22.12.2009

Dahlem steigt beim Fremdenverkehr aus

Dahlems Bürgermeister Ralf Böttcher

Dahlems Bürgermeister Ralf Böttcher

Dahlem. Zu zwölf Tagesordnungspunkten hatte Bürgermeister Ralf Böttcher die Ratsmitglieder des Gemeinderates Dahlem am 16. Dezember in das Feuerwehrgerätehaus Dahlem eingeladen. Nach der Eröffnung und Begrüßung ging Ralf Böttcher unter ‚Berichten des Bürgermeisters‘ auf ein Schreiben des Bleckeder Bürgermeisters Jens Böther ein, der sich für den ablehnenden Beschluss des Stadtrates zur Fusion entschuldigte und signalisierte, die Tür dafür weiter offen zu halten. Weiterhin berichtete Bürgermeister Böttcher, dass ihm die Samtgemeinde mitgeteilt habe, die Grünfläche in Dahlem (Dreiangel am Anger) nur noch gegen Berechnung durch den Bauhof zu pflegen. „Entweder wir finden jemanden, der die Pflege übernimmt, oder wir müssen für die Leistung zahlen“, resümierte Ralf Böttcher. Im weiteren Verlauf der Tagesordnung wurde einstimmig eine vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes ‚Landerziehungsheim Marienau‘ beschlossen, bei der es um die Verlegung von Ausgleichsflächen ging.

 

Pflanzbeete gegen Raser

Obwohl im Zuge der Neetzetalstraße bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h angeordnet ist, wird dort nach erfolgten Geschwindigkeitsmessungen weiterhin viel zu schnell gefahren. Siebzig Prozent aller Verkehrsteilnehmer fahren dort schneller als 50 km/h. Um das Problem dauerhaft zu lösen, wurde von Wilfries Kümpel angeregt und mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Lüneburg abgesprochen, im Verlauf der Neetzetalstraße beidseitig und in bestimmten Abständen insgesamt sieben Hindernisse einzubauen. Gedacht ist dabei an Pflanzbeete, die von etwa 20 cm hohen Balken bzw. Metallprofilen eingerahmt und mit einer entsprechenden Beschilderung versehen werden. Die ‚Beete’ sollen so angelegt werden, dass die Gossenläufe frei bleiben und die Restbreite der Fahrbahn an den Stellen mindestens 3,20 Meter beträgt. Da die Gemeinde Dahlem Wert darauf legt, zu dieser Maßnahme die Meinung der betroffenen Anlieger zu hören, wurde die Abstimmung über einen entsprechenden Antrag an den Landkreis Lüneburg zunächst vertagt und soll nach der Befragung erneut im Rat behandelt werden.

 

Ruf nach der Einheitsgemeinde

„Ein klassisches Beispiel für die Einführung einer Einheitsgemeinde“, benannte Ralf Böttcher den Tagesordnungspunkt ‚Aufgabenübertragung Tourismus/Fremdenverkehr an die Samtgemeinde‘. 1988 haben alle Gliedgemeinden der Samtgemeinde Dahlenburg einvernehmlich diesen Aufgabenbereich an die Samtgemeinde übertragen. Als einzige Gemeinde hatte Boitze diese Aufgabenübertragung zeitlich begrenzt und über den 31.12.2008 hinaus nicht verlängert. Jedoch hat sich die Gemeinde Boitze bereit erklärt, ihren Kostenanteil im Falle einer Fusion mit Bleckede und mit Amt Neuhaus bis dahin zu zahlen. Da Boitze aufgrund der eingetretenen Entwicklung aus der Gemeinschaft ausgetreten ist, müssen die verbliebenen Gemeinden die Kosten hierfür tragen. Obwohl ihm bei dieser Entscheidung nicht ganz wohl ist, sieht Ralf Böttcher keinen Vorteil für die Gemeinde Dahlem, den Bereich Tourismus weiterhin bei der Samtgemeinde zu belassen und dafür die anteiligen Kosten weiterhin zu tragen. „Es ist davon auszugehen, dass auch Tosterglope und Nahrendorf aussteigen und dann die Kosten allein beim Flecken Dahlenburg verbleiben würden, wenn dieser nicht auch die 1988 geschlossene Vereinbarung aufkündigen sollte“, führte Ralf Böttcher weiter aus und fügte hinzu, „diese Diskussion und den Streit um die Kosten brauchten wir nicht zu führen, hätten wir eine Einheitsgemeinde“. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat Dahlem dafür aus, die Vereinbarung über den Tourismus zum 31.12.2009 aufzukündigen. Im Anschluss an die Sitzung bedankte sich Ralf Böttcher bei seinen Ratskolleginnen und Kollegen und lud alle zu einem weihnachtlichen Imbiss ein. -EP-Redaktion/jw-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue