Aktivisten bei Vastorf unter den Schwellen verankert
Vastorf. Diese Verankerungskonstruktion hat es in sich. Vier Aktivisten haben sich in einer für die Polizei völlig neuen Verbindung unter Schienen und Schwellen fixiert.
„Mit solch einer Verbindung haben wir noch keine Erfahrungen gemacht“, so ein Polizeisprecher vor Ort, „sowohl wir, als auch die Aktivisten lernen immer dazu.“ Nach sechs Stunden harter Arbeit wurde das erste Spezialteam der Bundespolizei ausgetauscht. Bis dahin ist es nicht gelungen, die Castorgegner zu befreien, für wärmende Decken und Kleidung sorgen die Einsatzkräfte der Polizei, ebenso für Verpflegung und Getränke. Nach 10 Stunden auf dem Gleisbett wurde aufgrund der kühlen Witterung ein Zelt über den Aktivisten von der Samtgemeinde Feuerwehr Ostheide errichtet. Moralische Unterstützung erhalten die Vier von eigenen Mitgliedern und von einer Samba-Gruppe vor Ort. Aufgrund der polizeilichen Maßnahmen dürfen sich keine Personen näher als 50 m den Gleisen nähern. „Dieses Jahr haben sich sowohl die Aktivisten, als auch die Polizei auf eine härtere Gangart eingestellt“, so der Polizeisprecher. Gegen 12.00 Uhr war der Castortransport mit 92 Stunden schon länger unterwegs als im Rekordjahr 2010 und um 15.00 Uhr stand der Zug vor der Blockade in Vastorf. Zu diesem Zeitpunkt waren zwei der Aktivisten frei. -EZ-Redaktion/te-
Breite Zustimmung zu Resolution gegen Castor-Transport am 1. Advent
Brietlingen. Während der Kirchenkreis Bleckede in Brietlingen tagte, rollte der Atommüll-Transport auf Lüneburg zu und in Lüneburg wurde demonstriert: Der ganzen Region stand ein unruhiges Adventswochenende bevor. Der Kirchenkreistag befasste sich in seiner Sitzung mit einer Resolution des Kirchenkreises mit folgendem Inhalt:
„Wie die ökumenische Kirchenkreiskonferenz verurteilt der Kirchenkreis Bleckede die Durchführung der Atommüll-Transporte zu diesem Zeitpunkt.. Er zeugt davon, dass den Handelnden in Politik und Wirtschaft der Respekt für kulturelle Werte abhanden gekommen ist. Entweder ist gewollt, dass alle Beteiligten – Polizei, Demonstranten und Bürger der Region – am Adventswochenende in diese Lage gebracht werden oder wir erleben die Handlungsunfähigkeit der Politik in dieser Frage. Beides wäre schrecklich. Bestürzt nehmen wir zur Kenntnis, wie in Kauf genommen wird, dass strittige Messwerte um das Zwischenlager Gorleben den Eindruck politischer Nachlässigkeit erwecken, die Furcht der Bevölkerung des Wendlandes bagatellisiert und dringend notwendige Diskussion um den Standort eines Atommüll-Endlagers vergiftet wird.“ Aufgrund der lange von vielen Menschen in den Gemeinden vorbereiteten Veranstaltungen und Gottesdienste seien die Pastorinnen und Pastore nicht in der Lage, während des Transportes Beistand zu leisten und deeskalierend für Polizisten und Demonstranten da zu sein. Der Vorsitzende des Kirchenkreistages, Henning Wedemeyer, bezeichnete den Transporte des Atommülls gerade an diesem Wochenende als „instinktlos“. Es zeuge von einer völligen Missachtung der kulturellen Werte unserer Gesellschaft, so Wedemeyer. Die Mitglieder des Kirchenkreistages nahmen die Resolution zur Kenntnis und stimmten mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für den vorgelegten Entwurf. –EZ-Redaktion/swr-

