12.01.2010

Da ist selbst in der Pizza etwas Gesundes versteckt

Die Realschülerinnen (v.l.) Yvonne Klüver, Roxanne Rosenberg und Lisa Strothotte sind sich einig: Das neue Mensaessen am Bleckeder Schulzentrums schmeckt lecker!

Die Realschülerinnen (v.l.) Yvonne Klüver, Roxanne Rosenberg und Lisa Strothotte sind sich einig: Das neue Mensaessen am Bleckeder Schulzentrums schmeckt lecker!

Bleckede. „Oh, was gibt es denn da Feines?“ Neugierig nähert sich eine Gruppe Schüler der Salatbar, um dann doch ganz schnell einen Haken zur attraktiveren Pizzastation zu schlagen. „Das wird sich noch ändern“, sagt Verena Seedorf, Elternratsvorsitzende und Mitglied der Arbeitsgruppe ‚Lecker Lernen’ zuversichtlich und freut sich, dass „die Großen und Kleinen überhaupt mal wieder zum Essen kommen.“ Denn die mieden bis vor kurzem noch konsequent die Mensa am Schulzentrum Bleckede. Nur rund 5 Prozent der 1.000 Schüler und Schülerinnen waren noch zum Mittagessen erschienen, Grund vor allem die von vielen bemängelte Qualität des Essens. Die „zusammengematschten Fertiggerichte“ - so der unbarmherzige Kommentar einiger Schüler - hätten ihnen den Appetit verdorben.

Nun, nach zweijähriger Suche im Auftrag der Schulleitungen, hat die Arbeitsgruppe ‚Lecker Lernen’ einen neuen Essensanbieter gefunden: ‚Dr. Hoppe Bio-Catering’ wird ab heute, den 11. Januar 2010, montags bis donnerstags für „abwechslungsreiche und genussvolle Gerichte mit hohem Gesundheitswert“ in der Mensa sorgen, so verspricht es zumindest das Unternehmen mit Sitz in Kassel.

Am vergangenen Donnerstag konnten sich Schüler, Eltern und Großeltern bei einem Probeessen schon einmal selbst davon überzeugen. Und da gab es viel zu kosten: Neben den festen Salat-, Nudel- und Pizzastationen, die den Schülern bei jedem Mittagessen mit immer wechselnden Sorten und Soßen zu Verfügung stehen werden, stand Schweinegeschnetzeltes mit Möhrengemüse und Reis als Tagesgericht auf dem Speiseplan. Die Realschülerinnen Roxanne, Lisa und Yvonne aus der Klasse 10c waren sich nach dem Testessen einig: „Es schmeckt viel besser und frischer. Sehr lecker!“ Dem stimmten auch viele ihrer Mitschüler zu, die vor allem die große Auswahl und die Selbstbedienung an den ‚Stationen’ schätzten.

„Uns hat vor allem überzeugt, dass das Essen gesund ist und die Schüler so viel essen können wie sie wollen“, erklärt Verena Seedorf, die das Unternehmen auf einer Fortbildung für Ernährungsberater entdeckte und sofort von dem Konzept begeistert war.

Besonders clever: Das sonst gern verschmähte ‚Gesunde’ ist quasi im Essen ‚versteckt’. Da gibt es zwar die leckere Pizza, aber mit einem Boden aus Weizenvollkorn- statt aus Weißmehl und frischen Zutaten aus biologischem Anbau. Und wer keine Lust hat solange an der Pizzaschlange zu stehen der kann - so ein Zufall - ja mal schauen was es so am Salatbuffet nebenan gibt.

Eine weitere Neuerung bildet auch das elektronische Chipsystem mit dem die Schüler in Zukunft ihr Mittagessen bezahlen können. Die Eltern schließen entweder ein Abo ab oder laden selbst Guthaben auf den Chip, der dann als ‚Eintrittskarte’ zur Mensa dient. Für ein wenig Bauchschmerzen sorgen zurzeit nur noch die Unstimmigkeiten zwischen Elternrat und Schulleitung über die Kosten. Für 1 Mittagessen in der Woche müssen Eltern im Abo monatlich 11,45 Euro, 22,90 Euro monatlich für 2 Mahlzeiten in der Woche, für 3 Tage in der Woche 34,35 Euro und für 4 Mittagessen 45,80 Euro monatlich zahlen. Bei einem ‚spontanen’ Mittagessen in der Mensa werden 4,65 Euro vom Schüler-Chip abgehoben. „Dieses Geld kann nicht jeder aufbringen“, weiß Käthe Frank, Schulleiterin der Hauptschule Bleckede. Sie steht dem neuen Catering-Service kritisch gegenüber, denn „was bringt das beste Essen, wenn man es nicht bezahlen kann?“ -EP-Redaktion/cb-

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