11.02.2010

"... gestorben achtzehndreizehn“

Michael Müller-Oetken aus Neu Wulmstorf mit seinem kürzlich veröffentlichten Roman "... gestorben achtzehndreizehn"

Michael Müller-Oetken aus Neu Wulmstorf mit seinem kürzlich veröffentlichten Roman "... gestorben achtzehndreizehn"

Vielen, die von außerhalb in die Göhrde reisen, um dort bei sonnigem Wetter zu Wandern oder Radeln, ist gar nicht bewusst, dass diese nicht nur eine wunderschöne Waldlandschaft, sondern auch eine historische Vergangenheit beherbergt. Und dass tief im Erdreich des Hügels, auf dem sie vielleicht gerade rasten, hunderte von Toten begraben liegen, die – wenn sie könnten – Geschichten von Krieg, Hass und Tod, aber auch von Freundschaft, Liebe und der Hoffnung auf Freiheit erzählen würden.

Michael Müller-Oetken hat einige dieser Geschichten und ihre Menschen in seinem Abenteuerroman „... gestorben achtzehndreizehn“ aufgegriffen und wieder zum Leben erweckt. Unverblümt schildert er darin das Joch der Menschen in der Göhrde sowie Stadt und Landkreis Lüneburg zur Zeit der Befreiungskriege in dem Titel gebenden Jahr 1813, unterdrückt von der napoleonischen Besatzung, und wie sie es schließlich schafften, sich dagegen aufzulehnen.

Dem gelernten Sozialversicherungs-Fachangestellten aus Neu Wulmstorf kam selbst auf einer Radtour durch die Göhrde vor einigen Jahren die Idee zu diesem Roman. Damals erinnerte er sich an ein Motiv aus einem Zigarettenbilderalbum seines Vaters aus den dreißiger Jahren mit dem Titel ‚Bilder Deutscher Geschichte’, das ihn als Kind immer fasziniert hatte. „Es war das Bild der fallenden Eleonore Prohaska - einer jungen Frau, die sich als Mann verkleidet und unter dem Namen August Renz als Jäger im Lützowschen Freikorps eingetragen hatte - während eines Ansturmes auf einen artilleriebesetzten Hügel in einer Heidelandschaft. An dieser Stelle waren wir also jetzt, schoss es mir durch den Kopf.“ Und er fantasierte, dass ‚wilde mit Säbeln bewaffnete Kerle in historischen Uniformen’ auf ihn zustürmen ... und genau so beginnt auch die Geschichte, die Müller-Oetken in seinem Roman erzählt. Dort radeln die beiden Freunde Christian und Alexander ebenfalls durch die Göhrde, als sie plötzlich auf drei uniformierte Reiter stoßen. Nur, dass es sich bei diesen weder um Hirngespinste, noch um Darsteller der alle zwei Jahre nachgestellten Göhrdeschlacht handelt, sondern um ‚Originale’, die genauso real sind, wie ihre todbringenden Säbel ...

Schnell wird klar, dass die jungen Männer irgendwie in die Vergangenheit gelangt sind und eiligst einen Weg finden müssen, zurück ins 21. Jahrhundert zu kommen. Denn an dem Ort, an dem sie sich gerade befinden, sollte es bald zu einem großen Ereignis kommen: zur Schlacht an der Göhrde. Aber bis dahin müssen sie es erst einmal schaffen zu überleben, denn die französischen Truppen sind bereits auf der Suche nach ihnen und gehen dabei über Leichen.

Zum Glück sind die beiden aber nicht ganz auf sich allein gestellt, denn es schließen sich ihnen noch der Bauer Georg und seine Cousinen Anna und Christine an, die bald zu mehr als nur guten Freundinnen werden. Außerdem gesellt sich auch noch eine gewisse Eleonore zu ihnen, deren Schicksal bereits besiegelt zu sein scheint, die aber womöglich der Schlüssel für Alexander und Christian ist, wieder zurück in die Zukunft zu reisen.

Müller-Oetken schafft es in seinem Roman, historisch belegte Gegebenheiten und Personen mit einer fantasievollen Abenteuerstory zu verflechten und beweist damit einmal mehr, dass die Geschichte der Region durchaus spannend und vor allem literaturtauglich sein kann.

Erhältlich ist der Roman im örtlichen Buchhandel (ISBN 978-3-942150-02-6) oder unter www.mueller-oetken.de -EP-Redaktion/cb-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue