Bürger haben Bedenken gegen Mineralstoffdeponie
Barendorf. Die Sorgen und Bedenken der Bürger, insbesondere der unmittelbaren Anlieger, gegen die geplante Mineralstoffdeponie in Volkstorf waren während der Informationsveranstaltung der Firma Manzke am Montagabend in der Aula der Grundschule Barendorf deutlich zu spüren. Eingeladen zu der Info-Veranstaltung hatte die Gemeinde Barendorf, die damit dem Informationswunsch vieler Bürger nachgekommen sei, sagte Bürgermeister Bernd Hein bei der Begrüßung vor etwa achtzig interessierten Bürgern. Seit 1980 betreibt die Firma Manzke ein Recyclingzentrum in Volkstorf und möchte nun aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen die Anlage für unbedenklichen Mineralabfall aus Baustoffen, der nicht mehr recycelt und damit wieder verwendet werden darf, erweitern. Die nicht wieder verwendbaren Abfälle aus Baustoffresten müssen nach § 95 der Ersatzbaustoffverordnung deponiert werden. Dazu plant die Firma Manzke den Bau einer 150.000 m² großen Deponie auf dem Gelände am Haegberg in Volkstorf. Nach einer kurzen Einleitung von Betriebsinhaber Felix Manzke zu dem beabsichtigten Vorhaben erläuterte Dr. Matthias Krause von der Firma Manzke den technischen Ablauf des Recyclingverfahrens und erklärte anhand von Diabildern den Bau der Deponie. Die Firma Manzke wird in Volkstorf mit der Anlage ein Deponievolumen von etwa 2,5 bis 3 Mio. Tonnen für einen Zeitraum von 25 Jahren schaffen und etwa 15 Mio. Euro investieren. Eingelagert werden Baustoffreste wie Ziegelbruch, Abbruch und Bodenaushub, Boden- und Bauschuttgemisch, Kalkmörtel und Gipsputz. Dr. Krause machte deutlich, dass es sich nicht um eine Mülldeponie, sondern um eine genehmigte Abfallanlage handele, auf der jährlich etwa 150.000 Tonnen Baustoffmineralien eingelagert würden, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe nicht wieder verwendet werden dürften.
Neue gesetzliche Bestimmungen erfordern Mineralstoffdeponie
„Vor der neuen Ersatzbaustoffverordnung hätten diese Baumaterialabfälle uneingeschränkt wieder verwendet bzw. als unbedenklicher Bauabfall ohne Einschränkungen abgelagert werden dürfen“ , sagte Dr. Krause. Die Dimension der Anlage, die auf bis zu 15 Metern Höhe angefüllt werden soll, wurde dem Zuhörer deutlich, als ein Querschnitt der Deponie auf der Leinwand zu sehen war. Die Firma Manzke und Dr. Mattias Krause räumten ein, dass die betroffenen Anlieger der Deponie natürlich Vorbehalte gegen die Anlage hätten und fürchteten, ihre Grundstücke würden an Wert verlieren bzw. schwer verkäuflich sein. Für diesen Fall habe die Firma Manzke freiwillig, wie Dr. Krause betonte, den Betroffenen Entschädigungen in Höhe bis zu 40.000 Euro angeboten. „Dieses Angebot ist lächerlich gering“, warf ein unmittelbar betroffener Anlieger ein und machte deutlich, dass sein Grundstück aufgrund der angrenzenden Deponie faktisch unverkäuflich werde bzw. dramatisch an Wert verliere. „Dieser Wertverlust ist in keiner Weise mit den angebotenen 40.000 Euro auch nur annähernd ausgeglichen und daher fordere ich eine angemessene Entschädigung“, machte der Anlieger seinen Unmut Luft. Seitens der Firma Manzke wurde nochmals darauf hingewiesen, dass die Firma im Rahmen ihrer Genehmigungen eine Recyclinganlage betreiben dürfe und daher eventuelle Entschädigungen keine Rechtsgrundlage hätten, sondern eine freiwillige Leistung der Firma Manzke darstellen würden. Aus dem Publikum wurden dann weitere Fragen an die Firma Manzke gerichtet, insbesondere interessierte die Bürger, wer die Anlieferung und die zu deponierenden Stoffe kontrolliert. „Dies geschieht durch unser geschultes Personal. Es wird durch genaue Kontrollen sichergestellt, dass kein unzulässiges Material in der Deponie eingelagert wird“, versicherte Dr. Krause. Mit dieser Auskunft und insbesondere mit den zu erwartenden Immissionen durch Lärm und Staubentwicklung waren einige Bürger nicht einverstanden.
Anlieger befürchten Lärm und Staub
Unter diesem Aspekt forderte Ratsfrau im Barendorfer Gemeinderat für die Grünen, die Erstellung eines unabhängigen Gutachtens im Hinblick auf die Immissionen, die von der geplanten Anlage künftig ausgehen werden. „Ein solches Gutachten ist weder vorgeschrieben, noch vorgesehen. Die Firma Manzke muss im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nachweisen, dass sich alle Auswirkungen von der Anlage vom Grundwasser, den Eingriffen in die Natur, bis hin zu den Lärm- und Staubentwicklungen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen abspielen“, machte Dr. Krause deutlich. Diese Antwort rief erneut betroffene Anlieger auf den Plan, die nachfragten, wer das denn kontrolliere. Bürgermeister Bernd Hein verwies in diesem Zusammenhang auf die Zuständigkeit des staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes und sagte den Bürgern zu, „wenn sie glauben, Unregelmäßigkeiten festzustellen oder Auswirkungen durch Lärm und Staub zu beanstanden haben, wenden Sie sich an die Gemeinde, wir werden dann das Gewerbeaufsichtsamt einschalten“. Zum Abschluss der Veranstaltung erklärte Felix Manzke nochmals, dass auch der Betrieb ein großes Interesse daran habe, mit den betroffenen Anliegern einvernehmlich auszukommen und nahm eine spontane Einladung zu einem Informationsaustausch bei Kaffee und Kuchen in Volkstorf an. Insofern nahm die Info-Veranstaltung trotz erheblicher Bedenken der Volkstorfer gegen die geplante Deponie einen versöhnlichen Abschluss.
-EP-Redaktion/jw-

