30.09.2010

Feuertöpfe in der Göhrde

Röthen. „Wann gab es hier zuletzt eine so große Übung?“, Fragezeichen in den Gesichtern der Einsatzleitung - es muss also schon sehr lange her sein. 450 Feuerwehrleute und 110 Fahrzeuge aus den Landkreisen Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg trafen sich am Samstag am und um das Forsthaus Röthen, über 5.000 Meter Schlauch wurden aus- und wieder eingerollt. Erstmalig unterstützte ein Hubschrauber der Bundespolizei aus Gifhorn Petrus' tröpfelnde Löscharbeiten mit kräftigen Wassergüssen aus Thießau.

Im schwer zugänglichem, gemeindefreiem Gebiet der Göhrde hatte das Überwachungsflugzeug Rauchentwicklung gemeldet, die zunächst alarmierte Feuerwehr Dahlenburg, vom Flugzeug an den Brandherd gelotst, forderte umgehend Verstärkung an, so das Szenario. Die Wasserversorgung ist gerade bei Waldbränden ein zentrales Thema, oft kommen Kommunikationsprobleme (Funklöcher) hinzu und der Ort des Geschehens ist schwer zugänglich - all das hat die Göhrde zu bieten, begründete Henning Banse die Wahl des Übungsgebietes. Eine Feldberegnungsanlage im 1.500 Meter entfernten Oldendorf lieferte über zwei B-Schläuche Löschwasser, ein Schlauchstück ist 20 Meter lang, immer wieder müssen Pumpen zwischengeschaltet werden, das ist richtig Arbeit, insbesondere nach dem Einsatz, wenn die Schläuche nass und schwer sind. Das Wasser, 1.600 Liter je Schlauch und Minute, wird in Teiche, Pufferspeicher (abgedichtete Container beispielsweise) und geländegängige, wasserführende Fahrzeuge geleitet, welche in einem entsprechend organisierten Kreisverkehr die um den Brandherd fest stationierten Löschfahrzeuge versorgen. Über 500 Liter Wasser fasst der 'Beutel' (Außenlastbehälter) den der Gifhorner Hubschrauber in Lüneburg angehängt bekam. Im Flug tauchte er ihn bei Thießau ins Wasser um ihn zu füllen. Er wird nicht über dem Brandherd gelehrt, erklären die Feuerwehrleute, dort ist es so heiß, dass das Wasser explosionsartig verdampfen und dabei die KameradInnen am Brandherd verbrühen könnte. Das Wasser aus der Luft diene vielmehr dazu eine feuchte Barriere gegen das Feuer aufzubauen, es wird dort abgelassen, wohin sich die Flammen ausbreiten wollen.

In einer ersten spontanen Zwischenbilanz kurz vor Eintreffen des Hubschraubers zeigte sich Übungsleiter Henning Banse recht zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Übung. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten liefe alles recht rund, auch der Kreisverkehr. -EZ-Redaktion/sn-

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