Ausschuss lehnt Gewerbegebiet Garze ab
Bleckede. Für Diskussionsstoff sorgte in der Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Planungsausschusses der Bebauungsplan ‚Gewerbegebiet Garze’, Grundlagenplanung. Es besteht die Überlegung einen Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet in der Größe von ca. 9 ha neben dem Bleckeder Klärwerk in Garze aufzustellen. Wilfried Schuldt, Bauamt Bleckede, stellte das Projekt sehr umfangreich dar. Die Frage, die im Raum stand, war, wofür das Gewerbegebiet sein sollte und wer dort was bauen will. Und für diese Antwort interessierten sich Jens Lohmann, UWB, und Christian Breese, WB, brennend. Während Bürgermeister Böther und Schuldt immer wieder betonten, dass ein Interessent da sei, der dort auch über Grundeigentum verfüge und Bauabsichten hätte, ohne aber Namen und Projekt zu nennen, weiteten sich die bohrenden Fragen weiter aus. Eine klare Antwort blieb aus. In der Abstimmung gab dann der Ausschuss eine klare Antwort: Mit 4 Stimmen wurde die Vorlage abgelehnt.
Einstimmig dagegen der Beschluss für die Ergänzungssatzung ‚Hohe Luft’. Im Bereich Hohe Luft/Kiesweg im Ortsteil Barskamp besteht der Wunsch von Grundstückseigentümer nach Baumöglichkeiten in den hinteren Grundstückbereichen. –EZ-Redaktion/wh-
Kommentar
Wozu ein Gewerbegebiet in Garze?
Christian Breese, WB, brachte es auf den Punkt: „Wer soll denn neben einem stinkenden Klärwerk sein Gewerbe ansiedeln?“ Aber auch bei der SPD und den Grünen nur fragende Gesichter. Es ist zwar schon fast Tagesgespräch in Bleckede, wer dort was bauen möchte - aber mit Gerüchten sollte man etwas vorsichtig sein. Unverständlich daher, warum keine klare Aussage von der Verwaltung der Stadt zu dem Bauwilligen oder dem Projekt kam.
Es ist nachvollziehbar warum SPD, UWB, WB und Grüne das Gewerbegebiet abgelehnt haben. Denn wenn ein Gewerbegebiet existiert, besteht kaum noch eine Einflussnahme darauf, was dort gebaut wird. Es wird Zeit, dass in Bleckede eine Politik betrieben wird, die Offenheit und Klarheit vermittelt und nicht nach Gutsherrenart Zuweisungen erteilt oder tröpfchenweise Informationen an Wohlgesonnene verteilt.
Ein gutes und erfolgreiches Miteinander zum Wohle der Stadt kann nur durch Transparenz erreicht werden. Das Gewerbegebiet in Garze ist ein Beispiel dafür, dass sich die Mehrheiten in der Politik der Stadt geändert haben. Was ist so schwierig daran, klar und offen zu sagen, was geplant ist? Schließlich betrifft das alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Letztlich kann bei einer transparenten Darstellung auch nur ein Ja oder Nein herauskommen. So aber werden Gerüchte, Vermutungen und Unterstellungen geweckt, die niemanden, auch wie in diesem Falle dem Investitionswilligen, dienen.
Wolfgang Herbst
Chefredakteur

