10.01.2012

Beschwingtes Neujahrskonzert mit der Mährischen Philharmonie

Die Mährische Philharmonie Olmütz unter der Leitung von Hermann Breuer und die Solistin Miriam Sharoni begeisterten das Publikum beim Neujahrskonzert

Die Mährische Philharmonie Olmütz unter der Leitung von Hermann Breuer und die Solistin Miriam Sharoni begeisterten das Publikum beim Neujahrskonzert

Bleckede. „Von der Puszta an die Elbe“ führte das diesjährige Neujahrskonzert des Kultur- und Heimatkreises Bleckede. Die Mährische Philharmonie Olmütz unter der Leitung von Hermann Breuer gestaltete das stimmungsvolle Konzert im fast ausverkauften Bleckeder Haus. Auf ihrer musikalischen Reise machte das Orchester Halt in Wien, Ungarn und natürlich in ihrer Heimat Böhmen, wobei die Musiker den wichtigsten tschechischen Komponisten Antonín Dvorák und Bedřich Smetana eine besondere Aufwartung machten. Dabei wurden auch bekannte Melodien aus Opern und Operetten zum Klingen gebracht. Heiter und beschwingt begann das Konzert mit der Ouvertüre aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, Klänge, die das Publikum einstimmten auf Polka, Walzer und böhmische Folklore. Es folgten mehr und auch weniger bekannte Melodien von Carl Michael Ziehrer, Josef Strauß, Emmerich Kálmán und Franz Liszt und - wie gesagt - Dvorák und Smetana.

Dabei stellte Hermann Breuer, der durch den Abend führte, den einzelnen Musikstücken heitere Gedichte und Geschichten aus dem Leben der Komponisten voran. Wer hat zum Beispiel geahnt, dass Josef Strauß, der Bruder von Johann, eigentlich Ingenieur war und eher zufällig Musiker wurde, als er seinen überlasteten Bruder einmal als Dirigent vertreten musste? Eben so wenig ist bekannt, dass Zar Nikolaus in St. Peterburg einen „Musikbahnhof“ einrichten ließ, wo regelmäßig größere Konzerte stattfanden. Auch Johann Strauß wurde mit hoher Gage gelockt, um dort mit seinem Orchester aufzutreten.  

Die Mährische Philharmonie hatte zu ihrem Neujahrskonzert auch eine Solistin mitgebracht, die schwedisch-israelische Sopranistin Miriam Sharoni. Sie verzauberte das Publikum mit dem Lied der Saffi aus Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“. Hinreißend und mit glockenklarer Stimme sang sie darin von dem Wesen der Zigeuner: „So elend und so treu ist keiner auf Erden wie der Zigeuner.“ Ein weiteres Highlight war Rusalkas „Lied an den Mond“ aus Dvoráks gleichnamiger Oper „Rusalka“, das Miriam Sharoni besonders hingebungsvoll und mit sensibel geführter Stimme sang. „Ach, ist das nicht eine viel schönere Liebeserklärung, als einfach nur eine SMS zu schreiben?“, kommentierte Breuer die  romantische Arie. Das Publikum stimmte zu und war auch sonst rundum begeistert von dem Vortrag der charmanten Sängerin mit der bezaubernden Stimme. Das Orchester spielte souverän, dynamisch und temperamentvoll und entwickelte im Laufe des Abends zunehmend Spielfreude. Bei der Polka von Johann Strauß (Sohn) mit dem Titel „Vergnügungszug“ konnte man in der Musik die Zugfahrt regelrecht nachvollziehen, das Pfeifen und Zischen, das Quietschen der Räder und sogar das Umstellen der Weichen beim plötzlichen Wechsel der Tonart. Das machte dem Orchester und dem Publikum gleichermaßen Freude. Als großartiger Schlusspunkt unter dem offiziellen Programm erklang die „Ungarische Rhapsodie“ von Franz Liszt, eine wunderbare Musik zum Träumen und Genießen Nach langem begeisterten Applaus verabschiedete sich die Mährische Philharmonie mit zwei Zugaben - einem „Ungarischen Tanz“ (Nr. 5) von Johannes Brahms und dem unvermeidlichen „Radetzkymarsch“, der wie in jedem Jahr gerne von dem Publikum mitgeklatscht wurde. –EZ-Redaktion/swr-

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