12.01.2010

Die Kettensägen können kommen

Vorstand alt und neu (v.l.): Karsten Röhr, Reino Fraedrich, Marcel von Daggenhausen, Hans Wilhelm Stabe, Jürgen Siems, Klaus Rund

Vorstand alt und neu (v.l.): Karsten Röhr, Reino Fraedrich, Marcel von Daggenhausen, Hans Wilhelm Stabe, Jürgen Siems, Klaus Rund

Karze. Die starke Ortsgruppe Bleckede/Amt Neuhaus des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums im Elbtal (VSKE) unter – bisher – Hans Wilhelm Stabe fand sich am Donnerstag erfreulich zahlreich im Landgasthof Karze ein, um das Jahr 2009 Revue passieren zu lassen und über Pläne für künftige Entwicklungen zu sprechen. Die Idee, auf Ortsgruppen zu verzichten und nur noch den Gesamtverein zu steuern, wurde nach kurzer Diskussion verworfen. Es bleibt also bei zwei Organisationseinheiten und zwei Versammlungen. Darüber hinaus wurde klargestellt, dass die neuen Werte des Bemessungshochwassers noch keine Gesetzeskraft haben und daher auch in den laufenden Deichbaumaßnahmen in Walmsburg und Alt Garge noch nicht anwendbar sind.

Bleckedes Bürgermeister Jens Böther bedankte sich in seinem Grußwort für die konstruktive Zusammenarbeit im letzten Jahr, unter anderem bei Fragen der ‚Verbuschung’ und deren Rückschnitt sowie in Sachen Deichbau, die auch im VSKE teils kontrovers diskutiert werden. Für den Rückschnitt der ‚Verbuschung’ sind inzwischen alle politischen Hürden genommen. Ein Novum stellt jetzt die praktische Umsetzung dar, allerdings ganz im Sinne des VSKE: Der Verein bekommt die Aufgabe, die Koordination des Rückschnittes auf privaten und öffentlichen Flächen mit entsprechend leistungsfähigen Firmen abzustimmen. Dabei soll „Rosinenpickerei“ vermieden, die leicht zugänglichen und die schwieriger zugänglichen Flächen sollen gerecht verteilt werden. Die Arbeiten werden nicht bezahlt, sondern der Nutzen für die Firmen liegt in der Vermarktung des Holzes. Nur wo eine derartige Nutzung aus örtlichen Gründen nicht möglich oder praktikabel ist, kann ausnahmsweise eine Vergütung mit Geld erfolgen.

Während der VSKE ‚im Busch’ jetzt sofort und nachhaltig aktiv sein kann, erfordern die anderen Anliegen langwierige Vorbereitungs- und Planungszeiten. Stabe rekapitulierte seine umfangreichen Aktivitäten bei Behörden, Institutionen und Wissenschaftlern, um die unterschiedlichen Meinungen über das Fließverhalten der Elbe bei Hochwasser so zu kanalisieren, wie es erforderlich sei, um die ‚Verbuschung’ zurückzuschneiden und die künftige Pflege sicher zu stellen. Positiver Nebeneffekt dieses Erfolges – erreicht durch jahrelangen Kooperation statt Konfrontation - sei vor allem auch die Tatsache, dass der VSKE nicht länger als Bittsteller und Nörgler wahrgenommen werde, sondern als anerkannter Partner – eine gute Basis für künftige Aufgaben.

 

Jürgen Siems neuer Vorsitzender

Die Bandbreite der Mitgliedschaft ist so groß, dass sich kaum „Nester“ besonderer Interessen bilden können. Im Verein sind Eigentümer von Grund und Boden, Pächter, Jäger, Fischer, Touristik-Anbieter und Anwohner ohne Eigentum. Diese Gemengelage verhindert geschlossenes Handeln für eine bestimmte Klientel, es müssen immer Mehrheiten gefunden werden, die sich nicht rücksichtslos über die Belange anderer hinwegsetzen können.

Der Beirat betonte die in der Regel gute Zusammenarbeit mit der Biosphärenreservatsverwaltung. Allerdings gebe es einen Vorrang für die Grünflächennutzung, ohne die Belange der Bewirtschafter angemessen zu berücksichtigen oder an eine Entschädigung für den Wertverlust der Grundstücke zu denken. Bisher habe die Reservatsverwaltung noch nicht einmal ein entsprechendes Schreiben der Familie Hubert Crewell beantwortet, geschweige denn Gespräche in Gang gesetzt, um zu einer akzeptablen Lösung zu kommen. Pächter bekämen einen Ausgleich für Nutzungseinschränkungen und Düngeverbot.

Nach über 12 Jahren im Vorstand möchte Hans Wilhelm Stabe sich anderen Schwerpunkten zuwenden und kandidierte nicht wieder für das Amt des Vorsitzenden. Er hat seinen Rückzug aus diesem Gremium gut vorbereitet, einen Nachfolger aufgebaut und für dessen Akzeptanz bei den Mitgliedern geworben. Die Wahl fiel dann auch einstimmig aus und Jürgen Siems aus Hittbergen nahm die Wahl an. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden durch Wiederwahl für erneute drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. –EP-Redaktion/ez-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue