28.09.2010

Geplante Schweinemastanlage in Echem war Top-Thema

So glücklich können Schweine sein, mit viel Platz und ordentlich Stroh zum Einwühlen.

So glücklich können Schweine sein, mit viel Platz und ordentlich Stroh zum Einwühlen.

Scharnebeck. Ein zentrales Thema auf der Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung der Samtgemeinde Scharnebeck, Vorsitz Hans-Georg Führinger, war die geplante Schweinemast- und Zuchtanlage in der LVA Echem. Dazu lag erneut der Antrag der Gruppe FDP-GUBS vor, der bei der letzten Sitzung nicht mehr aufgenommen wurde. Karin-Ose Röckseisen als Sprecherin der Gruppe begründete den Antrag: „In der Samtgemeinde sind Unruhe und Misstrauen aufgeflackert, es regt sich Protest. Die Bürger fühlen sich nicht informiert, über das was in Echem auf sie zukommt. Ängste sind wach geworden, dass über ihre Köpfe hinweg etwas beschlossen wird. Die Gruppe beauftragt die Samtgemeindeverwaltung daher den Stand der Planungen in Erfahrung zu bringen, die Bürger darüber zu informieren und die Interessen der Bürger bei Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität oder Gesundheit zu vertreten“. Dieser Antag ging der SPD-Fraktion nicht weit genug. „ Die Verwaltung erhält von uns den Auftrag mit der Landwirtschaftskammer zu verhandeln, so Andreas Köhlbrandt (SPD). Die Anlage müsse begrenzt werden auf eine erträgliche Größe, die niemanden einschränkt oder beeinträchtigt. „Zudem fordern wir die Verlegung der Anlage an einen alternativen Standort“, fuhr Köhlbrandt fort. „Wir wollen die LVA Echem erhalten“, machte Stefi Brockmann-Wittich (Grüne) zunächst klar. Leider habe es bisher keine öffentliche Informationsveranstaltung gegeben. „Aber wir haben nun das Versprechen, dass das so schnell wie möglich gemacht wird, so Brockmann-Wittich. Das Problembewusstsein der Bürger sei bei der Kammer vorhanden, daher setzte man dort auf eine größtmögliche Transparenz. Zum Beispiel wird es voraussichtlich einen begehbaren Tunnel geben, wo man in die Stallanlagen hinein schauen kann. „Wir sind seit langem mit der Landwirtschaftskammer im Gespräch“, sagte Laar Gerstenkorn (EULE), Bürgermeister der Gemeinde Echem. Den Vorwurf, dass in seiner Gemeinde hinter geschlossenen Türen Beschlüsse gefasst wurden, räumte er aus: „Wir haben lediglich einen Fragenkatalog zusammengestellt, insgesamt sechzig Fragen in der Sache gesammelt“, so Gerstenkorn. Der Landkreis Lüneburg wird die Genehmigung der Schweinemastanlage erteilen, und zwar in Absprache mit der Gemeinde Echem und der Samtgemeinde“, versuchte er die Gemüter zu beruhigen. Der nächste Gesprächstermin ist der 12. Oktober, danach wissen wir Konkretes über die Zahl der Tiere und den Standort. Danach wird es ganz sicher eine öffentliche Informationsveranstaltung geben, versprach Gerstenkorn. „Es muss hier ein guter Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie stattfinden“, ergänzte Brigitte Heidelmann (SPD). Uns hat am meisten erschreckt, dass es über 3.000 Schweine sein sollen. Braucht man diese Anzahl für eine gute Ausbildung? „Was uns auch noch umtreibt ist die zu erwartende Geruchsbildung“, so Heidelmann. Es muss ein Standort gefunden werden, der niemanden belästigt oder beeinträchtigt. Auch der ansteigende Nutzungsverkehr sei ein großes Problem. Heidelmann forderte ein gemeinsames Vorgehen mit der Gemeinde Echem ein: „Wir fühlen uns hier zuständig und meinen, dass das eine Samtgemeindeangelegenheit ist“. Mit dem Antrag, der dann einstimmig beschlossen wurde, wird die Verwaltung beauftragt, in Abstimmung mit der Gemeinde Echem mit der Landwirtschaftskammer zu verhandeln. Dabei sollen folgende Ziele verfolgt werden: Die Verringerung der Anzahl der Schweine auf das für eine zeitgemäße Schulung und Ausbildung notwendige Maß, damit die Landwirte vor Ort nicht ihrer Entwicklungsmöglichkeiten beraubt werden und die Emmissionsgrenzwerte durch die Erweiterung der Schweinemastanlage nicht weiter erhöht werden. Außerdem soll die Erweiterungsanlage an einen alternativen Standort verlegt werden, an dem die Bürger/innen am wenigsten belästigt werden. -EZ-Redaktion/swr-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue