den stellvertretenden Kreisbrandmeister Matthias Kleps, der erstmals in Gienau war, und den stellvertretenden Gemeindebrandmeister Christian Hüppe. Traditionell begrüßte Markus Brusche auch die Vertreter der benachbarten Ortsfeuerwehren Altenmedingen, Bohndorf und Eddelstorf aus dem Kreis Uelzen sowie die Ortsbrandmeister und Vertreter des 3. Zuges der Samtgemeindefeuerwehr Dahlenburg aus Boitze, Seedorf und Lemgrabe. Von den Geldinstituten begrüßte Brusche Rafael Brandt und Hans-Heinrich Cordes von der Sparkasse Lüneburg sowie Simone Werner von der Volksbank Lüneburger Heide.
Protokollverlesung in Rekordzeit
Außergewöhnlich verlief auf der diesjährigen Generalversammlung die Protokollverlesung durch Schriftführer Eckhard Lütgens. Vor 40 Jahren wurde er vom damaligen Ortsbrandmeister als junger Feuerwehrmann in der Gienauer Feuerwehr zum Protokollführer ‚vergattert‘. Das Protokoll der damaligen Generalversammlung vom 6. Februar 1970 verlas Eckhard Lütgens und hat die Zuhörer teilweise zum Schmunzeln und zum Staunen gebracht. „Das war eine andere Zeit, eine solche Vorgehensweise wäre heute undenkbar“, merkte Eckhard Lütgens an. Danach hat er in rekordverdächtigen drei Minuten das Protokoll der letzten Generalversammlung vorgelesen. Ohne etwas wegzulassen oder zu vergessen wurde dennoch ihr Verlauf vollständig wiedergegeben.
In seinem Jahresbericht ging Ortsbrandmeister Markus Brusche auf die Aktivitäten und Einsätze der Feuerwehr Gienau ein. Im Jahre 2009 waren fünf Einsätze abzuarbeiten, darunter zwei Strohballenbrände, ein Scheunenbrand, ein Hilfeleistungseinsatz und der Großeinsatz bei der Molda AG am 9. August 2009 (EP berichtete). Insgesamt hat die Feuerwehr Gienau 106 Einsatzstunden abgeleistet. Zählt man alle Dienste und Aktivitäten zusammen, so kommt eine Gesamtstundenzahl von 3.695 heraus. Danach hat jedes aktive Feuerwehrmitglied 84 Stunden im Dienstjahr 2009 geleistet.
Schwerpunkt Aus- und Fortbildung
Neben zahlreichen Schulungsabenden und zwölf Monatsübungen lag der Schwerpunkt im Bereich der Aus- und Fortbildung. Hierbei zeichnete sich besonders Stefan Dick aus, der als Ausbilder bei der Bundeswehrfeuerwehr in Munster tätig ist und durch sein Wissen und seine praktische Erfahrung der Feuerwehr Gienau in erheblichem Umfange hilft. Mit Stand vom 31. Dezember 2009 gehören der Feuerwehr Gienau 44 aktive Kameradinnen und Kameraden an. „Die Personalstärke der Aktiven würde somit für zwei Ortsfeuerwehren ausreichen. Eine erstaunliche Zahl für eine so kleine Ortsfeuerwehr“, merkte der stellvertretende Kreisbrandmeister Kleps an. Erfreulich ist die Tatsache, dass drei junge Männer und zwei junge Frauen neu in die Wehr aufgenommen wurden und drei Übertritte aus der Jungendfeuerwehrabteilung zu verzeichnen sind. Die gemeinsam mit der Ortswehr Seedorf geführte Jugendfeuerwehr besteht zurzeit aus 14 Mitgliedern. Aus der Feuerwehr Gienau engagieren sich sechs Kameraden in der Gefahrengruppe der Samtgemeinde und drei weitere in der Kommunikationsgruppe.
Die Ortswehr Gienau hat zum 13. Mal den Feuerwehrmarsch ‚Rund um Gienau‘ veranstaltet. Aus insgesamt sechs Landkreisen kamen 30 Gruppen nach Gienau. Sieger wurde die Feuerwehr Wrestedt aus dem Kreis Uelzen. Die wohl mit Abstand am weitesten angereiste Feuerwehr kam aus Güstävel, hinter Schwerin und hat etwa 3,5 Stunden Anfahrtszeit benötigt.
Fahrzeugprobleme allgegenwärtig
Die 12 Ortsfeuerwehren in der Samtgemeinde Dahlenburg sind unterschiedlich und vielseitig, jedoch plagt die meisten Ortswehren das Problem der Fahrzeugüberalterung. Auch während der Generalversammlung der Ortsfeuerwehr Gienau war die Fahrzeugfrage gegenwärtig. Die politischen Vertreter der Samtgemeinde bestätigen auf allen Generalversammlungen, dass im Fahrzeugbereich Nachrüstungsbedarf besteht und neue bzw. gebrauchte Einsatzfahrzeuge angeschafft werden müssen. Die dramatische Haushaltslage und die hohe Verschuldung der Samtgemeinde setzen diesem Vorhaben aber Grenzen. Vom stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister Rambusch wurde die kurzfristige Beschaffung eines wasserführenden Fahrzeuges mit einer Gewichtsbegrenzung von 7,5 Tonnen in Aussicht gestellt. Zwei Wehren in der Samtgemeinde Dahlenburg müssen kurzfristig mit neuen Fahrzeugen ausgerüstet werden, es handelt sich um die Ortsfeuerwehren Gienau und Pommoissel. Dabei stellt sich die Frage, zwei gebrauchte Fahrzeuge zu beschaffen oder zunächst eine Wehr mit einem neuen oder mit einem Vorführfahrzeug auszustatten. Diese Frage wird in Kürze in den politischen Gremien der Samtgemeinde zusammen mit der Feuerwehrführung geklärt.
Ortsbrandmeister befördert
Im weiteren Verlauf der Versammlung beförderte Mathias Kleps Ortsbrandmeister Markus Brusche zum Brandmeister. Wolfgang Schienke wurde für 25-jährige Mitgliedschaft der Feuerwehr Gienau ausgezeichnet und Claudia Gierke erhielt aus der Hand des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters stellvertretend für die Wettkampfgruppe Gienau die Leistungsspange des Landkreises Lüneburg. Zum Abschluss der Versammlung bedankte sich Ortsbrandmeister Markus Brusche mit einem gut gefüllten Präsentkorb bei Henning Gronholz aus Gienau, der unentgeltlich mit seinen Mitarbeitern die Fläche vor dem Feuerwehrgerätehaus gepflastert und den Außenbereich gestaltet hat. -EP-Redaktion/jw-

