EU-Gelder adieu

Lieber noch einmal einen Blick drauf werfen: Vereinsmitglieder des Fördervereins Deichbau lassen sich von Michael Sprätz (links, Mitarbeiter beim NRWKN und selbst Alt Garger) im Anschluss an die Jahreshauptversammlung die neusten Planzeichnungen für den Hochwasserschutz in Alt Garge zeigen.
Bleckede/Alt Garge. Ein Deich ist fertig (Alt Wendischthun), der zweite steht in den Startlöchern zum Bau (Walmburg), der dritte ist gut für zahlreiche Diplomarbeiten (Alt Garge).
Obwohl Bleckedes Bürgermeister Jens Böther betonte, der Deichbau in Alt Garge habe die gleiche Priorität wie die anderen Deichbauten in Alt Wendischthun und Walmsburg, ließ es sich Thomas Zerm als 1. Vorsitzender des Fördervereins Deichbau e.V. nicht nehmen, Unmut und Ungeduld so mancher Alt Garger noch einmal deutlich auszusprechen. „Wenn man für Alt Garge schneller in der Planung gewesen wäre, hätte man die EU-Gelder bekommen können. Das auszuschlagen war ökonomisch gesehen Dummheit“, betonte Zerm auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins. Noch immer sei Alt Garge der letzte Ort an der Elbe ohne Deichschutz.
Jetzt bleibt nichts weiter übrig, als mit anderen Bewerbern um Mittel vom Land zu kämpfen, sobald - endlich - der Planfeststellungsbeschluss steht. Nach der neuesten Agenda wird der Planfeststellungsantrag im April fertig gestellt sein, so dass es im Sommer nach Erörterung möglicher Einwendungen zum Beschluss kommen kann. Technisch Dinge sind inzwischen weitgehend abgeklärt, einige eigentumsrechtliche Fragen sind noch zu klären. Gerade die Erfahrung in Walmsburg habe gezeigt, dass es sich lohne, sehr genau zu planen und mit den Eigentümern zu reden, meinte Böther in seinem kurzem Bericht zur Lage des Deichbaus im Stadtgebiet. In Walmsburg wurden Klagen gegen den Deich in geplanter Form mittlerweile abgewiesen. „Das heißt“, so Böther, „der Deich in Walmsburg wird so dort liegen wie geplant“.
In Alt Garge hat vor allem die Fledermauspopulation vor Ort für Verzögerungen gesorgt. Wer von den Fledermäusen sich wo wann aufhält, musste im Jahresverlauf beobachtet werden. In Alt Wendischthun steht nur noch die Widmung des neuen Deiches aus.
Zum Thema ‚Verbuschung’ an der Elbe berichtete Böther vor knapp dreißig Vereinsmitgliedern des Fördervereins Deichbau, dass hier „bereits mehr gelaufen ist als bisher“. Ein Grund dafür sei, dass die beauftragte Firma die Kosten ihres Aufwandes mit den Einnahmen durch das bei der Arbeit entstandene Schnittgut decken konnte.
Im vierten Jahr seines Bestehens beschloss der Förderverein Deichbau, die Mitgliedsbeiträge abzuschaffen. Dank der bisherigen Einnahmen habe der Verein ein gutes Finanzpolster, gegebenenfalls wolle man im Einzelfall zu Spenden aufrufen. Zudem, so der wiedergewählte 1. Vorsitzende Zerm, „hatte ich immer gehofft, dass wir nicht fünf Jahre alt werden.“
Stattdessen wird man womöglich sogar noch ins schulfähige Alter kommen. –EP-Redaktion/lh-
