Alles, was atmet, lobt Gott

Das diesjährige Weltgebetstags-Team: Helga Mielke, Stephanie Lembke, Conny Müller, Heide Dunkel, Ingrid Rehders, Monika Sawalski, Gunhild Herm-Jockel, Magdalene Scholtysik, Heike Gröpper, Elvira, Gugutschkin, Anne Fietz, Erika Tipke, Gisela Kotz, Gerhild Hempel und Elke Joritz, Gitarre. Nicht auf dem Foto: Roswitha Kuhl-Jockel.
Bleckede. „Alles, was Atem hat, lobe Gott“: Das war das Motto des diesjährigen Weltgebetstages, dessen Gottesdienstordnung von Frauen aus Kamerun vorbereitet wurde. In Bleckede hatte der ökumenische Frauenkreis den Gottesdienst vorbereitet, der in der Katholischen Kirche St. Maria Königin abgehalten wurde.
Kamerun wird auch „Afrika im Kleinen“ genannt, wegen seiner landschaftlichen, religiösen und ethnischen Vielfalt. In dem Land, das ein Drittel größer ist als Deutschland leben über 18 Millionen Menschen, die mehr als 250 verschiedenen Volks- und Sprachgruppen angehören. Fünfzig Prozent der Bevölkerung ist christlich geprägt, zwanzig Prozent muslimisch, der Rest pflegt lokale Naturreligionen. Anders als im übrigen Afrika, ist Kamerum relativ stabil, es gibt kaum religiöse Konflikte. Ein großes Problem aber stellt die Korruption dar, das das Land in Arm und Reich spaltet. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Hingegen ist die Alphabetisierungsrate sehr hoch, immerhin haben 79 Prozent Lesen und Schreiben gelernt, wobei der Anteil der Mädchen geringer ist. Frauen werden in Kamerum rechtlich stark benachteiligt. Sie haben weniger politische Freiheit und kaum Zugang zu Bildung und Eigentum. Dennoch sind es meistens die Frauen, die zum Unterhalt der Familie beitragen, als Schreibkräfte oder im informellen Sektor. Trotz ihrer schwierigen Situation wollen die Frauen in Kamerun mit ihrer Gottesdienstordnung Gott loben. „In Kamerum loben wir Gott gerade auch in schwierigen Zeiten unseres Lebens, weil wir das Leben selbst als das größte Geschenk Gottes an uns verstehen. Solange Atem in uns ist, hoffen wir, und singen voller Hoffnung, dass es besser wird“, heißt es in dem Lobpreis.
Die Frauen, die den Gottesdienst vorbereitet hatten, vermittelten der Gemeinde etwas von der Zuversicht, Freude und Hoffnung, die aus der Ordnung sprach. Festlich in bunte Gewänder gekleidet zogen sie mit Gesang, zum Rhythmus der Trommeln und Rasseln in die Kirche ein und feierten dann einen informativen, nachdenklichen und fröhlichen Gottesdienst. Beim anschließenden Beisammensein gab es leckere Spezialitäten aus Kamerun, zubereitet von Frauen aus den Kirchengemeinden Bleckede und Barskamp. -swr-
