Drei Frauen und reichlich Mann

Starkes Team kurz nach der Premiere im Theaterstall: Barbara Wagenknecht (Angelika), Undine Andersonn (Regie), Marita Rädicker (Christine) und Barbara Kirchenkamp-Neupert (Linda).
Brackede. Sie spielen auf der Bühne nicht mit und kommen doch ständig vor: Die Männer. Da ist der untreue Ehemann, dessen Tat Angelika (Barbara Wagenknecht) wunderschön in Rage bringt und ihre vom Publikum freudig erwartete Wandlung anstößt von der verhuschten grauen Maus mit Hut zur männerjonglierenden Tanzfrau. Unentbehrlich auch die Männer am Telefon, von denen die Zuschauerschaft ein ziemlich klares Bild bekommt, allein aufgrund der phänomenalen Mimik der Frau am anderen Ende der Leitung. „Du weißt doch, es kann nur den einen geben“, flötet Linda (Barbara Kirchenkamp-Neupert) in den Hörer und die männerego-schmeichelnden Koseworte passen natürlich nicht nur für Gerard, sondern auch noch gleich für Toni und wie sie alle heißen. Aber ist nicht doch Rock Hudson der Inbegriff dessen, wie ein Mann sein sollte? Christine (Marita Rädicker), die Dritte im Bunde der drei starken Frauen auf der Bühne, ist sich da nicht so sicher. Wenn ihre Freundinnen sylvestersektbetüddelt im improvisierten Bettlager entschlummern, sinniert sie noch immer über den ‚hilflosen’ Exmann, der auf sich gestellt die Kekse verbrennen lässt: „Er hat den Ofen auf Stufe acht gestellt!“ - irgendwie niedlich.
Männer verfolgen Frau im Park, beißen trotz erprobten Rehblicks nicht an und geraten in Panik, wenn sie selber angesprochen werden: Mit treffender Komik imitieren Linda und Angelika die Szene. Da wird bissig vom Schwitzhüttenmann geredet, der ‚im Wald umherpirscht und seinen inneren Wolf sucht’, es wird mit Tempo geschimpft, gelästert und gerätselt, gelitten, genossen und geswingt. Und das alles ab und zu auch musikalisch zum Swingen zwischen Spiegel und Leuchtherzchenenweihnachtsbaum in schönster Frauensolidarität. Denn eigentlich geht es doch um sie, die Frauen.
Zur Premiere am letzten Wochenende gefiel es beiden - dem weiblichen wie dem ebenfalls zahlreich erschienenen männlichen Teil des Publikums. Die drei in ihren großen Rollen gleichermaßen überzeugenden Frauen auf der Bühne ernteten immer wieder amüsiertes Geschmunzel, herzliches Kichern und Lachen und am Ende gemeinsam mit Regisseurin Undine Andersonn reichen Applaus.
Weitere Vorstellungen gibt es noch am 5. und 6.12. sowie 19. und 20.12 jeweils 19.30 Uhr. -EP-Redaktion/lh-
