25.03.2010

50 Jahre ‚Viertes Korps‘

Dahlenburg. Wer hätte das gedacht, dass aus einer ‚Schnapsidee‘, die Gisela Alldag im Sommer 1960 hatte, eine solche Erfolgsstory im Dahlenburger Schützenverein wird, die aus dem nunmehr über 130 Jahre bestehenden Verein nicht mehr wegzudenken ist. Eine ‚Hausmacht‘ im positiven Sinne und ein ausgleichendes Regulativ stellt die selbstbewusste und korpsübergreifende  Damenabteilung, eigentlich das ‚Vierte Korps‘, in dem sonst von Männern dominierten Schützenverein Dahlenburg dar. Unterstützt durch den damaligen Sportleiter Hugo Duschek sen. gründete Gisela Alldag 1960 die Damenabteilung im Schützenverein Dahlenburg und präsentierte gleich im Gründungsjahr mit Dorothea Schünemann, einer ‚Joppenehefrau‘, die erste ‚Orchideenkönigin‘, wie sie damals noch genannt wurde.

 

Aus bescheidenen Anfängen wurde eine Tradition

 

Begonnen hat das ‚Damenschießen‘ in Dahlenburg, indem einige Ehemänner, die alle beim E-Werk Dahlenburg beschäftigt waren, ihre Frauen mit zu den ersten zaghaften Schießversuchen in die alte E-Werkhalle mitnahmen. Daraus entwickelte sich, organisiert von Gisela Alldag und unterstützt von Hugo Duschek sen., zunächst an vier Luftgewehrständen im Saal der ehemaligen Gaststätte ‚Deutsches Haus’ das sportliche Damenschießen. Später zog man in das Gasthaus Fraass am Markt um und jetzt wird professionell auf der Schießanlage im Dorn geschossen. Erfolgreich auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene, ja sogar bis in die Bundesliga haben es schon Damen aus Dahlenburg geschafft. Bis heute hat sich die Tradition, die Blumenkönigin auszuschießen und zu proklamieren, erhalten. Jeweils am ‚lustigen Sonnabend‘ wurde vom Präsidenten des Schützenvereins Dahlenburg der mit Spannung erwartete  Name der ‚Blumenkönigin‘ verkündet.

 

Rückblick mit noch aktivem Gründungsmitglied

Zu ihrem 50-jährigen Jubiläum hatten die Dahlenburger Schützendamen am vergangenen Sonnabend etwa 120 Gäste in das Schützenhaus Dahlenburg eingeladen. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Feuerwehr und insbesondere Abordnungen der befreundeten Schützenvereine machten am Samstag ihre Aufwartung. Die Leiterin der Dahlenburger Schützendamen, Rafaela Gutzeit, ließ in ihrer Begrüßung zusammen mit Anette Okorn die Entstehungsgeschichte der Damenabteilung Revue passieren. Besonders hob Rafaela Gutzeit hervor, dass Christel Andres als einziges Gründungsmitglied noch heute aktiv am Schießsport teilnimmt und im Laufe ihres ‚Schützenlebens‘ sehr viel für den Schützenverein und besonders für die Damenabteilung, der sie viele Jahre selbst vorstand, getan hat. Noch heute steht Christel Andres mit Rat und Tat zur Verfügung und nimmt an allen Schützenveranstaltungen teil. Christel Andres erinnerte sich: „Als wir im Deutschen Haus anfingen, mit dem Luftgewehr zu schießen, wunderten sich alle, dass eine Schützenschwester statt auf die damals noch gültige 12er-Scheibe ständig in den roten Bühnenvorhang schoss. Erst Sportleiter Hugo Duschek bemerkte sehr viel später und nach vielen verzweifelten Versuchen, der Dame das Schießen beizubringen, dass diese ständig das falsche Auge zukniff und somit daneben zielte“, berichtete Christel Andres diese heitere Episode aus den Anfängen der Damenabteilung.

 

Glückwünsche und Grüße der Gäste

Nach der Begrüßung der Gäste überbrachten diese ihre Glückwünsche, allen voran Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger, der die Grüße von Rat und Verwaltung der Samtgemeinde Dahlenburg sowie vom Flecken Dahlenburg ausrichtete. Es schlossen sich die Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks, des Schützenkreises, der befreundeten Vereine sowie Präsident Thomas Haese vom Schützenverein Dahlenburg den Glückwünschen an. Mit einem üppigen Büffet, von den Schützendamen selbst vorbereitet und angerichtet, wurde bis in den späten Abend die zahlreichen Gäste bewirtet und in fröhlicher Runde Erinnerungen ausgetauscht sowie neue Pläne für das Schützenwesen im Schützenkreis Bleckede entwickelt. -EP-Redaktion/jw-

 

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