Festliche Adventsmusik stimmte auf Weihnachten ein
Bleckede. „Komm, du weihnachtlicher Geist in unser Haus“ - Mit diesem feierlichen Prozessionsgesang zogen die Sängerinnen und Sänger des St. Jacobi-Chores und der Kirchenkreis Männerschola „Gregorianiker“ am Abend des 3. Advent in die erfreulich gut besetzte St. Jacobi-Kirche ein. Die rund 350 Besucher, die zu dem traditionellen Adventskonzert bei Kerzenschein gekommen waren, ließen sich gerne von dem weihnachtlichen Geist, der über dem Abend lag, anstecken und einstimmen auf das bevorstehende Fest. Kantor Jan Peter Heine hatte mit vielen Mitwirkenden, sowohl Laien als auch Profimusikern, ein vielfältiges Programm mit Adventsmusik und festlicher Instrumentalmusik verschiedener Epochen erarbeitet. Leider hatte die Sängerin und Harfenspielerin Imke McMurtrie am Vorabend des Konzertes aus Krankheitsgründen absagen müssen. Aber es war gelungen, kurzfristig einen Ersatz zu bekommen. Karsten Köppen aus Lüneburg sprang ein und stellte den Zuhörern sein besonderes Instrument vor, eine Chitarrone oder auch Basslaute, die bis Mitte des 17. Jahrhunderts in Italien in Gebrauch war.
„Also hat Gott die Welt geliebt“ - Der bestens vorbereitete St. Jacobi-Chor bot diese wunderschöne Adventsmotette von Heinrich Schütz ausdrucksvoll und überzeugend dar. Außerdem erklang englische Weihnachtschormusik wie das „In a bleak midwinter“ aus dem Oxford Book of Carols. Es ist immer wieder schön, so einen erfrischenden Chorgesang zu hören. Schon seit vielen Jahren gestaltet das St. Jacobi-Instrumentalcollegium - Roswitha Kuhl-Jockel, Geige, Christiane Kode, Violoncello, und Kantor Heine an der Orgel - die Konzerte in St. Jacobi. Nun hat sich der Kreis um Iris Weiner, Fagott, und Susanne Frenzel, Querflöte, erweitert. Außerdem kam für die Adventsmusik auch noch der Trompeter Hajo Neitzke hinzu, der schon häufiger mit seinem Ensemble „Amici Musici“ in Bleckede aufgetreten ist. Durch die zusätzlichen Solisten gab es auch mehr Möglichkeiten im Repertoire. So kam das Publikum in den Genuss von ganz besonderen Instrumentalstücken. Es erklang ein Duett von de Boismortier für Fagott und Orgel und Mittelalterliche Tänze (Praetorius) und weihnachtliche Choräle (Mendelssohn und Bach) für Trompete und Orgel. Hajo Neitzke gestaltete diese differenzierte und mit strahlendem Klang. Das Instrumental-Ensemble spielte zwei herrliche Telemann-Sonaten, und als ganz besonderes Bonbon, die Pastorale aus dem „Messias“. Eine herrliche Musik zum Entspannen und Träumen. Auch die „Männerschola“ gehört inzwischen zum festen Bestandteil der Musik in St. Jacobi. Die acht Sänger unter der Leitung von Jan Peter Heine boten dem Publikum in der Tradition der Gregorianischen Musik einen mittelalterlichen Hymnus und einen gregorianischen Choral: „Puer natus in Bethlehem“. Es ist schon eine ganz besondere Stimmung, wenn sich die Männer in der Mitte der Kirche im Kreis aufstellen und mit ihren großartigen Stimmen reihum den lateinischen Gesang erklingen lassen. Der für McMurtrie eingesprungene Lautenspieler Karsten Köppen präsentierte eine „Charconne“ von Robert de Visée und eine Variation über ein Bassthema, die die klangliche Breite der Chitarrone erahnen ließ. Es war nur schade, dass in den hinteren Reihen der Kirche das Lautenspiel nur sehr leise zu hören war. Ein Verstärker wäre in diesem Falle gut gewesen. Mit dem freudigen Chorsatz „Engel haben Himmelslieder angestimmt“ endete die schöne Adventsmusik Abschließend war das Publikum eingeladen, selbst ihre Stimmen im gemeinsamen Lied „Tochter Zion, freue dich“ zu erheben. –EZ-Redaktion/swr-

