Einem geschenkten Ball ...
Dahlenburg. Seit einigen Tagen wird versucht, in der Gemeinde Dahlenburg telefonisch Spenden für Sportbälle, die für die Fürstenwall-Schule bestimmt sind, einzuwerben. Dahinter steckt die Firma ‚DLS-Schulsportförderung’ aus Heidenheim, die behauptet, das Gewinnen von Sponsoren geschehe im Auftrag beziehungsweise im Namen der Fürstenwall-Schule. Das sei aber so nicht richtig, teilt Schulleiter Jürgen Stahlbock mit. „Richtig ist“, so Stahlbock, „dass die oben genannte Firma mit der Fürstenwall-Schule eine kostenlose Sportball-Aktion vereinbart hat. Die Finanzierung der Bälle erfolgt über Sponsoren, um die sich ausschließlich die Schulsportförderung beziehungsweise einer ihrer Partner kümmert. Im Auszug aus der Vereinbarung heißt es: Gelingt es der Schulsportförderung nicht, Sponsoren für die Aktion zu gewinnen, so erlischt jegliche Verpflichtung auf Erfüllung dieser Vereinbarung.“
Von ihm, stellt Stahlbock fest, sei keine Firma, auch nicht die DLS-Schulsportförderung, beauftragt worden, in Dahlenburg oder sonst wo im Namen der Fürstenwall-Schule nach Sponsoren zu suchen. Die Samtgemeinde Dahlenburg stelle nach Beratungen der Fürstenwall-Schule im Haushalt so viel Geld zur Verfügung, dass alle notwendigen Anschaffungen von Lehr- und Lernmittel getätigt werden können und der Schulbetrieb reibungslos laufen könne.
Die Fürstenwall-Schule bemühe sich, wenn es notwendig sein sollte, selbst um Sponsoren, die dann ganz konkret für ein Projekt oder eine Aktion um Hilfe gebeten würden. Viele Betriebe und Freunde der Fürstenwall-Schule unterstützten und sponserten die Schule direkt oder auch indirekt durch ihre Mitgliedschaft im Förderverein der Schule, wofür die Schulleitung sehr dankbar sei.
„Im Namen unserer Schülerinnen und Schüler und der Lehrerinnen und Lehrer bedanke ich mich bei allen Dahlenburgern, bei den Betrieben und Geschäften für das gute, hilfreiche und freundliche Zusammenleben, für getätigte materielle und ideelle Unterstützung und für die erfahrene Wertschätzung in der Vergangenheit“, schloss Stahlbock.
Kopfbälle aus Baden-Württemberg
Bereits seit über einem Jahr, mindestens, treibt die DLS ihr Ballspiel mit Vereinen, Schulen und Kindergärten. Sportbälle kostenlos abgeben - wie soll das eigentlich gehen? Auf ihrer Website nennt die Firma DLS als Lösung ‚Local Sponsoring’ und verrät: „Wir sprechen überwiegend ortsansässige Firmen im Umfeld der jeweiligen Schulen, die wir unter Vertrag haben, an, die dann die Möglichkeit haben, sich als Sponsor individuell an der Aktion zu beteiligen. Nach Abschluss der Aktion werden sämtliche gesponserten Bälle an die Schulen geliefert. Mit dem ‚Local Sponsoring’ beschreiten wir neue Wege und verbinden Schulen beziehungsweise Schüler mit der ortsansässigen Wirtschaft. Die Schüler erhalten hochwertiges Ballmaterial und die Sponsoren werden je nach Möglichkeit in der Lokalpresse oder Schülerzeitung durch öffentlichen Aushang werbewirksam benannt. Unser Motto: Der Schüler von heute ist der Kunde von morgen.“
Aber natürlich muss auch die Firma DLS ‚von etwas leben’. „Wir fungieren wie ein Einzelhändler“, verrät die Heidenheimer Zentrale, deren Ableger sich immer weiter in den Norden ausbreiten. DLS kauft Markenbälle zum Einkaufspreis, wirbt teils deutlich höhere Sponsorengelder ein und lebt von der Differenz.
Natürlich wirbt der Ballhändler mit dankbaren Klassen, doch die bundesweite Resonanz auf die schwäbischen Aktivitäten scheint eher durchwachsen, sowohl bei den Schulen und Kindergärten, als auch bei den angesprochenen potenziellen Sponsoren. Die Spanne zwischen Kosten für die Bälle und den eingeworbenen Geldern wirft Fragen auf, insbesondere aber beklagen viele Schulen, dass die Methoden bei der Einwerbung der Mittel an Drückerkolonnen erinnerten. Geschäftsleute würden bedrängt, überteuerte Bälle zu kaufen. Die Telefonwerber gäben sich nicht klar als solche zu erkennen, sondern würden den Eindruck erwecken, ihre „schroffe Akquise“ geschehe im Auftrag der betreffenden Schule. Das kann natürlich das gute Verhältnis der Schulen zu den ortsansässigen Betrieben empfindlich stören.
Übrigens: Eine derartige Telefonwerbung sei unzulässig, sagt die Wettbewerbszentrale in Bad Homburg. Die Verbraucherzentrale rät unterdessen, Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen Spenden direkt zukommen zu lassen. –EP-Redaktion/sn

