03.05.2011

Blockheizkraftwerk im Dahlenburger Dorn eingeweiht

Vorstandsvorsitzender Rolf Bannehr, Bioparkgeschäftsführer Christian Haglage, Landrat Manfred Nahrstedt und Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger, v.l., bei der Einweihung des vierten Blockheizkraftwerkes im Dorn

Vorstandsvorsitzender Rolf Bannehr, Bioparkgeschäftsführer Christian Haglage, Landrat Manfred Nahrstedt und Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger, v.l., bei der Einweihung des vierten Blockheizkraftwerkes im Dorn

Dahlenburg. „Viele reden über Klimaschutz und Ausstieg aus der Kernenergie, wir handeln“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG Rolf Bannehr anlässlich der Einweihung des 4. Blockheizkraftwerkes des Bioenergieparks Dahlenburg, das für die Nahwärmeversorgung der kommunalen Liegenschaften im Dahlenburger Dorn am vergangenen Donnerstag eingeweiht wurde. Unter den zahlreich erschienenen  Gästen begrüßte Rolf Bannehr unter anderem Landrat Manfred Nahrstedt, Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger, Bürgermeister Arnfried Pischke, die anwesenden Mitglieder des Samtgemeinde- und Gemeinderates Dahlenburg, Vertreter der den Biopark beliefernden Landwirte, Dienstleister, die bauausführenden Firmen, den Aufsichtsrat der Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG und Mitarbeiter sowie Vertreter der Volksbank Lüneburger Heide. Nach der Begrüßung der etwa 65 geladenen Gäste ging der Vorstandsvorsitzende auf die Beweggründe ein, im Jahr 2007 den Bioenergiepark Dahlenburg zu gründen. „Der Bioenergiepark Dahlenburg, das heißt, die Landwirte der Region und die Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG haben die Herausforderung angenommen.“

 

Energiewende bereits vor der Atomkatastrophe in Japan eingeleitet

„Im Gegensatz zu vielen politischen Absichtserklärungen, die oft weit in die Zukunft gerichtet sind, haben wir uns entschieden, bereits heute vor Ort die Wende in die regenerative Energieversorgung der Zukunft zu realisieren. Durch die dramatischen Ereignisse in Japan wurden wir auf traurige Weise in der Entscheidung bestätigt, die Region mit Ökostrom und Nahwärme zu versorgen. Wir sorgen dafür, dass in unserem Versorgungsgebiet tatsächlich ‚grüner Strom‘ aus der Steckdose kommt und das ohne Preisaufschläge. Alle vier Blockheizkraftwerke werden sowohl zur Verstromumg als auch zur Lieferung von Wärme verwendet. Die Wärmenutzung erfolgt im Gewerbegebiet zur Trocknung von Holzhackschnitzeln und zur Beheizung von Gewächshäusern der Orchideengärtnerei Karge in der Bahnhofstraße. Das Blockheizkraftwerk in der Bahnhofstraße und das neue im Dorn werden jeweils über eine gesonderte Biogasleitung von den Biogasanlagen im Gewerbegebiet Dahlenburg beliefert. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf ca. 9,4 Mio. Euro, davon 2,9 Mio. Euro für die Erweiterungsinvestitionen zum Betrieb des vierten BHKW im Dorn. Die Anlagen leisten je 550 KW, insgesamt nunmehr 2,2 MW. Versorgt werden von der neuen Anlage im Dorn die Liegenschaften des Landkreises Lüneburg mit dem Schulzentrum und der Dreifeldsporthalle sowie die Einrichtungen der Samtgemeinde Dahlenburg und des Flecken Dahlenburg mit dem Schwimmbad, dem Schützenhaus und dem Sportheim“, führte der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG Rolf Bannehr in seiner Ansprache aus. Er dankte den kommunalen Kunden für die Abnahme der ‚grünen‘ Energie und für die entsprechenden Beschlüsse der Räte und des Kreistages. „Ohne Ihre Entscheidungen hätte dieses Erweiterungsprojekt keine ausreichende wirtschaftliche Grundlage gehabt“, bestätigte Rolf Bannehr den Vertretern des Landkreises, der Samtgemeinde und des Flecken Dahlenburg.

 

Landkreis Lüneburg bei der Erzeugung erneuerbarer Energien führend

Landrat Manfred Nahrstedt bestätigte, dass die Energieversorgung Dahlenburg im Kreisgebiet im Hinblick auf den Einsatz von erneuerbarer Energie mit den bestehenden Windkraftanlagen und der Biogasanlagen führend sei. Mittlerweile werden 30 % der Energie im Landkreis Lüneburg durch Windkraft und Biogas erzeugt. Dennoch betrachte Landrat Nahrstedt den Ausbau der Biogasanlagen und den damit enorm zugenommenen Anbau von Mais mit Sorge. „Außer Mais müssen noch andere biologische Grundlagen zur Energieerzeugung eingesetzt werden, die wirtschaftlich vertretbar und für Menschen und Umwelt verträglich sind“, sagte Landrat Nahrstedt. „ Wir müssen nicht mehr umdenken, wir waren schon vor den Ereignissen in Japan auf dem richtigen Weg. Es ist ein schöner Tag für den Flecken und die Samtgemeinde Dahlenburg“, sagte Dahlenburgs Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger und überreichte zur Einweihung der Anlage einen Blumenstrauß an den Geschäftsführer des Bioenergieparks Christian Haglage. Mit einem Dank an alle bauausführenden Firmen, alle Beteiligten und Mitarbeiter schloss Rolf Bannehr die Einweihungszeremonie und ludt alle Gäste zu einem Imbiss in das Dahlenburger Schützenhaus ein. -EZ-Redaktion/jw-

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