18.01.2012

Biber in der Elbtalaue verhungert?

Hier auf diesem Gelände, im Deichvorland unterhalb des Elbschlosses, ca. 150 Meter vom Gewässer entfernt, liegt der tote Biber.

Hier auf diesem Gelände, im Deichvorland unterhalb des Elbschlosses, ca. 150 Meter vom Gewässer entfernt, liegt der tote Biber.

Bleckede. Regina Rose und Doris Brügmann entdeckten bei ihrem Spaziergang mit ihren Labradorhunden Amy und Bonny einen toten Biber im Deichvorgelände unterhalb des Elbschlosses. Der Biber lebte seit ca. 2 Jahren am ‚Kleinburger Haken’ und hatte nach Schätzungen ein Alter von ca. 3 Jahren. Dieter Schmidt als Biberbeauftragter vermutet, dass das Tier verhungert ist. Ursächlich dafür konnte die Zahnbildung sein, denn der Biber hatte extrem lange und stumpfe Schneidezähne, die bei normaler Nutzung deutlich kürzer sind und eine scharfe Schneidkante haben. Diese Zähne waren so lang, dass eine Nahrungsaufnahme kaum möglich war.

 

Zudem war das Tier extrem dünn. Auffällig war auch der Fundort des Kadavers, da er rund 150 Meter vom Gewässer entfernt aufgefunden wurde. In dem Gebiet wurde umfassende Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt, wobei auch umfangreich Bäume entfernt wurden. Es ist zu vermuten, dass der Biber durch diese Maßnahmen auch in seinem Lebensrhythmus gestört und aus seinem Bau, der übrigens auch kartiert war, vertrieben wurde, bzw. der Bau zerstört wurde.

 

Wie bereits schon einmal veröffentlich, hat sich die Landschaft im Vordeichgelände beim Elbschloss extrem verändert. Während ganze Bereiche unverändert stehen, sind ganze Striche völlig kahl. Hier wurden Bäume, Büsche und Sträucher komplett entfernt. Natürlich hat der Hochwasserschutz Priorität, nur bleibt die Frage, wie an einigen dicken Bäumen festzustellen ist, was es für einen Sinn macht, dicke Äste in ca. drei Metern Höhe zu entfernen, Büsche auf der einen Seite zu entfernen und zwei Meter weiter alles stehen zu lassen. Es ist kaum nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die Entbuschung abläuft.

Aber nochmals zurück zu dem tot aufgefundenen Biber: Offen ist die Frage, ob der Biber krankheitsbedingt gestorben ist oder andere Ursachen hierfür mit herangeführt werden müssen? – EZ-Redaktion/wh-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue