11.02.2010

Ein paar kräftige Dudelsackklänge auf die Ohren...

Die Battlefield Band begeisterte im Forum des Gymnasiums.

Die Battlefield Band begeisterte im Forum des Gymnasiums.

Bleckede. Für fast jeden Geschmack war in Bleckede am letzten Samstag etwas zu erleben: Die einen tanzten auf einer großen Hochzeit im Bleckeder Haus, die anderen lauschten in der Turnhalle des Schulzentrums Blasmusik und im Forum des Gymnasiums gab es fetzigen schottischen Folk mit derart geschliffenen Dudelsacktönen wie man sie nicht alle Tage zu hören kriegt! Die schottische Battlefield Band war nach einer elfjährigen Pause endlich wieder einmal in Bleckede, das vierte Mal übrigens als Gast des Kultur- und Heimatkreis Bleckede. Die Band, die gerade aus Anlass ihres 40-jährigen Bestehens auf Deutschland-Tournee ist, bewies den fast 250 Besuchern im Forum, dass ihre Leidenschaft und Kreativität in der Interpretation traditioneller schottischer Folkmusik kein bisschen nachgelassen hat. Besonders überraschte das Urgestein Alan Reid, der vor 40 Jahren die Band gegründet hat und immer noch mit genialer Musikalität und ansteckender Freude an Keyboards, Akkordeon und Gesang mitmischt. An seiner Seite musizierten der Dudelsack- oder wie man in Schottland sagt „Bagpipe“-Experte Mike Katz, der auch verschiedene Flöten und Gitarre spielt, Alisdair White, Fiddle, Flöten und Bouzouki sowie der Gitarrist und Sänger Sean O’Donnell. Vom ersten bis zum letzten Song spielten die „Batties“ mit temperamentvollem Elan und boten einen frischen schottischen Sound, der direkt in die Seele ihres Publikums und auch in deren Beine ging. Schon nach kürzester Zeit begannen die ersten Besucher mitzuklatschen und als Mike Katz an den Bagpipes zusammen mit dem Teufelsgeiger Alisdair White immer rasantere Melodien anstimmte, waren bald schon einige Besucherinnen nicht mehr zu halten. Es gab Tanzmusik und Balladen, die vom Goldrausch und von einer unerwiderten Liebe handelten, aber auch ein politisches Lied. „Das ist ein Song über die Raubritter von gestern und heute“, erklärte der Sänger Alan Reid mit seinem trockenen schottischen Humor, und er sang in recht gut verständlichem Deutsch von den Raubrittern vergangener Tage, die die Landstraßen unsicher machten, während sie heutzutage den Bürgern ihr Geld über die Steuern aus den Taschen ziehen, um marode Banken zu retten. Sehr gefühlvolle Momente bescherte Alisdair White dem Publikum mit seinen verträumten Solostücken auf der Fiddle und auch Alan Reid ließ mit seinem Song „My love is like a red rose“ die Frauenherzen höher schlagen. Überraschung für ein Geburtstagskind: Nach der Pause stimmten die Musiker kurzerhand ein Geburtstagsständchen an, „Brigitta“ aus Barsklamp freute sich riesig. Nach gut zwei Stunden setzten die Musiker mit einem Reigen aus langsamen und immer schneller werdenden Melodien einen offiziellen Schlusspunkt. Aber das Publikum erklatschte sich natürlich noch eine Zugabe. Die Besucher waren nach dem Konzert rundum zufrieden. „Einfach super“, und „Das hat sich vollends gelohnt“, waren nur zwei Meinungsbilder von ihnen. Dieses Mal wird es hoffentlich nicht wieder so lange dauern bis die „Batties“, wie sie von ihren Fans freundschaftlich genannt werden, wieder einmal in die Elbestadt kommen. -EP-Redaktion/swr-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue