Bezaubernde Musik mit Kastagnettenklängen

Friederike v. Krosigk, Ralf Heiber, Ursula Fiedler und Barbara Hölzl (v.l.) boten eine „Spanische Nacht“ im Schlosssaal
Bleckede. Den Reiz und die Vielfalt spanischer Musik brachten am vergangenen Samstag vier international tätige Künstler im Schlosssaal Bleckede einem großen Publikum nahe. Fast hundert Besucher konnte der Kultur- und Heimatkreis Bleckede als Veranstalter des besonderen Konzertes im Schlosssaal begrüßen. Die gestaltenden Künstler der „Spanischen Nacht“ waren die Sängerinnen Ursula Fiedler, Sopran, Barbara Hölzl, Alt, Friederike v. Krosigk, Konzertkastagnetten und der Pianist Ralf Heiber. Die vier Künstler, die ihr „Spanisches Programm“ schon vielfach auf diversen Bühnen aufgeführt haben, allerdings immer wieder mit kleinen Abwandlungen, hatten ein abwechslungsreiches Programm mit Musik aus verschiedenen Regionen Spaniens und unterschiedlichen Epochen zusammengestellt, darunter die „Klassiker“ I. Albeniz, E. Granados, P. de Sarasate und M. de Falla, als einziger Italiener war Gioacchino Rossini vertreten. Die Tänzerin und Kastagnettenspielerin Friederike v. Krosigk führte mit Charme und Witz durch den Abend, gab die Inhalte der Lieder wider und rezitierte die stimmungsvollen Gedichte von Féderico García Lorca, natürlich in deutscher Übersetzung. Ursula Fiedler stimmte das Publikum mit einem Lied aus Galicien ein, bei dem man sich gedanklich auf eine spanische Plaza zur Zeit der Siesta versetzen konnte. Das baskische Lied „El roble y el ombú“ (Die Eiche und der Ombú) erzählte von der Sehnsucht eines Reisenden nach seiner Heimat. Ursula Fiedler trug es berührend schön mit ihrer geschmeidigen Sopranstimme vor, Friederike v. Krosigk setzte mit ihrem ebenso einfühlsamen wie eleganten Kastagnettenspiel rhythmische Akzente. Ursula Fiedler ist nicht nur eine hervorragende Sängerin, sondern auch ausgebildete Geigerin. Sie präsentierte unter anderem einen schmachtenden Tango von Isaac Albéniz, der viele Jahre in Argentinien gelebt hatte. Höhepunkte des Konzertes waren die Vertonungen der Gedichte von Féderico García Lorca und die Volkslieder von Manuél de Falla. Hierbei beeindruckte Barbara Hölzl mit ihrer warmen ausdrucksvollen Altstimme und einer lupenreinen spanischen Aussprache. Ein großes Hörvergnügen an diesem Abend waren auch die im Duett gesungenen Liebeslieder, wie die „Habanera“ von Pauline Viardot „Komm Mädchen mit ans Meer, in mein Boot…“ und von Enrique Granados über „den glücklichen und den unglücklichen Seufzer“. Das Publikum seufzte mit und applaudierte sichtbar entzückt. „Die Kastagnetten gehören zu den ältesten Musikinstrumenten der Welt“, erklärte Friederike v. Krosigk, die die Kunst des Kastagnettenspiels in Berlin und Barcelona studiert hat, dem Publikum. In frühen Zeiten schlugen die Menschen Knöchelchen, Muscheln oder Steine aufeinander. Dann erfand man die Kastagnetten, bei denen jeweils eine hell und eine dunkel klingt, die „Embra“ und der „Macho“ nennen es die Spanier. Das Nationalinstrument Spaniens hat sich im Laufe der Zeit vom reinen Folkloreinstrument zum klassischen Instrument entwickelt, so die Musikerin weiter. „Der Höhepunkt eines jeden Kastagnettenvortrags ist es, wenn zwei Kastagnettenpaare sich treffen, man sagt dann, dass die Kastagnetten sich küssen“, so von Krosigk. An diesem Abend gab die Künstlerin noch einige Kostproben ihrer Fertigkeiten, glänzte mit ihrem Solo zu der einfühlsamen Begleitung von Ralf Heiber zu einer bezaubernden „Siguiriya“ (ein span. Tanz) von Manuel de Falla. Dass sie auch die Kunst des Fächertanzes beherrscht, bewies sie bei dem romantischen Stück von Pablo de Sarasáte, zum gefühlvollen Geigenspiel von Ursula Fiedler. Nach dem offiziellen Programm spendeten die Besucher langen Beifall und ließen die Künstler erst nach vier weiteren Zugaben gehen. -EP-Redaktion/swr-
